Dax knackt Mar­ke von 13 000 Punk­ten

Gu­te Wirt­schafts­per­spek­ti­ve in Eu­ro­zo­ne

Neue Osnabrucker Zeitung - Bad Laer, Bad Rothenfelde, Dissen, G - - VORDERSEITE -

dpa FRANK­FURT. Der deut­sche Leit­in­dex Dax hat am Don­ners­tag erst­mals den Sprung über den Wert von

13000 Punk­ten ge­schafft. Er stieg in der Spit­ze bis auf

13002,34 Punk­te, kehr­te an­schlie­ßend aber wie­der knapp un­ter die Mar­ke zu­rück. Zu­letzt stand er noch 0,16 Pro­zent hö­her bei 12 991,70 Punk­ten. Mit dem nächs­ten An­griff auf ei­ne Tau­sen­der­mar­ke knüpft das Bör­sen­ba­ro­me­ter an sei­nen zu­letzt star­ken Lauf an. Al­lein im Sep­tem­ber – ei­nem tra­di­tio­nell ei­gent­lich eher schwa­chen Bör­sen­mo­nat – hat­te der Dax 6,4 Pro­zent ge­won­nen. Im bis­he­ri­gen Jah­res­ver­lauf liegt er nun mehr als 13 Pro­zent im Plus.

Hin­ter­grund der er­freu­li­chen Ent­wick­lung am deut­schen Ak­ti­en­markt sind die gu­ten Wirt­schafts­per­spek­ti­ven der Eu­ro­zo­ne.

En­de 2016 no­tier­te der Leit­in­dex noch knapp un­ter­halb von 11500 Punk­ten. Grö­ße­re Un­fäl­le aus­ge­schlos­sen, zeich­net sich be­reits das sechs­te Ge­win­n­jahr in Fol­ge ab. Soll­ten die 13000 Punk­te bis En­de 2017 hal­ten, wür­de sich das Plus seit En­de 2011 auf ins­ge­samt min­des­tens 120 Pro­zent be­lau­fen.

dpa FRANK­FURT. Auf dem Frank­fur­ter Bör­sen­par­kett steppt der­zeit nicht der Bär, son­dern der Bul­le. Das Tier sym­bo­li­siert im An­le­ger­jar­gon stei­gen­de Ak­ti­en­kur­se. Und wie sie stei­gen: Am Don­ners­tag schaff­te es der Dax erst­mals in sei­ner Ge­schich­te über die 13000 Punk­te. Seit Jah­res­be­ginn hat der deut­sche Leit­in­dex, in dem die 30 größ­ten bör­sen­no­tier­ten Kon­zer­ne des Lan­des ver­sam­melt sind, nun um ins­ge­samt über 13 Pro­zent zu­ge­legt. Wie geht es wei­ter?

War­um sind die Kur­se so stark ge­stie­gen? Zum ei­nen läuft die deut­sche Wirt­schaft rund. Ent­spre­chend spru­deln die Ge­win­ne – An­le­ger er­hof­fen sich ih­ren An­teil dar­an, et­wa durch Di­vi­den­den. Zum an­de­ren ist der Dax-Re­kord auch der ak­tu­el­len Ent­wick­lung in den USA zu ver­dan­ken, wo an der Wall Street schon seit Mo­na­ten ei­ne Best­mar­ke nach der an­de­ren er­klom­men wird. Hier hof­fen An­le­ger un­ter an­de­rem auf die Um­set­zung der von Prä­si­dent Do­nald Trump ver­spro­che­nen Steu­er­re­form.

Und das reicht, um die Kur­se in der­ar­ti­ge Hö­hen zu trei­ben? Seit­dem die Fi­nanz­kri­se vor zehn Jah­ren um ein Haar zu ei­ner Kern­schmel­ze der Wirt­schaft ge­führt hät­te, flu­ten die No­ten­ban­ken die Fi­nanz­märk­te mit bil­li­gem Geld. Das müs­sen die In­ves­to­ren an­le­gen – und weil die Zin­sen im­mer noch nied­rig sind, set­zen sie häu­fig auf Ak­ti­en. Erst lang­sam ebbt die Geld­flut ab, wo­bei die US-No­ten­bank Fed der Vor­rei­ter ist.

Stei­gen die Kur­se ge­gen Jah­res­en­de nicht grund­sätz­lich? Nicht im­mer, aber oft. Tat­säch­lich gilt der Sep­tem­ber in der Bör­sen­welt als schwächs­ter Mo­nat des Jah­res, in dem vie­le Ak­ti­en be­son­ders güns­tig zu ha­ben sind. Von da an grei­fen An­le­ger ver­stärkt bei den Pa­pie­ren zu – der Be­ginn der viel zi­tier­ten Jah­res­en­dral­lye. Die Er­war­tung auf Kurs­ge­win­ne er­füllt sich so ge­se­hen qua­si von selbst. Al­ler­dings ist das al­les nicht in St­ein ge­mei­ßelt. So war der Sep­tem­ber 2017 ein sehr gu­ter Bör­sen­mo­nat; der Dax hat hier die Hälf­te sei­nes bis­he­ri­gen Jah­res­ge­winns ein­ge­fah­ren.

Was macht Ex­per­ten so si­cher, dass der Dax auf lan­ge Sicht wei­ter steigt? Tat­säch­lich ist und war wirt­schaft­li­ches Wachs­tum Be­stand­teil der in­dus­tria­li­sier­ten Ge­sell­schaft. Das ist nicht nur po­li­tisch ge­wollt, es geht auch mit dem tech­ni­schen Fort­schritt ein­her. Na­tür­lich ist die­se Ma­xi­me nicht frei von Kri­tik – so­ge­nann­te Post­wachs­tums­öko­no­men sa­gen, dass es uns oh­ne stän­di­ge Pro­duk­ti­vi­täts­stei­ge­run­gen bes­ser ge­hen wür­de. Noch aber steigt der Wert, den Un­ter­neh­men Jahr für Jahr schaf­fen. Dar­an wer­den auch die Ak­tio­nä­re be­tei­ligt. Be­sit­zer von Spar­bü­chern hän­gen da­ge­gen vom Wohl und We­he der No­ten­ban­ken ab.

Und war­um wird dann so sel­ten in Ak­ti­en in­ves­tiert?

Die Deut­schen sind ein­fach Bör­sen­muf­fel und scheu­en das Ri­si­ko, was si­cher­lich zum Teil in ih­rer Ge­schich­te be­grün­det liegt. Zwei Welt­krie­ge, meh­re­re Bör­sen­crashs und Hy­per­in­fla­ti­on ha­ben ih­ren Tri­but ge­for­dert. Nach An­ga­ben des Deut­schen Ak­ti­en­in­sti­tuts hält nur je­der sieb­te Bun­des­bür­ger Ak­ti­en oder Ak­ti­en­fonds. Das Er­geb­nis: Wäh­rend die Deut­schen im eu­ro­päi­schen Ver­gleich re­la­tiv viel Geld zur Sei­te le­gen, kommt re­la­tiv we­nig da­bei her­aus. Laut Be­rech­nun­gen der Al­li­anz Ver­si­che­rung brach­ten es die Deut­schen zwi­schen 2012 und 2015 ge­ra­de mal auf 2,3 Pro­zent Ren­di­te. Bei den Fin­nen, die vier­mal so viel in Ak­ti­en in­ves­tie­ren wie der Durch­schnitts­deut­sche, wa­ren es 6,9 Pro­zent.

Fo­to: dpa

Hö­hen­flug: Der Dax klet­tert über 13 000 Punk­te.

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