Nicht die Kon­trol­le ver­lie­ren

Neue Osnabrucker Zeitung - Bad Laer, Bad Rothenfelde, Dissen, G - - POLITIK - Von Uwe West­dörp u.west­do­erp@noz.de

Ge­wusst wie: Erst wa­ren es die Flücht­lin­ge, jetzt ist es die Ter­ror­ge­fahr, de­rent­we­gen Deutsch­land wei­ter an Grenz­kon­trol­len im Schen­gen-Raum fest­hält. Für Bun­des­in­nen­mi­nis­ter Tho­mas de Mai­ziè­re hat die­se Va­ri­an­te ei­nen gro­ßen Vor­teil. An­ders als bei der vor­he­ri­gen Be­grün­dung kann die EU-Kom­mis­si­on Kon­trol­len zur Ab­wehr von Ter­ror­ta­ten nicht un­ter­sa­gen. Die Bun­des­re­gie­rung si­chert sich al­so Hand­lungs­spiel­raum.

All­zu gro­ßen Wert soll­te man den Kon­trol­len aber nicht bei­mes­sen. Denn ers­tens sind sie lü­cken­haft, schon al­lein weil es nicht ge­nü­gend Grenz­schutz­kräf­te gibt. Und zwei­tens be­schrän­ken sie sich auf die Gren­ze zu Ös­ter­reich und auf Flug­rei­sen­de aus Grie­chen­land. Au­ßen vor blei­ben Bel­gi­en und Frank­reich, wo es vie­le is­la­mis­ti­sche An­schlä­ge ge­ge­ben hat und sich zahl­rei­che spä­te­re Tä­ter ra­di­ka­li­siert ha­ben.

Die Kon­trol­len als rei­nen Ak­tio­nis­mus zu kri­ti­sie­ren, wie es die Lin­ken tun, ist gleich­wohl über­trie­ben. Si­cher­heit zu ga­ran­tie­ren ge­hört zu den wich­tigs­ten staat­li­chen Auf­ga­ben. Je­der noch so klei­ne Bei­trag zählt.

Von gro­ßer Be­deu­tung bleibt frei­lich auch die Ab­wä­gung, ob die Maß­nah­men ver­hält­nis­mä­ßig sind. Wür­den Staa­ten die Frei­zü­gig­keit der Bür­ger all­zu leicht­fer­tig ein­schrän­ken, wä­re dies ein Tri­umph für die Fein­de der Frei­heit, un­ter wel­cher Flag­ge sie auch da­her­kom­men.

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