Nie­der­sach­sen

Neue Osnabrucker Zeitung - Bad Laer, Bad Rothenfelde, Dissen, G - - NORDWEST -

Mer­kels Ab­stieg hat be­gon­nen“, so Frak­ti­ons­che­fin Andrea Nah­les jüngst im In­ter­view mit un­se­rer Re­dak­ti­on. „An­ge­la Mer­kels En­de der Amts­zeit hat ges­tern Abend, 18 Uhr, be­gon­nen“, sagt der ge­schei­ter­te SPD-Kanz­ler­kan­di­dat Mar­tin Schulz am Tag nach der Bun­des­tags­wahl. Er weiß, dass auch er wa­ckelt nach dem de­sas­trö­sen 20,5-Pro­zent-Er­geb­nis vom 24. Sep­tem­ber. Aber für star­ke Sprü­che Rich­tung Kanz­le­rin reicht bei Schulz die Kraft noch.

Dass ihm das Amt des SPD-Par­tei­chefs trotz des Wahl­de­ba­kels zu­nächst bleibt, hat er star­ken Für­spre­chern aus Nie­der­sach­sen zu ver­dan­ken. Ste­phan Weil woll­te Ru­he ha­ben vor der Land­tags­wahl an der Lei­ne. Ber­li­ner Per­so­nal­que­re­len kann er nicht brau­chen. Was aber kommt da­nach? Schulz ist für vie­le Ge­nos­sen ein Par­tei­chef auf Ab­ruf, der beim nächs­ten SPD-Bun­des­par­tei­tag im De­zem­ber den Platz für ei­nen Neu­an­fang frei ma­chen muss. Die SPD war nie zim­per­lich, wenn es um das Aus­wech­seln er­folg­lo­ser Ge­nos­sen geht.

Die Nie­der­sach­sen-SPD hol­te mit 27,4 Pro­zent das bes­te Zweit­stim­m­en­er­geb­nis al­ler Lan­des­ver­bän­de. SPD-Mi­nis­ter­prä­si­dent Weil hofft nun, mit ei­ner Am­pel im Amt blei­ben zu kön­nen. Den Um­fra­gen zu­fol­ge reicht es we­der für ei­ne Fort­set­zung des rot-grü­nen Re­gie­rungs­bünd­nis­ses noch für Schwarz-Gelb. Rech­ne­risch mög­lich wä­ren da­nach ei­ne Gro­ße Ko­ali­ti­on aus SPD und CDU, ein Ja­mai­kaBünd­nis aus CDU, Grü­nen und FDP und ei­ne Am­pel­Ko­ali­ti­on aus SPD, Grü­nen und FDP. Soll­te es die Lin­ke noch in den Land­tag schaf­fen, wä­re auch Rot-Ro­tG­rün denk­bar.

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