Still­stand am Ex-Kli­ni­kum?

Aus­schuss emp­fiehlt Ver­län­ge­rung der Ve­rän­de­rungs­sper­re

Neue Osnabrucker Zeitung - Bad Laer, Bad Rothenfelde, Dissen, G - - SÜDKREIS -

apa DIS­SEN. Al­les bleibt, wie es ist auf dem Ge­län­de des ehe­ma­li­gen Kran­ken­hau­ses. Zu­min­dest vor­erst. Da­mit das wei­ter­hin so ist, dis­ku­tiert der Pla­nungs­aus­schuss über ei­ne Ver­län­ge­rung der Ve­rän­de­rungs­sper­re. Am Mon­tag steht das The­ma auf der Ta­ges­ord­nung des Dis­se­ner Ra­tes, der ab 18.30 Uhr im Gro­ßen Kon­fe­renz­raum der Re­al­schu­le an der Ler­chen­stra­ße tagt.

Denn das Grund­pro­blem ist nach wie vor das­sel­be: So­wohl das Kran­ken­haus­ge­bäu­de als auch das Schwes­tern­wohn­heim an der Ro­ber­tKoch-Stra­ße ge­hö­ren den städ­ti­schen Kli­ni­ken Os­na­brück, die wie­der­um ein Toch­ter­un­ter­neh­men der Stadt Os­na­brück sind. Seit das Kran­ken­haus ge­schlos­sen wur­de, liegt das Ge­län­de brach. Um das stadt­na­he Are­al in Zu­kunft nut­zen zu kön­nen, er­stell­te das In­ge­nieur­bü­ro To­var und Part­ner im Auf­trag Dis­sens ei­nen Be­bau­ungs­plan. Die­ser ist mo­men­tan noch of­fen ge­hal­ten: So gibt es Plä­ne, die die Flä­che, auf der das Al­ber­ti­nen­kran­ken­haus steht, ein­schlie­ßen und sol­che, die es aus­klam­mern. Doch so oder so: In der ver­gan­ge­nen Aus­schuss­sit­zung ging es dar­um, die Ve­rän­de­rungs­sper­re, von der zur­zeit das Are­al zwi­schen dem Bau­ge­biet Er­pe­ner Weg und die Bahn­hof­stra­ße be­trof­fen ist, um ein Jahr zu ver­län­gern. „Mit die­sem In­stru­ment wol­len wir un­se­re Plä­ne si­chern, so­dass wir be­stim­men kön­nen, was dort ge­schieht“, so Bau­amts­lei­ter Hein­rich Kocks. Die­ser Ar­gu­men­ta­ti­on schloss sich der Aus­schuss mehr­heit­lich an.

Denn die Ve­rän­de­rungs­sper­re ver­fügt, dass das ehe­ma­li­ge und mitt­ler­wei­le bau­fäl­li­ge Kran­ken­haus­ge­bäu­de oh­ne ei­nen wei­te­ren Rats­be­schluss nicht ge­nutzt wer­den darf. Da­mals stand un­ter an­de­rem die Idee der Stadt Os­na­brück im Raum, das Kran­ken­haus als Erst­un­ter­kunft für Flücht­lin­ge zu nut­zen. Dis­sen be­fürch­te­te, dass der Plan die In­fra­struk­tur der Kle­in­stadt über­for­dern wür­de. Par­al­lel da­zu er­stell­te die Stadt ei­nen Be­bau­ungs­plan. Ei­ne früh­zei­ti­ge Be­tei­li­gung der Trä­ger öf­fent­li­cher Be­lan­ge ist be­reits durch­ge­führt wor­den. Da­bei wur­den die Ent­sor­gung von Schmutz- und Re­gen­was­ser und die The­ma­tik des Ar­ten­schut­zes an­ge­spro­chen. „Der Sat­zungs­be­schluss des Be­bau­ungs­pla­nes Nr. 90 ‚Ro­bert-Koch-Stra­ße‘ kann des­halb nicht bis zum En­de der der­zei­tig lau­fen­den Ve­rän­de­rungs­sper­re am 14. Ja­nu­ar 2018 ge­fasst wer­den“, heißt es in den Do­ku­men­ten zur Sit­zung. Nicht je­des Aus­schuss­mit­glied war be­geis­tert: Wil­helm Mey­er zu Er­pen (Bünd­nis 90/Die Grü­nen) stimm­te ge­gen den Plan: „Wir schaf­fen es nicht, ge­mein­sam ei­ne Lö­sung zu fin­den, son­dern schmei­ßen uns ge­gen­sei­tig Knüp­pel zwi­schen die Bei­ne“, sag­te er – auch die Ve­rän­de­rungs­sper­re sei ein sol­cher Knüp­pel.

Er be­fürch­te, dass Ge­sprä­che da­durch nur noch mehr an Schär­fe ge­win­nen wür­den. Al­ler­dings fand Wil­helm Mey­er zu Er­pen auch deut­li­che Wor­te, wenn es um das Ver­hal­ten Os­na­brücks ge­gen­über Dis­sen geht: „Man ahnt, dass hier Mo­no­po­ly ge­spielt wur­de“, so der Frak­ti­ons­vor­sit­zen­de.

Die­ser Auf­fas­sung wi­der­spra­chen an­de­re Aus­schuss­mit­glie­der: „Es sind kei­ne Knüp­pel, die Ve­rän­de­rungs­sper­re ist ein In­stru­ment, des­sen wir uns be­die­nen, um wei­ter pla­nen zu kön­nen“, so Andre­as Aust­mey­er (CDU), Vor­sit­zen­der des Pla­nungs­aus­schus­ses und Ar­chi­tekt von Be­ruf.

Heinz-Gün­ter Stol­le (SPD) stimmt ihm dar­in zu. Hart­mut Nü­mann be­tont au­ßer­dem, dass er der­zeit „kein Öl ins Feu­er gie­ßen“wol­le. „Ich könn­te hier viel er­zäh­len, tue es aber nicht“, sagt er. Das sei al­les „Schnee von ges­tern“.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.