Von Mons­tern und Fri­seu­ren

Er­fol­ge im Trac­tor­pul­ling: Bar­tho­lo­mé und Hörst­kamp sind wie­der Deut­sche Meis­ter

Neue Osnabrucker Zeitung - Bad Laer, Bad Rothenfelde, Dissen, G - - SÜDKREIS - Von An­ke Schnei­der

Es war die­ses Mal sehr knapp – aber es hat ge­reicht. Frank Bar­tho­lo­mé aus Georgsmarienhütte wur­de mit sei­nem Tre­cker „Le Coif­feur IX“am ver­gan­ge­nen Wo­che­n­en­de zum sieb­ten Mal deut­scher Meis­ter in der 2,5Ton­nen-Klas­se . Und auch beim Team Hörst­kamp in Füch­torf gab es er­neut ei­nen Meis­ter­ti­tel.

GEORGSMARIENHÜTTE/ FÜCH­TORF. Die er­folg­rei­chen Füch­tor­fer Mo­tor­sport­ler si­cher­ten sich beim End­lauf in Berg­hau­sen mit ih­rem

6000 PS star­ken Gre­en Mons­ter den Ti­tel in der 3,5-Ton­nen-Klas­se und wur­den zu­dem Vi­zemeis­ter in der 2,5Ton­nen-Klas­se.

Für Frank Bar­tho­lo­mé lief es in die­sem Jahr nicht ganz so rund. Mit sei­nem neu auf­ge­bau­ten Tre­cker, dem ehe­ma­li­gen „Black Pain­ter“vom Mar­kus Pa­pe, den er erst im ver­gan­ge­nen Jahr er­wor­ben hat­te, leg­te er zum Auf­takt in Füch­torf ei­nen Traum­start hin. Er ge­wann die 2,5-Ton­nen-Klas­se sou­ve­rän. In Has­moor fuhr der Tre­cker aus der Bahn, und Bar­tho­lo­mé wur­de dis­qua­li­fi­ziert. Nach ei­nem wei­te­ren Sieg in An­halt lief es in Grim­men dann ganz mi­se­ra­bel. „Wir wa­ren ei­ner der Letz­ten“, so der GMHüt­ter. In Krum­bach ge­wann der Voll­blut­fah­rer dann wie­der und in Ede­wecht riss der Rie­men. „Mit fünf Punk­ten Rück­stand hin­ter Hörst­kamp sind wir zum End­lauf in Berg­hau­sen ge­star­tet“, er­zählt Frank Bar­tho­lo­mé. Er ge­wann den Lauf und stand mit 123 Punk­ten punkt­gleich mit dem Gre­en Mons­ter. „Der Streich­lauf hat uns dann ge­ret­tet“, schmun­zelt der GMHüt­ter. Je­der Fah­rer hat die Mög­lich­keit, den Lauf mit den we­nigs­ten Punk­ten aus dem Er­geb­nis zu strei­chen. So lag Bar­tho­lo­mé schließ­lich mit 118 Punk­ten vor dem Team Hörst­kamp mit 112 Punk­ten.

Den­noch ist Frank Bar­tho­lo­mé stolz. Auf sich, weil es noch kein Fah­rer mit ei­nem neu­en Tre­cker ge­schafft hat, gleich beim ers­ten Mal Deut­scher Meis­ter zu wer­den. Und auf sei­ne Frau An­ke Bar­tho­lo­mé, die er vor vier Wo­chen ge­hei­ra­tet hat. Denn sie sieg­te voll­kom­men un­ge­plant und über­ra­schend beim Lauf in Berg­hau­sen in der Mi­ni­pul­ler-Klas­se.

„Die Fahrt war ei­gent­lich ei­ne Schnaps­idee“, er­zählt der Tre­cker­fah­rer. Das Team hat­te den Mi­ni-Pul­ler zum Aus­schlach­ten ge­kauft, denn der klei­ne Ren­ner be­sitzt ei­nen Keith-Black-Renn­mo­tor, wie ihn auch der Le Coif­feur IX hat. An­ke Bar­tho­lo­mé ver­lieb­te sich in den schnu­cke­li­gen Tre­cker, der dar­auf­hin von den al­ten Auf­kle­bern be­freit und mit dem Schrift­zug „Le Coif­feur X – The litt­le one“ver­se­hen wur­de. Die mu­ti­ge GMHüt­te­rin setz­te sich in Berg­hau­sen ans Steu­er und ließ bei ih­rem ers­ten Lauf al­le an­de­ren Fah­rer prompt hin­ter sich.

Nun kämpft die Frau an Bar­tho­lo­més Sei­te na­tür­lich dar­um, den 2000 PS star­ken Tre­cker be­hal­ten zu kön­nen. „Wir brau­chen ei­nen Spon­sor, sonst geht es ein­fach nicht“, sagt Frank Bar­tho­lo­mé, der sei­ner Frau die­sen Wunsch ger­ne er­fül­len möch­te. Auch des­we­gen, weil sie dort an­knüpft, wo die Er­folgs­ge­schich­te der Bar­tho­mo­més be­gon­nen hat. Va­ter Frie­del Bar­tho­lo­mé wur­de 1990 mit sei­nem Mi­ni-Pul­ler Le Coif­feur II Deut­scher Meis­ter, 1991 in En­g­land dann Eu­ro­pa­meis­ter. Auch Frank Bar­tho­lo­mé selbst hat sei­ne Kar­rie­re auf ei­nem Mi­ni­pul­ler be­gon­nen. „Das ist aber nicht mei­ne Klas­se“, gibt er schmun­zelnd zu.

Dass das Hörst­kamp-Team den Ti­tel nach Hau­se ho­len wür­de, war ei­gent­lich kei­ne Über­ra­schung. „Wir hat­ten in der 3,5-Ton­nen-Klas­se im Lau­fe der Sai­son vie­le Punk­te ge­sam­melt und wa­ren un­ein­hol­bar“, er­zählt Enrico Vol­lert­hun aus dem Hörst­kam­pTeam. Die Füch­tor­fer sind al­so rund­rum zuf­rie­den mit den Er­geb­nis­sen in die­sem Jahr. Die Sai­son mit ei­nem Deut­schen Meis­ter und ei­nem Vi­ze Meis­ter-Ti­tel in der 2,5-Ton­nen-Klas­se zu be­en­den sei ein Traum, sagt To­bi­as Hörst­kamp. Zu­dem si­cher­ten sich die Mo­tor­sport­ler beim Eu­ro-Cup und auch bei der Eu­ro­pa­meis­ter­schaft den zwei­ten Rang.

Auch wenn jetzt die Win­ter­pau­se ein­ge­läu­tet ist, die Pul­ler kön­nen sich den­noch nicht aus­ru­hen. „Im Win­ter wird ge­schraubt, er­neu­ert und re­pa­riert. Das neue Mons­ter, der Mi­tas, braucht zum Bei­spiel ei­nen neu­en Rah­men. Der hat sich im Lau­fe der Sai­son ein we­nig ver­zo­gen“, be­rich­tet Enrico Vol­lert­hun. Auch Frank Bar­tho­lo­mé hat sein Werk­zeug be­reits zu­recht­ge­legt. Bis auf die nor­ma­len War­tungs­ar­bei­ten will es das Team aber ru­hig an­ge­hen las­sen.

Im kom­men­den Jahr fei­ern die Trac­tor-Pul­ler aus Füch­torf, in de­ren Team üb­ri­gens auch zwei Schrau­ber als Glan­dorf und zwei Schrau­ber aus Wal­len­horst mit­wir­ken, ei­nen run­den Ge­burts­tag. Vor 40 Jah­ren gin­gen sie zum ers­ten Mal beim Pul­ling an den Start. „Da wer­den wir uns et­was ganz Be­son­de­res ein­fal­len las­sen“, ver­spricht Heinz-Jo­sef Hörst­kamp.

Fo­tos: An­ke Schnei­der

Eben­falls zuf­rie­den: Frank und An­ke Bar­tho­lo­mé mit dem Mi­ni-Pul­ler „Le Coif­feur X – The litt­le one“, für den nun ein Spon­sor ge­fun­den wer­den muss.

Zu­frie­de­ne Ge­sich­ter und ei­ne be­ein­dru­cken­de Po­kal­samm­lung: Mar­cus Al­bers aus Wal­len­horst, To­bi­as Hörst­kamp, Dirk Wes­sel, Enrico Vol­lert­hun, Nils Hüwe und Heinz-Jo­sef Hörst­kamp (von links) bli­cken auf ein er­folg­rei­ches Jahr zu­rück.

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