Wird das Kü­ken­tö­ten ver­bo­ten?

Trotz neu­er Tech­nik: NRW will Ge­richt über um­strit­te­ne Pra­xis ent­schei­den las­sen

Neue Osnabrucker Zeitung - Bad Laer, Bad Rothenfelde, Dissen, G - - NORDWEST - Von Dirk Fis­ser

OS­NA­BRÜCK

Un­ge­ach­tet des tech­ni­schen Fort­schritts beim Kü­ken­tö­ten will das Land Nord­rhein-West­fa­len das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt über ein mög­li­ches Ver­bot der Pra­xis ent­schei­den las­sen. Das be­stä­tig­te ei­ne Spre­che­rin des Agrar­mi­nis­te­ri­ums in Düs­sel­dorf un­se­rer Re­dak­ti­on.

Beim Ge­richt in Leip­zig sind in letz­ter In­stanz Kla­gen von Brü­te­rei­en ge­gen ei­ne ent­spre­chen­de Ver­fü­gung des Lan­des an­hän­gig. Die mitt­ler­wei­le ab­ge­wähl­te rot- grü­ne Lan­des­re­gie­rung hat­te das Kü­ken­tö­ten 2013 ver­bo­ten, die Un­ter­neh­men klag­ten da­ge­gen. Ein Ge­richts­spre­cher teil­te mit, dass die Ver­hand­lun­gen im ers­ten Halb­jahr 2019 star­ten sol­len.

Aus dem mitt­ler­wei­le CDU-ge­führ­ten Mi­nis­te­ri­um in Düs­sel­dorf hieß es da­zu, die Ver­fah­ren „dien­ten der Klä­rung der grund­sätz­li­chen Rechts­fra­ge, ob es für die Tö­tung von männ­li­chen Ein­trags­kü­ken in Brü­te­rei­en ei­nen ver­nünf­ti­gen Grund gibt oder nicht“. Die­sen ver­nünf­ti­gen Grund for­dert das Ge­setz.

Bis­lang wer­den die Tie­re kurz nach dem Schlüp­fen mil­lio­nen­fach ver­gast, weil sie we­der Eier le­gen kön­nen noch schnell ge­nug Fleisch an­set­zen. Der grü­ne Agrar­mi­nis­ter Jo­han­nes Rem­mel hat­te die jahr­zehn­te­lan­ge Pra­xis in sei­ner Amts­zeit ver­bie­ten las­sen.

Die Bun­des­re­gie­rung hat am Don­ners­tag ei­ne Tech­nik prä­sen­tiert, die das Ge­schlecht der Kü­ken noch im Ei be­stimmt und „männ­li­che“Eier vor dem Schlüp­fen aus­sor­tiert. Un­se­re Re­dak­ti­on hat­te fälsch­li­cher­wei­se ge­ti­telt, die männ­li­chen Kü­ken dürf­ten wei­ter­le­ben. Tat­säch­lich wer­den die Eier zu Tier­fut­ter ver­ar­bei­tet.

Bun­des­agrar­mi­nis­te­rin Ju­lia Klöck­ner (CDU) sprach von ei­nem „Durch­bruch“. Die Tech­nik ist aber noch nicht se­ri­en­reif. Un­ab­hän­gig da­von be­stün­de aber In­ter­es­se an ei­nem Ur­teil, so das Düs­sel­dor­fer Mi­nis­te­ri­um. „In­so­fern wer­den die ent­spre­chen­den Ver­fü­gun­gen nicht zu­rück­ge­zo­gen.“Ein Ur­teil in Leip­zig könn­te der Bun­des­re­gie­rung als Grund­la­ge für ei­ne Ent­schei­dung da­für die­nen, ob sie­da­sKü­ken­tö­ten­in­Zu­kunft ver­bie­tet.

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