Par­ken wird teu­rer, aber Bröt­chen­tas­te gilt ei­ne hal­be St­un­de

Bad Ro­then­fel­de ver­langt für ers­te zwei St­un­den je­weils zwei Eu­ro

Neue Osnabrucker Zeitung - Bad Laer, Bad Rothenfelde, Dissen, G - - SÜDKREIS - Von Ste­fa­nie Adom­eit

BAD RO­THEN­FEL­DE

Nicht kun­den­freund­lich: So schätzt Bür­ger­meis­ter Klaus Reh­käm­per die ak­tu­el­le Park­re­ge­lung auf dem Ther­men­und Frei­bad­park­platz ein. „Man braucht pas­sen­des Klein­geld und muss sich vor­her fest­le­gen, wie lan­ge man bei­spiels­wei­se im Car­pe­sol blei­ben möch­te.“Das wird sich am 2. Ja­nu­ar än­dern.

Weil der Park­platz so gut fre­quen­tiert sei, sei es nun an der Zeit, ihn nicht mehr als öf­fent­lich-recht­li­chen, son­dern pri­vat­wirt­schaft­li­chen Platz zu be­trei­ben. Die­ser wer­de dem Ei­gen­be­trieb Bä­der­be­trieb zu­ge­ord­net. Be­wirt­schaf­tet wird er durch die Os­na­brü­cker Park­stät­ten-Be­triebs­ge­sell­schaft (OPG).

Vor­aus­sicht­lich ab 2. Ja­nu­ar 2019 re­gelt ei­ne tech­ni­sche Ab­fer­ti­gung mit Am­pel Ein­und Aus­fahr­ten. „Die ist na­tür­lich am An­fang teu­er“, so Reh­käm­per. Teu­rer wird auch das Par­ken: Für die ers­ten bei­den St­un­den sind je zwei Eu­ro fäl­lig. Da­nach kos­tet die St­un­de ei­nen Eu­ro, das Ta­ges­ti­cket liegt bei acht Eu­ro. Bad Ro­then­fel­der Ge­schäfts­leu­te kön­nen die Park­ge­büh­ren ra­bat­tie­ren.

Nach­dem mit ei­ner Bröt­chen­tas­te zu­nächst 15 Mi­nu­ten Gra­tis­par­ken mög­lich sein soll­ten, schwenk­te der Rat am Don­ners­tag­abend nach ei­nem Ein­wand von Micha­el Beetz (Grü­ne) um. Er er­in­ner­te an die gro­ße Zahl äl­te­rer und geh­be­hin­der­ter Be­su­cher, die auch ei­ne kur­ze Be­sor­gung wahr­schein­lich nicht in ei­ner Vier­tel­stun­de schaf­fen wür­den, und be­an­trag­te ei­ne Ka­renz­zeit von 30 Mi­nu­ten.

Da­mit war auch der Fi­nanz­aus­schuss­vor­sit­zen­de Alex­an­der Ku­chen­be­cker ein­ver­stan­den, der von den Be­ra­tun­gen im Fach­aus­schuss be­rich­te­te. Ge­gen die Ver­län­ge­rung spra­chen sich Franz-Jo­sef Al­bers und Andre­as Wer­ne­mann aus. Des­halb wür­de über die Ka­renz­zeit se­pa­rat ab­ge­stimmt. Das knap­pe Er­geb­nis: zehn Stim­men für die 30 Mi­nu­ten, neun da­ge­gen.

Mehr ge­ben als neh­men?

Dau­er­par­ker zah­len mon­tags bis frei­tags jähr­lich 160 Eu­ro, für die ge­sam­te Wo­che 200 Eu­ro, ha­ben aber kein An­recht auf ei­nen Platz. Wohn­mo­bi­le dür­fen künf­tig gar nicht mehr auf dem Park­platz ste­hen. Al­ler­dings soll es nur ein Ver­bot und kei­ne bau­li­che Sper­re ge­ben.

Franz-Jo­sef Al­bers von der SPD er­in­ner­te an den Ur­sprung der Über­le­gun­gen für ei­ne Park­raum­be­wirt­schaf­tung. „Der Car­pe­sol-Be­trei­ber hat die Park­platz­re­ge­lung im­mer kri­ti­siert. Wir ha­ben ein­ge­se­hen, dass wir da et­was tun müs­sen. Des­halb freut sich die SPD, dass ihr An­trag jetzt fast eins zu eins um­ge­setzt wird.“Aber, so Al­bers wei­ter, lei­der hal­te Car­pe­sol-Be­trei­ber Hel­mut de Witt im Ge­gen­zug ver­trag­li­che Be­stim­mun­gen mit der Ge­mein­de nicht ein. Beetz teil­te die­se Kri­tik.

Wie vie­le Dau­er­plät­ze be­reits durch die Ther­me und an­de­re be­nach­bar­te Un­ter­neh­men wie die Re­si­denz am Salz­bach oder die Kli­nik im Kur­park be­legt sei­en, woll­te Onat Tem­me (SPD) wis­sen. „130 bis 170“, er­klär­te Haupt­amts­lei­ter Karl-Wil­helm Twel­ke­mey­er. Doch sei eben nicht je­der Platz je­den Tag rund um die Uhr ok­ku­piert.

„Na­tür­lich könn­ten wir an Spit­zen­ta­gen noch 50 bis 100 Plät­ze mehr brau­chen“, er­gänz­te Reh­käm­per. „Aber wenn wir auf bei­den Plät­zen knapp 400 Plät­ze ha­ben, wer­den auch fürs Car­pe­sol ge­nü­gend Plät­ze zur Ver­fü­gung ste­hen.“Ei­ne Am­pel wird die Zu­fahrt zum Ther­men- und Frei­bad­park­platz re­geln.

Auch über ein Park­haus wur­de am Ran­de ge­spro­chen. Die­ses er­for­de­re ei­ne gro­ße In­ves­ti­ti­on, sei aber „städ­te­bau­lich ziel­füh­rend“, mein­te der Bür­ger­meis­ter.

Der Rat ent­schied auch über die neu­en Re­ge­lun­gen für den Zen­tral­park­platz und die Park­plät­ze am Kur­park, Os­na­brü­cker Stra­ße, Müns­ter­sche Stra­ße und Sport­park, de­ren Park­ge­büh­ren sich an de­nen des Ther­men­park­plat­zes ori­en­tie­ren, aber halb­stünd­lich be­rech­net wer­den. Ein An­trag von Beetz, den Punkt zu ver­schie­ben, bis der „Mas­ter­plan 2030“An­fang De­zem­ber fer­tig wer­de, wur­de mehr­heit­lich ab­ge­lehnt.

Beetz hat­te ar­gu­men­tiert, dass sich die Bür­ger ei­ne Ver­kehrs­be­ru­hi­gung wünsch­ten. Oh­ne Park­leit­sys­tem be­ste­he die Ge­fahr, dass Ta­ges­gäs­te in die Sei­ten­stra­ßen aus­wi­chen – das Ge­gen­teil von Ver­kehrs­be­ru­hi­gung. Onat Tem­me bat dar­auf­hin dar­um, das Par­ken in Sei­ten­stra­ßen ver­stärkt zu kon­trol­lie­ren.

Die Grü­nen stimm­ten ge­gen die Ge­büh­ren­sat­zung für die fünf Park­plät­ze. „Wenn die an­de­ren Park­plät­ze ge­nau­so teu­er sind wie der Ther­men­park­platz, bleibt der Park­druck dort“, wand­te An­na Keb­schull ein. Oh­ne Park­leit­sys­tem wer­de sich die Ver­kehrs­si­tua­ti­on ver­schlim­mern. Am är­ger­lichs­ten fand sie, dass das kos­ten­lo­se Par­ken für elek­tro­be­trie­be­ne Fahr­zeu­ge ge­stri­chen wur­de. So kam es bei die­sem Punkt zu vier Nein-Stim­men, zwei Ent­hal­tun­gen und 13 Ja-Stim­men.

Fo­to: Achim Köpp

Blick auf den Frei­bad­park­platz.

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