Das lin­ke Di­lem­ma – und sei­ne Lö­sung?

Neue Osnabrucker Zeitung - Bissendorf, Belm - - POLITIK - Von Burk­hard Ewert b.ewert@noz.de

Die Uni­on, kei­ner kann es be­strei­ten, ist weit nach links ge­rückt. Rechts macht sie Platz für die AfD. Auf der an­de­ren Sei­te herrscht Ge­drän­gel – so viel, dass sich SPD und Die Lin­ke in un­ge­wohn­ter Nä­he fin­den. Dar­aus folgt viel. Denn wer die bei­den ro­ten Par­tei­en für un­ver­ein­bar hält, soll­te dar­über nach­den­ken. Ers­tens rech­ne­risch: Im Os­ten ist die Lin­ke stark ge­schwächt. Im Wes­ten hat sie der SPD si­gni­fi­kan­te An­tei­le ab­ge­trotzt. Die SPD wie­der­um bleibt im Os­ten schwach. Im Wes­ten schwä­chelt sie neu­er­dings, wo ih­re Par­tei­lin­ken vor Jah­ren zur Lin­ken wech­sel­ten. Zu­sam­men gli­che sich das al­les aus.

Zwei­tens mit Blick auf die po­li­ti­sche Macht: Im letz­ten Bun­des­tag hät­te es ge­mein­sam mit den Grü­nen ei­ne lin­ke Mehr­heit ge­ge­ben, der sich die SPD ver­wehr­te. Im neu­en Par­la­ment gibt es ne­ben der Uni­on nur Split­ter­par­tei­en. Zu­sam­men wä­ren SPD und Lin­ke an­nä­hernd auf Au­gen­hö­he.

Drit­tens per­so­nell: Die al­ten Geg­ner Ger­hard Schrö­der und Os­kar La­fon­tai­ne spie­len po­li­tisch kei­ne Rol­le mehr. Ein SPD-Vor­sit­zen­der, der sich er­kenn­bar an der Uni­on rei­ben will, und die seit je links-kämp­fe­ri­sche Frak­ti­ons­che­fin Andrea Nah­les wä­ren kein Per­so­nal, an dem ei­ne struk­tu­rier­te An­nä­he­rung schei­tert, für die die Lin­ken seit Lan­gem wer­ben. Rea­los wie Sig­mar Ga­b­ri­el und Tho­mas Op­per­mann fin­den sich in der letz­ten Rei­he wie­der.

Vier­tens lo­gisch: In der Mit­te hät­te die SPD we­nig zu ver­lie­ren – dort sitzt in­zwi­schen ja die CDU, wäh­rend an ei­ner ge­ein­ten Lin­ken nie­mand in Deutsch­land vor­bei­kä­me. Am An­fang könn­ten Über­ein­künf­te zu be­stimm­ten po­li­ti­schen Fra­gen ste­hen – am En­de mög­li­cher­wei­se die Fu­si­on.

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