Aus­ba­lan­cier­ter Rechts­rah­men nö­tig

Neue Osnabrucker Zeitung - Bissendorf, Belm - - PO­LI­TIK - Von Tho­mas Lud­wig t.lud­wig@noz.de

Die Di­gi­ta­li­sie­rung ist in na­he­zu al­le Le­bens­be­rei­che vor­ge­drun­gen. Sie reicht vom „Be­we­gungs­mel­der“am Hand­ge­lenk, des­sen Da­ten di­rekt an Ver­si­che­rer wei­ter­flie­ßen könn­ten, über die Fern­war­tung von Ma­schi­nen im Rah­men der In­dus­trie 4.0 bis hin zur Ge­sichts­er­ken­nung im öf­fent­li­chen Raum zur Straf­ver­fol­gung und Ha­cker-Atta­cken auf die öf­fent­li­che Da­seins­vor­sor­ge.

So ge­se­hen, ist die Di­gi­ta­li­sie­rung Se­gen und Fluch zu­gleich. Sie wirft Fra­gen nach Si­cher­heit und Ei­gen­tum von Da­ten eben­so auf wie Haf­tungs­fra­gen. Wer kommt zum Bei­spiel da­für auf, wenn ein au­to­nom fah­ren­des Au­to ei­nen Un­fall ver­ur­sacht – der Au­to­bau­er, der Soft­ware­her­stel­ler oder doch der Fahr­zeug­hal­ter?

Die di­gi­ta­le Welt ist grenz­über­schrei­tend im ur­ei­gens­ten Sin­ne, führt aber auch an ethi­sche Gren­zen. In­so­fern ist es über­fäl­lig, dass sich die EU-Spit­zen des The­mas ver­stärkt an­neh­men. Di­gi­ta­li­sie­rung im eu­ro­päi­schen Bin­nen­markt vor­an­zu­trei­ben heißt, ei­nen ent­spre­chen­den Rechts­rah­men zu set­zen und sich früh­zei­tig der Fol­gen­ab­schät­zung zu wid­men.

Die po­li­ti­sche Kunst wird es sein, Grün­der­geist und Fort­schritt nicht im Keim zu er­sti­cken, aber In­ter­es­sen von Kun­den und Ver­brau­chern zu schüt­zen. Denn nur wo Klar­heit und Ver­läss­lich­keit herr­schen, kann die Di­gi­tal­wirt­schaft nach­hal­tig ge­dei­hen und ihr öko­no­mi­sches Po­ten­zi­al ent­fal­ten.

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