Längst Hand in Hand

Neue Osnabrucker Zeitung - Bissendorf, Belm - - VORDERSEITE - Von Kat­ha­ri­na Rit­zer k.rit­zer@noz.de

Was bleibt vom Lu­ther­jahr? Ei­ne evan­ge­li­sche Kir­che zum Bei­spiel, die un­ver­dros­sen an der Zahl von 120 000 Men­schen beim Kir­chen­tag in den Wit­ten­ber­ger Elb­wie­sen fest­hält, ob­wohl Luft­auf­nah­men höchs­tens 50 000 Be­su­cher zei­gen. So et­was hat viel­leicht Do­nald Trump nö­tig, aber doch nicht die Kir­che. In vie­len Haus­hal­ten steht viel­leicht auch noch der Play­mo­bil-Lu­ther, der im­mer­hin re­kord­ver­däch­ti­ge Ver­kaufs­zah­len er­zielt hat. Die ganz gro­ßen Bil­der und die ganz gro­ße Iden­ti­fi­ka­ti­on, die sich die EKD ver- spro­chen hat­te, blie­ben aber aus.

Das ist auch gut so. Das Lu­ther­jahr hat ge­zeigt, dass der Glau­be kei­ne Kir­chen­ta­ge braucht, die wie Par­tei­ta­ge in­sze­niert wer­den. Lu­ther selbst hat­te ja Ir­ri­ta­ti­on im Sinn, kei­ne Iden­ti­fi­ka­ti­on. Die­se Ir­ri­ta­tio­nen hat die EKD-Spit­ze weg­zu­drü­cken ver­sucht, man den­ke nur an den kaum the­ma­ti­sier­ten Ju­den­hass Lu­thers.

Die evan­ge­li­sche Ba­sis hat das har­mo­nie­se­li­ge Dreh­buch der EKD-Obe­ren um ihr ei­ge­nes Pro­gramm er­wei­tert. Bei die­sen vie­len, vie­len Kon­zer­ten, Dis­kus­sio­nen und mehr oder we­ni­ger theo­lo­gi­schen Ak­ti­vi­tä­ten vor Ort war das Lu­ther­jahr quick­le­ben­dig. Rund um die Kirch­tür­me der Städ­te und Dör­fer ar­bei­ten evan­ge­li­sche und ka­tho­li­sche Chris­ten oh­ne­hin längst Hand in Hand, um den ge­mein­sa­men christ­li­chen Wer­ten über­haupt noch Ge­hör zu ver­schaf­fen.

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