Ha­mil­ton zum vier­ten Mal Welt­meis­ter

Ha­mil­ton si­chert sich als Ne­un­ter in tur­bu­len­tem Ren­nen in Me­xi­ko den vier­ten WM-Ti­tel

Neue Osnabrucker Zeitung - Bissendorf, Belm - - VORDERSEITE - Von Claas Hen­nig

dpa ME­XI­KO-STADT. Le­wis Ha­mil­ton ist zum vier­ten Mal For­mel-1-Welt­meis­ter. Dem Bri­ten reich­te beim dritt­letz­ten Ren­nen der Sai­son in Me­xi­ko ein ne­un­ter Platz zum gro­ßen Tri­umph. Fer­ra­ri-Ri­va­le Se­bas­ti­an Vet­tel konn­te nach ei­ner Kol­li­si­on der bei­den Fa­vo­ri­ten kurz nach dem Start den vor­zei­ti­gen Ti­tel­ge­winn des bri­ti­schen Mer­ce­des-Pi­lo­ten trotz ei­ner Auf­hol­jagd auf Platz vier nicht mehr ver­hin­dern. Das Ren­nen ge­wann der nie­der­län­di­sche Youngs­ter Max Ver­stap­pen im Red Bull sou­ve­rän vor Valt­te­ri Bot­tas und Ki­mi Raik­kö­nen.

Le­wis Ha­mil­ton ist wie­der Welt­meis­ter in der For­mel 1. Oh­ne in Me­xi­ko zu sie­gen, oh­ne aufs Po­dest zu kom­men. Se­bas­ti­an Vet­tel kann es nicht ver­hin­dern. Der Fer­ra­ri-Pi­lot sorgt mit ei­nem Ma­nö­ver zu Be­ginn für ei­nen Renn­ver­lauf, den wohl nie­mand so er­war­tet hat­te.

ME­XI­KO-STADT. Mit dem we­hen­den Uni­on-Jack in der Hand dreh­te Le­wis Ha­mil­ton sei­ne Ti­tel­eh­ren­run­de, dank­te mit be­leg­ter Stim­me sei­nem Mer­ce­des-Team und be­kam noch im Au­to die Glück­wün­sche von Kum­pel Ney­mar. Der 32 Jah­re al­te Bri­te kür­te sich trotz ei­nes Platt­fuß-Dra­mas nach ei­ner Start-Atta­cke von Se­bas­ti­an Vet­tel vor­zei­tig zum neu­en For­mel-1-Welt­meis­ter. „Es war nicht das Ren­nen, das ich mir er­hofft hat­te, aber ich ha­be nicht auf­ge­ge­ben“, sag­te Ha­mil­ton. „Das war ei­ne un­glaub­li­che Rei­se in den ver­gan­ge­nen fünf Jah­ren. Es fühlt sich sehr sur­re­al an. Ich wid­me das mei­ner Fa­mi­lie und mei­nen Team.“

Ha­mil­ton ret­te­te sich nach ei­nem spek­ta­ku­lä­ren Renn­ver­lauf mit ganz frü­hen

Zwangs-Bo­xen­stopps der bei­den WM-Du­el­lan­ten auf Platz neun ins Ziel. Das reich­te, Vet­tel konn­te die vier­te Ha­mil­ton-Krö­nung auch nach ei­ner atem­rau­ben­den Auf­hol­jagd in der Hö­hen­luft von Me­xi­koS­tadt nicht län­ger hin­aus­zö­gern. „Dan­ke, Dan­ke, Dan­ke, Dan­ke. Vier­mal Dan­ke“, funk­te Team-Ober­auf­se­her Ni­ki Lau­da Welt­meis­ter Ha­mil­ton ins Au­to.

Vet­tel wur­de Vier­ter, er hät­te aber ge­win­nen müs­sen

an­ge­sichts der Ha­mil­tonPlat­zie­rung. Den Sieg si­cher­te sich Red-Bull-Star Max Ver­stap­pen vor Ha­mil­tons Mer­ce­des-Team­kol­le­ge Valt­te­ri Bot­tas und Vet­tels Fer­ra­ri-Team­kol­le­ge Ki­mi Räik­kö­nen. Ha­mil­ton mach­te im dritt­letz­ten Grand Prix der Sai­son sei­nen vier­ten Ti­tel nach 2008, 2014 und 2015 per­fekt. Er zog nach WM-Tri­um­phen mit Vet­tel gleich, eben­falls vier­mal wur­de der Fran­zo­se Alain Prost Welt­meis­ter. Fünf und mehr Ti­tel ge­lan­gen nur Re­kord­cham­pi­on Micha­el Schu­ma­cher (7) und dem Ar­gen­ti­ni­er Juan Ma­nu­el Fan­gio (5).

Vet­tel ver­such­te auf dem Au­to­dro­mo Her­ma­nos Ro­d­ri­guez noch ein­mal al­les, es nutz­te nichts. Die 50. Po­le sei­ner Kar­rie­re war schnell oh­ne Wert, aus­ge­rech­net er und Ha­mil­ton ka­men sich schon nach der ers­ten Kur­ve zu nah. Zu­nächst zog Ver­stap­pen, von Platz zwei ge­star­tet, spek­ta­ku­lär an Vet­tel vor­bei. Vet­tel de­mo­lier­te sich beim Ver­such, sich zu ver­tei­di­gen, den Front­flü­gel. Tei­le flo­gen durch die Luft, auf­ge­schlitzt wur­de Ha­mil­tons rech­ter Hin­ter­rei­fen aber von Vet­tels Rest­flü­gel. Die Renn­lei­tung schau­te sich die Ma­nö­ver an und ent­schied: Kei­ne Stra­fen.

Bei­de Fa­vo­ri­ten muss­ten di­rekt in die Box und lie­ßen sich die sof­ten Rei­fen mon­tie­ren – da­mit konn­ten sie ei­gent­lich durch­fah­ren. Auf den Plät­zen 19 und 20 reih­ten sich Vet­tel und Ha­mil­ton ein. Im wei­te­ren Renn­ver­lauf mach­ten bei­de Me­ter um Me­ter gut, Po­si­ti­on um Po­si­ti­on. 13 Run­den vor Schluss war Vet­tel auf Rang vier, nur noch Ver­stap­pen, Bot­tas und Räik­kö­nen wa­ren vor ihm. 23 Se­kun­den trenn­ten die bei­den Fer­ra­ri-Kum­pels.Ha­mil­ton schaff­te es zu­dem zur glei­chen Zeit bis auf Rang zehn und über­hol­te dann auch noch sei­nen ehe­ma­li­ge McLa­ren-Kol­le­gen Fer­nan­do Alon­so.

Es reich­te al­so nicht für Vet­tel. Die zwei­te Sai­son­hälf­te mit zu vie­len Pan­nen an sei­nem Fer­ra­ri und zu vie­len ei­ge­nen Pat­zern mach­te die bis zur Som­mer­pau­se blen­den­den Aus­sich­ten auf den fünf­ten WM-Tri­umph zu­nich­te.

Fo­to: AFP

Ju­bel mit Uni­on Jack: Le­wis Ha­mil­ton ist zum vier­ten Mal Welt­meis­ter der For­mel 1.

Fo­to: AFP

En­ge Sa­che: Le­wis Ha­mil­ton im Ver­kehr beim Start.

Fo­to: im­a­go/LAT Pho­to­gra­phic

Vor­ne­weg fuhr Max Ver­stap­pen.

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