Ak­kus bei E-Bi­kes am teu­ers­ten

Wie pflegt man sei­nen E-Bi­ke-Ak­ku – und was tun, wenn er in die Jah­re ge­kom­men ist?

Neue Osnabrucker Zeitung - Bissendorf, Belm - - VORDERSEITE - Von El­ke Schrö­der

es OS­NA­BRÜCK. Bei ei­nem E-Bi­ke fal­len die meis­ten An­schaf­fungs­kos­ten auf den Ak­ku. Des­we­gen soll­te man sich be­reits vor dem Kauf über die Pfle­ge, Kos­ten für Er­satz und Ent­sor­gung Ge­dan­ken ma­chen.

Der Han­del mit Elek­tro­rä­dern boomt. Zwi­schen ein Vier­tel bis ein Drit­tel der An­schaf­fungs­kos­ten kön­nen da­bei auf den Ak­ku ent­fal­len, schätzt die Ver­brau­cher­zen­tra­le Nord­rhein-West­fa­len. Grund ge­nug, sich vor dem Kauf über die Pfle­ge, die Kos­ten für Er­satz und auch über die Ent­sor­gung Ge­dan­ken zu ma­chen.

OS­NA­BRÜCK. Ob als Sport­ge­rät oder al­ter­na­ti­ves Ver­kehrs­mit­tel: Elek­tro­fahr­rä­der wer­den in Deutsch­land im­mer be­lieb­ter. Im ver­gan­ge­nen Jahr stieg, laut Zwei­ra­dIn­dus­trie-Ver­band (ZIV), der Ver­kauf mit 605 000 E-Bi­kes um 13 Pro­zent. Da­mit ha­be sich die An­zahl der Elek­tro­rä­der auf ge­schätz­te drei Mil­lio­nen er­höht, so der ZIV. Zu über 90 Pro­zent han­delt es sich da­bei haupt­säch­lich um die Pe­del­ecs, die mit ei­nem Elek­tro­mo­tor von bis zu 250 Watt und ei­ner ma­xi­ma­len Ge­schwin­dig­keit von 25 Ki­lo­me­tern pro St­un­de das ei­ge­ne Tre­ten un­ter­stüt­zen.

Strom­kos­ten im Blick

Wer be­reit ist, für ein gu­tes Pe­del­ec et­wa 2000 Eu­ro oder mehr aus­zu­ge­ben, soll­te vor dem Kauf auch die Fol­ge­kos­ten ein­kal­ku­lie­ren. Da­zu ge­hört vor al­lem der Li­thi­um­Io­nen-Ak­ku. Die Aus­ga­ben für den „Ak­ku­ver­schleiß“ma­chen mit et­wa „drei Cent pro Ki­lo­me­ter ei­nen deut­lich hö­he­ren An­teil der lau­fen­den Kos­ten aus als die Strom­kos­ten für die La­dung“, die in der Grö­ßen­ord­nung bei 0,2 Cent pro Ki­lo­me­ter lie­gen. Dar­auf weist die Ver­brau­cher­zen­tra­le Nord­rheinWest­fa­len hin. Ein Aus­tausch sei dem­nach erst dann nö­tig, wenn die Ka­pa­zi­tät nicht mehr aus­reicht, um all­täg­li­che We­ge zu be­werk­stel­li­gen.

Ak­tu­el­le Mo­del­le schaf­fen mit ei­nem auf­ge­la­de­nen Ak­ku in der Re­gel et­wa 60 Ki­lo­me­ter, so die Ver­brau­cher­schüt­zer. Die Spei­cher­ka­pa­zi­tät nimmt nach 300 bis 500 La­de­zy­klen be­reits um ein Vier­tel ab. Die Reich­wei­te kann dem­nach, ab­ge­se­hen von dem Ak­ku

und der An­triebs­tech­nik, von un­ter­schied­li­chen Fak­to­ren ab­hän­gen, wie Fahr­ver­hal­ten, Fah­rer­ge­wicht, Ge­päck, Rei­fen­druck und das Ge­län­de­pro­fil.

Der Her­stel­ler Bosch geht von „meh­re­ren Di­enst­jah­ren“sei­ner Ak­kus aus, oh­ne ei­ne ge­naue Le­bens­dau­er zu

nen­nen, da die­se in ers­ter Li­nie von der Art und Dau­er der Be­an­spru­chung ab­hän­gig sei­en. Es ist al­so rat­sam, sich vor dem Kauf beim Fahr­rad­händ­ler auch über die Kos­ten für ei­nen Er­satz-Ak­ku zu in­for­mie­ren.

Doch wo­hin mit de­fek­ten oder ver­brauch­ten Li­thi­um­Io­nen-Ak­kus?

Sie dür­fen nicht in den Haus­müll, son­dern müs­sen ord­nungs­ge­mäß ent­sorgt wer­den. Sie kön­nen beim Fach­händ­ler ab­ge­ge­ben wer­den. 2010 ha­ben sich die im ZIV or­ga­ni­sier­ten Her­stel­ler da­zu mit der Stif­tung Ge­mein­sa­mes Rück­nah­me­sys­tem (GRS) ei­nen Ab­hol­ser­vice auf­ge­baut,

dem sich bis­her über 2300 Fahr­rad­händ­ler an­ge­schlos­sen ha­ben. „Dar­über hin­aus kön­nen E-Bi­ke-Ak­kus auch an ,Qua­li­fi­zier­ten An­nah­me­stel­len‘ ab­ge­ge­ben­wer­den, die un­ter an­de­rem von öf­fent­lich-recht­li­chen Ent­sor­gungs­trä­gern be­trie­ben wer­den“, teil­te GRS auf An­fra­ge mit.

Im ver­gan­ge­nen Jahr ha­be die GRS auf die­sem We­ge in der Mas­se 100 Ton­nen an EBi­ke-Ak­kus zu­rück­ge­nom­men, „was et­wa zehn Pro­zent der In­ver­kehr­brin­gungs­men­ge ent­spricht“, so die GRS. Je­doch sei bei den EBi­ke-Ak­kus „im Ver­gleich zu Pri­mär­bat­te­ri­en bei Li-Io­nen-Sys­te­men“mit ei­ner hö­he­ren „Le­bens­nut­zungs­dau­er zu rech­nen“, wes­we­gen sie „ent­spre­chend spä­ter der Ver­wer­tung be­zie­hungs­wei­se dem Re­cy­cling zu­ge­führt wer­den“, er­klärt die GRS wei­ter.

Wie­der­ver­wer­tung?

In der Fra­ge des Re­cy­clings wür­den die E-Bi­ke-Ak­kus „in der Ver­wer­tung be­trach­tet wie gro­ße Ge­rä­te­bat­te­ri­en – wie sie zum Bei­spiel in Schlag­bohr­ma­schi­nen oder Ra­sen­mä­hern zum Ein­satz kom­men – und wer­den auch in den Ver­wer­tungs­an­la­gen ent­spre­chend be­han­delt“. Dies be­deu­te in der Re­gel, dass sie „me­tall­ur­gisch wie­der­ver­wer­tet“wer­den. „Da­bei wer­den die kom­plet­ten Ak­kus in ei­nem gro­ßen Ofen ein­ge­schmol­zen, wo­bei ei­ne Le­gie­rung aus Ko­balt, Ni­ckel und Kup­fer üb­rig bleibt.“

Wer mög­lichst lan­ge et­was von sei­nem Ak­ku ha­ben will, der soll­te Fol­gen­des be­ach­ten: Der idea­le La­de­zu­stand des Ak­kus liegt, laut Bosch, bei 30 bis 60 Pro­zent. Er soll­te in mög­lichst sau­be­rer, tro­cke­ner Um­ge­bung bei ei­ner Raum­tem­pe­ra­tur zwi­schen 15 bis 20 Grad ge­la­gert und vor di­rek­ter Son­nen­ein­strah­lung ge­schützt wer­den. Wird das E-Bi­ke im Win­ter nicht ge­nutzt, wird emp­foh­len, den Ak­ku nur halb voll zu la­den, denn da­mit soll die Selbst­ent­la­dung am ge­rings­ten ge­hal­ten wer­den.

„Den Ak­ku schützt bei der Fahrt un­ter Mi­nus­gra­den ein Neo­pren­über­zug aus dem Fach­han­del“, rät Bosch, da­mit er nicht an Leis­tung und Reich­wei­te ver­liert. Die Li­thi­um-Io­nen-Zel­len soll­ten erst bei Raum­tem­pe­ra­tur ge­la­den wer­den, da­mit er sich kom­plett auf­la­den kann.

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Fo­to: dpa

Auf den Stra­ßen sind im­mer mehr E-Bi­kes un­ter­wegs.

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