Was Weil sagt, wird ge­macht

Neue Osnabrucker Zeitung - Bissendorf, Belm - - POLITIK - Von Dirk Fis­ser d.fis­ser@noz.de

Man dür­fe nicht so tun, als sei das his­to­risch schlech­te Er­geb­nis bei der Bun­des­tags­wahl nur ein Be­triebs­un­fall, sagt SPD-Vor­sit­zen­der Mar­tin Schulz. Recht hat er. Aber was war mit der Wahl da­vor? Und der da­vor? Die SPD hat vie­le Ge­le­gen­hei­ten ver­strei­chen las­sen, sich ih­ren Pro­ble­men zu stel­len. Der Nie­der­gang der einst stol­zen Volks­par­tei ist auch ei­ne Ge­schich­te der ver­pass­ten Mög­lich­kei­ten. An der Ide­en- und Kraft­lo­sig­keit der So­zi­al­de­mo­kra­tie tra­gen vie­le der­je­ni­gen ei­ne Mit­ver­ant­wor­tung, die jetzt be­son­ders laut über die Neu­aus­rich­tung der Par­tei nach­den­ken. Genau des­we­gen hal­ten sich so hart­nä­ckig die Zwei­fel an der Glaub­wür­dig­keit des Vor­ha­bens. Die­ses Glaub­wür­dig­keits­pro­blem hat Nie­der­sach­sens Mi­nis­ter­prä­si­dent Ste­phan Weil nicht. Aus der Bun­des­po­li­tik hat er sich bis auf we­ni­ge Aus­nah­men her­aus­ge­hal­ten. Dass der Wahl­sie­ger nun mehr Mit­spra­che­recht für Nie­der­sach­sens So­zi­al­de­mo­kra­ten in der SPD for­dert, ist kon­se­quent. Und man wird auf ihn hö­ren. Als Weil fast ganz un­ten war, die Re­gie­rungs­mehr­heit im Land­tag frisch zer­bro­chen, die VW-Kri­se am Ko­chen, da wur­de ge­unkt, der Mi­nis­ter­prä­si­dent wer­de zur Be­las­tung für Kanz­ler­kan­di­dat Schulz. Nach Weils Wahl­sieg sieht das ganz an­ders aus: Wenn er sagt, Nie­der­sach­sen ste­he hin­ter Schulz, dann si­chert das des­sen Pos­ten. Weil ist der star­ke Mann der SPD.

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