„Vi­cky“hat den Dreh raus

Traum­start in die Sai­son mit dem Sieg in Söl­den – Sturm stoppt Män­ner

Neue Osnabrucker Zeitung - Bissendorf, Belm - - SPORT - Von Lars Mül­ler-Ap­pen­zel­ler

Vik­to­ria Re­bens­burg fei­ert in Söl­den ei­nen Traum­start in den al­pi­nen Ski-Win­ter. Die Män­ner wur­den vom Sturm ge­stoppt.

SÖL­DEN. Es war kürz­lich in Gais­bach, als Vik­to­ria Re­bens­burg ei­nen be­mer­kens­wer­ten Satz sag­te: „Wenn man ins ers­te Ren­nen gut star­tet, löst das ge­wis­se Din­ge in ei­nem aus. Das wür­de na­tür­lich ex­trem hel­fen, wenn das so wä­re.“Sprach’ s und setz­te sich ins Au­to und fuhr auf der Ide­al­li­nie nach Söl­den. Dort fand sie am Sams­tag beim for­dern­den Welt­cup-Auf­takt die Ide­al­li­nie durch die bei­den Durch­gän­ge des Rie­sen­sla­loms. „Söl­den fühlt sich nie gut an, es war ein wil­der Ritt“, sag­te Vik­to­ria Re­bens­burg. Doch sie hat den Dreh raus – end­lich wie­der.

Zu­letzt hat­te die nun 14ma­li­ge Welt­cup­sie­ge­rin im März 2016 ganz oben vom Po­dest ge­strahlt. Ein Win­ter und ein Som­mer des Gr­ü­belns lie­gen hin­ter ihr. Al­pin­chef Wolf­gang Mai­er for­mu­lier­te es so: „So ein Er­geb­nis von der Vi­cky ist Bal­sam auf al­le Wun­den.“Die Vor­aus­fah­re­rin und auch der Deut­sche Ski­ver­band (DSV) ha­ben sich nach der für Re­bens­burg me­dail­len­lo­sen Welt­meis­ter­schaft in St. Mo­ritz so ih­re Ge­dan­ken ge­macht – und ge­han­delt. Mar­kus An­wan­der muss­te sei­nen Pos­ten als Chef­trai­ner bei den Frau­en Jür­gen Gral­ler über­las­sen. „Das ist ein Start, wie man sich das wünscht“, sag­te der 46-jäh­ri­ge Ös­ter­rei­cher, der aber klar­stell­te: „Ich bin kein Zau­be­rer.“

Zau­ber­haft wa­ren die bei­den Fahr­ten von Re­bens­burg, aber nicht feh­ler­frei. „Da ha­be ich fast ein­ein­halb Se­kun­den lie­gen las­sen“, sag­te sie nach dem ers­ten Durch­gang als Dritt­plat­zier­te zum Feh­ler im Knick zwi­schen Steil­hang und Flach­stück. Am Rü­cken­wind lag es nicht – we­gen Stur­mes hat­te der Start für den ers­ten Durch­gang ein Stück nach un­ten ver­legt wer­den müs­sen. Im zwei­ten Durch­gang dreh­te sie ih­re Ski op­ti­mal durch die To­re („Dies­mal bin ich un­ten bes­ser ge­fah­ren, ha­be es mit Köpf­chen ge­macht“), tri­um­phier­te sie sie­ben Jah­re nach ih­rem ers­ten Söl­den-Sieg. Und tat sich beim Ent­kor­ken des Sie­ger­sek­tes et­was schwer. Doch auch da fand sie schnell den rich­ti­gen Dreh. Die Durst­stre­cke ist be­en­det. Das lässt auf wei­te­re pri­ckeln­de Mo­men­te in die­sem Win­ter hof­fen: „Der Rie­sen­sla­lom als Ba­sis ist für die Speed­dis­zi­pli­nen ex­trem wich­tig für mich“.

Bei der ge­schla­ge­nen Kon­kur­renz ist die La­ge un­ter­schied­lich. „Ich bin sau­er“, sag­te die US-Ame­ri­ka­ne­rin Mi­kae­la Shif­frin nach Platz fünf (0,74 Se­kun­den hin­ter Re­bens­burg). Die Ita­lie­ne­rin Ma­nue­la Mölgg war hin­ge­gen „zu­frie­den“, ob­wohl sie von Platz eins auf Rang drei (0,53) zu­rück­fiel. Rie­sen­sla­lom-Welt­cup­sie­ge­rin und -Welt­meis­te­rin Tes­sa Wor­ley (Frank­reich, 0,14) wur­de Zwei­te. Sie al­le wis­sen nun, wo sie ste­hen.

Das wis­sen Fe­lix Neu­reu­ther und Co. nicht. We­gen Sturms wur­de das Ren­nen der Män­ner am Sonn­tag ge­stri­chen. Neu­reu­ther sag­te: „Es ist schon sehr scha­de, dass das Ren­nen nicht statt­fin­det.“Er und sei­ne Kol­le­gen träu­men wei­ter von ei­nem Traum­start: Das ers­te Ren­nen ist nun der Sla­lom von Le­vi am 12. No­vem­ber.

Fo­to: im­a­go/Eib­ner

Da spru­delt der Sekt: Vik­to­ria Re­bens­burg hat den Dreh raus.

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