Ur­teil: Bank muss Müller ent­schä­di­gen

Neue Osnabrucker Zeitung - Bissendorf, Belm - - WIRTSCHAFT - Dpa

STUTT­GART Es bleibt vor­erst da­bei: Die Schwei­zer Bank Sa­ra­sin muss dem Ul­mer Dro­ge­rie-Un­ter­neh­mer Er­win Müller we­gen feh­ler­haf­ter Be­ra­tung bei An­la­ge­ge­schäf­ten 45 Mil­lio­nen Eu­ro zu­rück­zah­len. Das Ober­lan­des­ge­richt (OLG) Stutt­gart wies ges­tern die Be­ru­fung der Bank ge­gen ein Ur­teil des Land­ge­richts Ulm zu­rück. Das hat­te schon im ver­gan­ge­nen Jahr ent­schie­den, dass Müller das Geld zu­steht. Auch das OLG-Ur­teil ist al­ler­dings noch an­fecht­bar.

Bei dem Ge­schäft mit Müller ha­be die Pri­vat­bank mit Sitz in Ba­sel ih­re Be­ra­tungs­pflich­ten ver­letzt und den Dro­ge­rie-Un­ter­neh­mer un­zu­läng­lich in­for­miert, ur­teil­te der Se­nat un­ter Vor­sitz von Rich­ter Mar­kus Kit­tel.

Nicht hin­rei­chend ge­prüft

Der Streit dreht sich um An­tei­le am Lu­xem­bur­ger She­rid­an-Fonds, in den Müller rund 50 Mil­lio­nen Eu­ro ge­steckt hat­te. Über den Fonds soll­ten mit so­ge­nann­ten Cum-Ex-Trans­ak­tio­nen Ge­win­ne er­wirt­schaf­tet wer­den, bei de­nen der deut­sche Fis­kus durch mehr­fach be­an­trag­te Er­stat­tun­gen auf nur ein­mal ein­be­hal­te­ne Ka­pi­tal­er­trag­steu­ern ins­ge­samt um Mil­li­ar­den­be­trä­ge ge­schröpft wur­de. Das Bun­des­fi­nanz­mi­nis­te­ri­um hat­te al­le der­ar­ti­gen Er­stat­tun­gen 2012 grund­sätz­lich ge­stoppt. Der She­rid­an-Fonds brach zu­sam­men, das von An­le­gern ein­ge­zahl­te Geld war weg.

Aus Sicht der Rich­ter hat die Bank den Fonds in steu­er­li­cher und wirt­schaft­li­cher Hin­sicht nicht hin­rei­chend ge­prüft, son­dern al­len­falls „Plau­si­bi­li­täts­er­wä­gun­gen“an­ge­stellt, wo die ver­spro­che­nen ho­hen Er­trä­ge her­kom­men könn­ten. Zu­dem ha­be sie ge­wusst, dass das Kon­zept mit den Steu­er­rück­er­stat­tun­gen zwei­fel­haft war, ih­ren Kun­den Müller aber nicht auf Be­den­ken hin­ge­wie­sen.

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