Gro­ko un­eins bei Ge­setz zu La­den­schluss

Neue Osnabrucker Zeitung - Bissendorf, Belm - - NORDWEST - Von Klaus Wieschemeyer

HAN­NO­VER Un­ver­ständ­lich in der Spra­che, miss­ver­ständ­lich im In­halt: Der Ent­wurf des SPD-ge­führ­ten So­zi­al­mi­nis­te­ri­ums für ein neu­es La­den­schluss­ge­setz für Nie­der­sach­sen stößt bei der Re­gie­rungs­frak­ti­on der CDU auf hef­ti­ge Kri­tik. „Wir se­hen da ganz drin­gend Nach­bes­se­rungs­be­darf “, sag­te Frak­ti­ons­chef Dirk To­e­pffer am Frei­tag in Han­no­ver.

Da­bei soll das Ge­setz ei­gent­lich für ge­richts­fes­te Klar­heit bei der Sonn­tags­öff­nung sor­gen: Im­mer wie­der müs­sen im Land ver­kaufs­of­fe­ne Sonn­ta­ge kurz­fris­tig ab­ge­sagt wer­den, weil die Ge­werk­schaft Ver­di da­ge­gen klagt. Die­se Klar­heit fehlt To­e­pffer nun. Vor al­lem stößt sich die CDU an der For­mel „4+1+1“: Die wür­de fälsch­li­cher­wei­se na­he­le­gen, dass ins­ge­samt bis zu sechs ver­kaufs­of­fe­ne Sonn­ta­ge pro Ge­schäft mög­lich sei­en. Die CDU be­steht aber auf ma­xi­mal vier.

Ein Spre­cher von SPD-So­zi­al­mi­nis­te­rin Ca­ro­la Rei­mann wies die Vor­wür­fe zu­rück: Dem Haus sei ein gut ge­mach­ter und „sehr aus­ge­wo­ge­ner Kom­pro­miss zwi­schen den un­ter­schied­li­chen In­ter­es­sen“ge­lun­gen, lob­te er. Man rech­ne da­mit, dass der Ent­wurf im Par­la­ment noch ver­än­dert und im Lau­fe des kom­men­den Jah­res von der Gro­ko ver­ab­schie­det wer­de.

Die Grü­nen kri­ti­sier­ten den „of­fen­sicht­li­chen Ko­ali­ti­ons­zwist“. Bei SPD und CDU ste­he die ei­ge­ne Pro­fi­lie­rung an ers­ter Stel­le, kri­ti­sier­te die ar­beits­markt­po­li­ti­sche Spre­che­rin, Eva Vie­hoff, „An­statt mal ein rechts­si­che­res Ge­setz im Sin­ne der Kom­mu­nen und Ar­beit­neh­mer auf den Weg zu brin­gen, be­har­ken sich die Ko­ali­ti­ons­part­ner ge­gen­sei­tig. So wird das nichts“, sag­te sie.

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