Bus­un­ter­neh­men geht in die Of­fen­si­ve

Dis­se­ner Bus­un­ter­neh­men will Eil­an­trag stel­len: „Wir ha­ben nur ver­kehrs­si­che­re Bus­se“

Neue Osnabrucker Zeitung - Georgsmarienhutte, Bad Iburg, Hilter - - VORDERSEITE -

DISSEN. Per Eil­an­trag will sich das Dis­se­ner Bus­un­ter­neh­men Kett­ler ge­gen den Ent­zug der Er­laub­nis zur Per­so­nen­be­för­de­rung weh­ren. „Wir ha­ben nur ver­kehrs­si­che­re Bus­se“, sag­te Hans-Jo­chen Kett­ler, Va­ter des Fir­men­chefs, am Frei­tag un­se­rer Re­dak­ti­on. Der Land­kreis hat­te am Mitt­woch Kett­lers be­fris­te­te Ge­neh­mi­gung zur Per­so­nen­be­för­de­rung wi­der­ru­fen, nach­dem die Fir­ma di­ver­se Auf­la­gen er­neut nicht er­füllt ha­be, so ein Land­kreis­spre­cher. Kett­ler ver­si­chert in­des, al­le Auf­la­gen er­füllt zu ha­ben. Im Üb­ri­gen dür­fe das Un­ter­neh­men wei­ter­hin Schü­ler be­för­dern oder Kin­der in den Schwimm­un­ter­richt fah­ren, so Kett­ler se­ni­or. Der Ent­zug der Ge­neh­mi­gung sei den­noch exis­tenz­ge­fähr­dend, weil Rei­se­fahr­ten den Groß­teil des Ge­schäf­tes aus­ma­chen wür­den. Auf das Un­ter­neh­men, das vor Kur­zem in ei­nen neu­en Stand­ort in­ves­tiert hat, kä­men nun mas­si­ve Re­gress­for­de­run­gen von Rei­se­grup­pen zu.

Mit ei­nem Eil­an­trag will sich das Dis­se­ner Bus­un­ter­neh­men Kett­ler da­ge­gen weh­ren, dass ihm der Land­kreis die Er­laub­nis zur Per­so­nen­be­för­de­rung ent­zo­gen hat. Kett­ler geht in die Of­fen­si­ve: „Wir ha­ben nur ver­kehrs­si­che­re Om­ni­bus­se.“ Von Ste­fa­nie Adom­eit DISSEN. Auch die Auf­la­gen des Land­krei­ses ha­be das Un­ter­neh­men kon­se­quent er­füllt, be­teu­ert Hans-Jo­chen Kett­ler.

Er ar­bei­te halb­tags in der Fir­ma sei­nes Soh­nes Han­sChris­to­bal, die von der Maß­nah­me des Land­krei­ses be­trof­fen ist, und wol­le gleich ei­nes klar­stel­len: „Man hat uns nur die Ge­neh­mi­gung für ge­werb­li­che Son­der­fahr­ten ent­zo­gen, al­so für Bus­rei­sen nach Berlin oder Ko­pen­ha­gen.“Kin­der zum Schwim­men, Schü­ler zur Schu­le oder Be­hin­der­te zur Ar­beit dür­fe HCK Kett­ler wei­ter­hin be­för­dern.

Al­ler­dings bil­de­ten die Son­der­fahr­ten den Lö­wen­an­teil des Um­sat­zes für das Un­ter­neh­men mit 50 Mit­ar­bei­tern. Die Blo­cka­de durch den Land­kreis sei des­halb exis­tenz­ge­fähr­dend für die Fir­ma sei­nes Soh­nes. Des­halb wol­le sich die­ser mit al­len rechts­staat­li­chen Mit­teln da­ge­gen weh­ren. Ein An­walt sei be­reits be­auf­tragt, ei­nen Eil­an­trag beim Ver­wal­tungs­ge­richt zu stel­len.

Land­kreis­spre­cher Burk­hard Rie­pen­hoff sag­te Frei­tag­nach­mit­tag da­zu: „Es gibt tat­säch­lich ein paar klei­ne Aus­nah­men bei der Er­laub­nis. Uns geht es vor al­lem um das re­gu­lä­re Rei­se­ge­schäft.“ Vor dem Ent­zug der Er­laub­nis ha­be es zig An­hö­run­gen mit der Fir­ma HCK Kett­ler ge­ge­ben – lei­der er­folg­los.

Bis Di­ens­tag dürf­ten die Bus­se noch fah­ren, da­mit al­le Rei­se­grup­pen zu­rück­keh­ren kön­nen, er­klärt Hans-Jo­chen Kett­ler. „Al­le Fahr­ten da­nach ha­ben wir ab­ge­sagt, neue neh­men wir nicht an. Sie kön­nen sich vor­stel­len, wel­che Re­gress­for­de­run­gen auf uns war­ten.“Zum Haupt­ein­zugs­ge­biet der Kun­den sei in den letz­ten Jah­ren Nord­rhein-West­fa­len ge­wor­den.

Mit Ham­mer und Mei­ßel

Ver­ste­hen kön­ne er den Wi­der­ruf der Ge­neh­mi­gung durch den Land­kreis nicht: „Wir ha­ben im Ok­to­ber 2015 un­se­re Ge­neh­mi­gung un­ter Auf­la­gen er­hal­ten – und ich ver­si­che­re Ih­nen, dass mein Sohn al­le er­füllt hat“: Er ha­be Prüf­bü­cher vor­ge­legt, die Kurz-Checks vor je­der Fahrt do­ku­men­tie­ren las­sen, über Än­de­run­gen im Bus­be­stand in­for­miert.

Ge­gen ei­nen Po­li­zei­be­am­ten aus Berlin wol­le das Un­ter­neh­men mit ei­ner Straf­an­zei­ge vor­ge­hen. Der Kom­mis­sar ha­be sich mit Ham­mer und Mei­ßel un­ter ei­nen Kett­ler-Bus ge­legt und ein Loch in die Luft­lei­tung ge­schla­gen. Der Bus wur­de noch in Berlin von der Be­hör­de still­ge­legt.

Ge­nau die­ser Bus sei erst we­ni­ge Ta­ge zu­vor bei der GTÜ-Prüf­stel­le in Hal­le zum Si­cher­heits-Check ge­we­sen. Da sei al­les in Ord­nung ge­we­sen. Kett­ler: „Ein Bus wird doch nicht in vier Ta­gen zur Rui­ne.“

Er ha­be in der Ver­gan­gen­heit si­cher auch Feh­ler ge­macht. „Aber da­mit ha­ben mein Sohn und sein 2014 ge­grün­de­tes Un­ter­neh­men doch nichts zu tun“, ver­si­chert Hans-Jo­chen Kett­ler. Im Üb­ri­gen ha­be die Staats­an­walt­schaft Hamburg das Ver­fah­ren we­gen ei­nes aus­ge­brann­ten Kett­ler-Bus­ses ein­ge­stellt. We­der mensch­li­ches Ver­sa­gen noch ein tech­ni­scher De­fekt sei­en fest­ge­stellt wor­den. „Aber un­ser Ruf ist ka­putt“, zeigt sich Kett­ler se­ni­or re­si­gniert.

Vor we­ni­gen Jah­ren

ist Kett­ler von sei­nem Stamm­sitz in Bad Ro­then­fel­de in ei­nen Neu­bau im Dis­se­ner In­dus­trie­ge­biet um­ge­zo­gen. Fo­to: Micha­el Grün­del

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