Cl­in­ton greift Trump nach Wahl fron­tal an

Neue Osnabrucker Zeitung - Georgsmarienhutte, Bad Iburg, Hilter - - VORDERSEITE - Von Chris­ti­an Lang c.lang@noz.de

PHILADELPHIA. Hil­la­ry Cl­in­ton ist of­fi­zi­ell Prä­si­dent­schafts­kan­di­da­tin der USDe­mo­kra­ten und geht ge­gen Do­nald Trump ins Ren­nen um das Wei­ße Haus. Die frü­he­re Au­ßen­mi­nis­te­rin und First La­dy nahm am spä­ten Don­ners­tag­abend (Orts­zeit) bei ih­rer Re­de in Philadelphia die No­mi­nie­rung des Par­tei­tags der De­mo­kra­ten an. Cl­in­ton ist da­mit die ers­te Frau über­haupt, die von ei­ner der bei­den gro­ßen USPar­tei­en ins Ren­nen um das Wei­ße Haus ge­schickt wird. Cl­in­ton nutz­te ih­re Par­tei­tags­re­de in Philadelphia zu ei­nem Fron­tal­an­griff auf ih­ren re­pu­bli­ka­ni­schen Wi­der­sa­cher Do­nald Trump.

Die De­mo­kra­ten ha­ben auf ih­rem Par­tei­tag al­les ver­sucht, um Hil­la­ry Cl­in­ton als idea­le Wahl für das Prä­si­den­ten­amt zu sti­li­sie­ren. Die häu­fig kühl und be­rech­nend wir­ken­de Po­li­ti­ke­rin wur­de als lie­ben­de Ehe­frau, treu sor­gen­de Mut­ter und stand­fes­te Füh­rungs­fi­gur prä­sen­tiert, die sich dem ver­rück­ten Het­zer Trump ent­ge­gen­stel­len wür­de.

Ob die­se Wer­be­stra­te­gie der De­mo­kra­ten auf­geht, wird sich in den kom­men­den Mo­na­ten zei­gen. Doch die Ve­he­menz, mit der die De­mo­kra­ten die mensch­li- chen Zü­ge Cl­in­tons her­vor­he­ben, zeigt, wie be­sorgt die Par­tei um das Image ih­rer Kan­di­da­tin ist – und wie viel An­griffs­flä­che die 68Jäh­ri­ge bie­tet.

Au­ßer­halb der USA lässt sich häu­fig ein die Rea­li­tät ver­ein­fa­chen­des Schwar­zWeiß-Den­ken be­ob­ach­ten: Cl­in­ton ist die Gu­te, Trump der Bö­se. Doch Fakt ist: Die De­mo­kra­tin hat in ih­rer Ver­gan­gen­heit schon vie­le Feh­ler ge­macht. Es kommt nicht von un­ge­fähr, dass Um­fra­gen zu­fol­ge mehr als die Hälf­te der US-Bür­ger Cl­in­ton als nicht ver­trau­ens­wür­dig ein­stuft. Trump wird es sich nicht neh­men las­sen, die Un­zu­läng­lich­kei­ten sei­ner Kon­tra­hen­tin gründ­lich aus­zu­schlach­ten.

Die De­mo­kra­tin steckt in ei­nem Di­lem­ma: Ei­ner­seits muss sie den Ein­druck der Un­nah­bar­keit ver­lie­ren, um die Wäh­ler für sich zu ge­win­nen. An­de­rer­seits darf sie da­bei aber auch nicht un­glaub­wür­dig wir­ken.

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