Sö­der hält Mer­kel für blau­äu­gig

Neue Osnabrucker Zeitung - Georgsmarienhutte, Bad Iburg, Hilter - - POLITIK -

BERLIN/GMUND. In der CSU-Spit­ze regt sich Wi­der­stand ge­gen die Ana­ly­se von Bun­des­kanz­le­rin An­ge­la Mer­kel (CDU) zur Ter­ror­la­ge in Deutsch­land und Be­wäl­ti­gung der Flücht­lings­kri­se. „Mich per­sön­lich hat das ges­tern nicht über­zeugt“, sag­te Bay­erns Fi­nanz­mi­nis­ter Mar­kus Sö­der bei ei­ner Lan­des­ka­bi­netts­klau­sur am Te­gern­see. Er ha­be mehr er­war­tet. Die­se Mei­nung de­cke sich auch „ziem­lich“mit der von CSU-Chef und Mi­nis­ter­prä­si­dent Horst See­ho­fer.

Mer­kels Satz „Wir schaf­fen das“wer­de nicht rich­ti­ger, wenn sie ihn wie­der­ho­le, sag­te Sö­der und un­ter­stell­te der Kanz­le­rin in­di­rekt „Blau­äu­gig­keit“. Mer­kel hät­te bes­ser die Bot­schaft aus­sen­den sol­len: „Wir hel­fen, wir si­chern, wir ha­ben ver­stan­den“, sag­te er. Es sei ein „fun­da­men­ta­ler Feh­ler“ge­we­sen, Flücht­lin­ge zum Teil un­kon­trol­liert ins Land zu las­sen.

Ho­frei­ter: Chan­ce ver­tan

Grü­ne und Lin­ke be­klag­ten da­ge­gen, die Be­kämp­fung von Flucht­ur­sa­chen – Be­frie­dung von Kon­flik­ten, wirt­schaft­li­che Un­ter­stüt­zung von Staa­ten und Kli­ma­schutz – ver­kom­me zur hoh­len Phra­se. Grü­nen-Chef Cem Öz­de­mir sag­te, Mer­kel ha­be Ka­ta­stro­phen wie das „un­vor­stell­ba­re Elend“der Ein­kes­se­lung Hun­dert­tau­sen­der im sy­ri­schen Alep­po igno­riert. Frak­ti­ons­chef Anton Ho­frei­ter er­klär­te, die Kanz­le­rin ha­be „ei­ne wert­vol­le Chan­ce ver­tan, ih­ren po­li­ti­schen Kom­pass für die nächs­te Zeit of­fen­zu­le­gen“. Diet­mar Bartsch (Lin­ke) nann­te Mer­kels Pro­gramm „sehr, sehr va­ge“.

Mer­kel hat­te ei­nen Neun­Punk­te-Plan vor­ge­legt, der ei­ne Sen­kung der Hür­den für die Ab­schie­bung von Asyl­be­wer­bern, Vor­be­rei­tun­gen für Bun­des­wehr­ein­sät­ze im In­ne­ren bei gro­ßen Ter­ror­an­schlä­gen so­wie ei­ne Auf­sto­ckung der Si­cher­heits­kräf­te vor­sieht. Der Vi­ze-Chef der Al­ter­na­ti­ve für Deutsch­land, Alex­an­der Gau­land, sprach von ei­nem „Pla­ce­bo für Gut­gläu­bi­ge“und „Hohn für Op­fer“von An­schlä­gen.

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