Land stellt Straf­an­zei­ge we­gen Ge­heim­nis­ver­rats

Me­dien­be­rich­te über ge­plan­te Raz­zia in Hildesheim – In­nen­mi­nis­te­ri­um sucht In­for­ma­ti­ons­leck

Neue Osnabrucker Zeitung - Georgsmarienhutte, Bad Iburg, Hilter - - NORDWEST -

HILDESHEIM. Nach der vor­ab be­kannt ge­wor­de­nen Durch­su­chung bei ei­nem mut­maß­li­chen Sala­fis­ten­Ver­ein stellt Nie­der­sach­sens In­nen­mi­nis­te­ri­um Straf­an­zei­ge we­gen Ge­heim­nis­ver­rats. Der Vor­wurf lau­tet auf „Ver­let­zung des Di­enst­ge­heim­nis­ses und ei­ner be­son­de­ren Ge­heim­hal­tungs­pflicht“, die Er­mitt­lun­gen rich­ten sich ge­gen un­be­kannt. Der ent­spre­chen­de Schrift­satz wer­de der zu­stän­di­gen Staats­an­walt­schaft Han­no­ver zu­ge­stellt, sag­te ein Spre­cher am Frei­tag. „Wir ha­ben die­se An­zei­ge ge­stellt, weil die Maß­nah­me mas­siv ge­fähr­det wur­de“, be­ton­te er.

Die Durch­su­chung der Mo­schee des „Deutsch­spra­chi­gen Is­lam­krei­ses Hildesheim e. V.“(DIK) und meh­re­rer Woh­nun­gen von Vor­stän­den muss­te nach An­ga­ben von In­nen­mi­nis­ter Bo­ris Pis­to­ri­us am Mitt­woch über­eilt an­ge­gan­gen wer­den. Grund sei ein Me­dien­be­richt über die ge­plan­te Ak­ti­on ge­we­sen. Pis­to­ri­us geht da­von aus, dass „ir­gend­je­mand et­was durch­ge­steckt“hat. Wer als Amts­trä­ger Di­enst­ge­heim­nis­se ver­rät, muss laut Straf­ge­setz­buch mit ei­ner Frei­heits­stra­fe von bis zu drei Jah­ren oder ei­ner Geld­stra­fe rech­nen. Un­klar sei bis­her, ob das In­for­ma­ti­ons­leck im ei­ge­nen Hau­se, im po­li­ti­schen oder ju­ris­ti­schen Sek­tor zu su­chen sei.

Der DIK sei „ein bun­des­wei­ter Hots­pot der ra­di­ka­len Sala­fis­ten­sze­ne“, sag­te der SPD-Po­li­ti­ker. Zahl­rei­che Mo­schee-Be­su­cher sol­len nach Sy­ri­en und in den Irak aus­ge­reist sein, um sich der Ter­ror-Mi­liz Is­la­mi­scher Staat an­zu­schlie­ßen.

Bei der mo­na­te­lang vor­be­rei­te­ten Raz­zia mit rund 400 Be­am­ten wa­ren un­ter an­de­rem auch Dut­zen­de elek­tro­ni­scher Spei­cher­me­di­en be­schlag­nahmt wor­den. Ih­re Aus­wer­tung daue­re zu die­sem frü­he­ren Sta­di­um noch an, kon­kre­te An­halts­punk­te für straf­ba­re Hand­lun­gen ge­be es bis­her nicht.

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