Klas­se zei­gen am Gym­na­si­um

Da­nie­la Drö­scher im Gym­na­si­um Bad Iburg

Neue Osnabrucker Zeitung - Georgsmarienhutte, Bad Iburg, Hilter - - SÜDKREIS -

BAD IBURG „Zei­ge dei­ne Klas­se“: Im Rah­men der Rei­he Li­te­ra­tur Live am Gym­na­si­um Bad Iburg las jetzt Da­nie­la Drö­scher in der Ca­fe­te­ria des GBI aus ih­rem gleich­na­mi­gen Buch. Das Be­son­de­re an der Rei­he: Sie wird von Schü­lern des Gym­na­si­ums or­ga­ni­siert – die da­bei auch ih­re Klas­se zei­gen.

In ih­rem auf au­to­bio­gra­fi­schen Er­fah­run­gen be­ru­hen­den ak­tu­el­len Buch be­rich­tet die 1977 ge­bo­re­ne Drö­scher, wie El­tern und Her­kunft, aber na­tür­lich auch die Schu­le sie präg­ten.

Dank pas­sen­der De­ko­ra­ti­on und war­men Lichts hat­te die Ca­fe­te­ria des Gym­na­si­ums Bad Iburg an die­sem Don­ners­tag­abend nur we­nig Kan­ti­nen­cha­rak­ter: Die vier Stüh­le auf der Büh­ne wur­den zum ei­nen von der Au­to­rin selbst be­setzt, zum an­de­ren aber führ­ten drei Schü­lerin­nen ei­ner der zehn­ten Klas­sen durch die Le­sung. Die­se hat­ten sich schon im Vor­feld ge­mein­sam mit an­de­ren Mit­schü­lern aus dem Li­te­ra­tur­la­bor des Gym­na­si­ums und in Zu­sam­men­ar­beit mit Hau­ke Hück­städt, Lei­ter des Frank­fur­ter Li­te­ra­tur­hau­ses, auf die Le­sung vor­be­rei­tet und Fra­gen aus­ge­ar­bei­tet.

Wäh­rend ei­nes zwei­tä­gi­gen Work­shops hat­ten sich die Schü­ler in­ten­siv mit dem Buch Drö­schers be­schäf­tigt. Pro­fes­sio­nell wech­sel­ten sich die drei Schü­lerin­nen mit ih­ren Fra­gen zum Buch ab und dis­ku­tier­ten ge­mein­sam mit der Au­to­rin über ihr Werk. Die zahl­rei­chen Zu­hö­rer, die sich in der ge­müt­lich ar­ran­gier­ten Ca­fe­te­ria ver­sam­mel­ten, hat­ten am En­de eben­falls die Mög­lich­keit, der Au­to­rin Fra­gen zu ih­rem Buch zu stel­len.

Das au­to­bio­gra­fi­sche Werk, das im Sep­tem­ber 2018 er­schie­nen ist, han­delt von Drö­schers ei­ge­nen Le­bens­er­fah­run­gen, ih­rer so­zia­len Her­kunft, ih­rem Dia­lekt und der Klein­bür­ger­lich­keit ih­rer El­tern. Sie er­zählt da­von, wie die ei­ge­ne Per­sön­lich­keit ge­prägt wur­de und was dies aus heu­ti­ger Sicht mit ihr ge­macht ha­be.

Der Ti­tel des Bu­ches ist „in der Tat ein sehr lau­ter Ti­tel für ein sehr lei­ses Buch“, so Drö­scher, die da­mit auf ei­nen Klas­sen­be­griff hin­deu­tet, der ei­gent­lich schon längst aus­ge­dient hat.

Aus ih­rer sub­jek­ti­ven Per­spek­ti­ve be­leuch­tet Drö­scher in dem Buch, wie die Klas­sen­zu­ge­hö­rig­keit das ei­ge­ne Selbst­bild und das ge­sell­schaft­li­che Mit­ein­an­der bis heu­te prägt, aber auch, mit wie viel Scham der Be­griff noch im­mer be­setzt ist. Und das, ob­wohl es viel an­stren­gen­der sei, die Her­kunft zu ver­leug­nen, als da­von zu er­zäh­len, so Drö­scher.

Fo­to: The­re­sa Ber­le­kamp

(rechts) stell­te sich den Fra­gen der Schü­ler.

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