Wer wirk­lich den Wan­del dik­tiert

Neue Osnabrucker Zeitung - Hagen, Hasbergen - - POLITIK - Von Dirk Fis­ser

Die Qua­li­tät und nicht län­ger der nied­rigs­te Preis soll künf­tig dar­über ent­schei­den, was der Ver­brau­cher im Su­per­markt kauft. Ein lo­bens­wer­tes Ziel des Bun­des­agrar­mi­nis­ters! Das so­ge­nann­te Grün­buch ent­hält vie­le gu­te An­sät­ze, wie die­ser ge­sell­schaft­li­che Wer­te­wan­del hin zu hö­he­rer Wert­schät­zung für Le­bens­mit­tel ge­lin­gen kann.

Al­ler­dings sind die da­mit ver­bun­de­nen An­sät­ze teils seit Jah­ren be­kannt. Für Ab­sichts­er­klä­run­gen ist es aber viel­fach schon zu spät. Denn Takt­ge­ber der Ve­rän­de­rung sind zu­neh­mend nicht mehr Land­wir­te oder Po­li­tik, son­dern ist der Han­del. Er dik­tiert, was Milch­kü­he fres­sen. Oder dass Eber nicht mehr kas­triert wer­den. Es ist ei­ne Fra­ge der Zeit, bis der ers­te Han­dels­kon­zern nur noch Eier von Le­ge­hen­nen ak­zep­tiert, de­ren Brü­der nicht ver­gast wor­den sind.

Da­mit ist die Ab­wehr­stra­te­gie der Agrar­bran­che hin­fäl­lig, wo­nach nur ein klei­ner Zir­kel aus grü­ner Op­po­si­ti­ons­par­tei, Nicht­re­gie­rungs­or­ga­ni­sa­tio­nen und Me­di­en Be­din­gun­gen kri­ti­siert, die ei­gent­lich die welt­bes­ten sei­en und den schnäpp­chen­fo­kus­sier­ten Ver­brau­cher oh­ne­hin nicht in­ter­es­sier­ten. Es mag zum Teil stim­men, aber das nützt nichts, wenn der Han­del Tier­wohl neu de­fi­niert und An­for­de­run­gen stellt.

Dar­um gilt: Wer nicht Op­fer ei­nes fremd­ge­lenk­ten Wan­dels wer­den will, muss selbst han­deln. Und zwar schnel­ler als bis­her.

d.fis­ser@noz.de

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