Welt­wirt­schafts­fo­rum warnt vor En­de der EU

Di­rek­tor Rös­ler über Eu­ro­pa und Russ­land, Frei­han­del, Bil­dung und die AfD

Neue Osnabrucker Zeitung - Hagen, Hasbergen - - EINBLICKE - Von Burk­hard Ewert

Phil­ipp Rös­ler war Vi­ze­kanz­ler, FDP-Bun­des­vor­sit­zen­der, Wirt­schafts­und Ge­sund­heits­mi­nis­ter, Frak­ti­ons­vor­sit­zen­der und Lan­des­chef der Li­be­ra­len in Nie­der­sach­sen – so­wie viet­na­me­si­sches Kriegs­wai­sen­kind. Nach der Nie­der­la­ge sei­ner Par­tei bei der Bun­des­tags­wahl 2013 wech­sel­te der 43-Jäh­ri­ge als Vor­stand und Ma­na­ging Di­rec­tor – kurz: als Chef – zum Welt­wirt­schafts­fo­rum in Genf. Ein Wie­der­se­hen. Herr Rös­ler, in zwei Wo­chen emp­fan­gen Sie wie­der die Rei­chen und Mäch­ti­gen beim Welt­wirt­schafts­fo­rum in Da­vos. Was wer­den die zen­tra­len The­men sein?

Oh, wir emp­fan­gen nicht nur Rei­che und Mäch­ti­ge, son­dern auch Ver­tre­ter vie­ler zi­vil­ge­sell­schaft­li­cher Or­ga­ni­sa­tio­nen. Wirt­schaft und Po­li­tik ma­chen nur et­wa die Hälf­te der Gäs­te aus. Aber zu Ih­rer Fra­ge: Un­ser Leit­the­ma lau­tet „Re­s­pon­sive and Re­s­pon­si­ble Le­a­dership“, al­so re­agie­ren­de und ver­ant­wor­tungs­vol­le Füh­rung. Wir ha­ben fünf in­halt­li­che Säu­len, ein­mal die vier­te in­dus­tri­el­le Re­vo­lu­ti­on, dann als Zwei­tes die Fra­ge: Wie re­agie­ren wir auf nied­ri­ges Wachs­tum für län­ge­re Zeit? Dann auch: Re­form der Markt­wirt­schaft so­wie glo­ba­le Zu­sam­men­ar­beit und Iden­ti­tät, zum Bei­spiel die Fra­ge, wie die EU nach ei­nem neu­en Sinn sucht.

Zur Vor­be­rei­tung rei­sen Sie rund um die Welt – wel­cher Blick auf Eu­ro­pa be­geg­net Ih­nen?

Eu­ro­pas An­se­hen ist nach wie vor groß, hat aber ge­lit­ten. Der un­ter­schied­li­che Um­gang mit Flücht­lin­gen und Groß­bri­tan­ni­ens Aus­schei­den aus der EU ha­ben Spu­ren hin­ter­las­sen. Aber, wenn ich mir das er­lau­ben darf: Spe­zi­ell Deutsch­land ge­nießt wei­ter­hin ex­trem ho­hes An­se­hen. Selbst wenn ich be­to­ne, dass ich ei­ne in­ter­na­tio­na­le Or­ga­ni­sa­ti­on ver­tre­te, wer­den mir re­gel­mä­ßig spe­zi­fi­sche Fra­gen nach Deutsch­land ge­stellt.

Wie fällt ein Ver­gleich mit Chi­na oder Süd­ost­asi­en aus? Sind die Eu­ro­pä­er in ih­rem Ko­kon ge­fan­gen und zu trä­ge für glo­ba­le Trends?

Die Welt be­wegt sich wahn­sin­nig schnell. Man ist sich nicht im­mer ganz si­cher, ob Eu­ro­pa da Schritt hält oder auch Schritt hal­ten will. Ein ge­mein­sa­mer Blick und die ge­mein­sa­me Po­si­tio­nie­rung fin­den nicht statt, und wenn, wer­den sie nicht wahr­ge­nom­men. Die EU-Kom­mis­si­on möch­te bei­spiels­wei­se ei­ne be­son­de­re Part­ner­schaft mit Chi­na pfle­gen. Das hat auch ganz gut an­ge­fan­gen – aber wer weiß schon da­von au­ßer­halb von Brüssel?

Trotz­dem schnei­den eu­ro­päi­sche Län­der in Ih­rem Fo­rums-In­dex der glo­ba­len Wett­be­werbs­fä­hig­keit sehr gut ab. Die Schweiz vor­ne, Deutsch­land, Schwe­den und Groß­bri­tan­ni­en kurz da­hin­ter – wie er­klärt sich das?

Auch wenn die EU nicht als Gan­zes in der Öf­fent­lich­keit und der Welt auf­tritt, so tun es doch die ein­zel­nen Staa­ten. Sie se­hen die glo­ba­le Wett­be­werbs­si­tua­ti­on und stel­len sich dar­auf ein. Da wird viel ge­macht, nur eben na­tio­nal und nicht eu­ro­pä­isch.

Ist die Not noch nicht groß ge­nug?

Es ist je­den­falls so: Wenn die Län­der so wei­ter­ma­chen, wird die groß­ar­ti­ge Idee Eu­ro­pa ver­schwin­den. Ich fra­ge mich, ob das nicht ge­se­hen wird. Die Fra­ge der Wäh­rung, der bri­ti­sche Aus­tritt, an­de­re Strei­tig­kei­ten, der Um­gang mit Flücht­lin­gen – in glo­ba­ler Re­la­ti­on und his­to­ri­scher Di­men­si­on sind das letzt­lich nur klei­ne Pro­ble­me im Ver­gleich zur Be­deu­tung und Leis­tung der eu­ro­päi­schen In­te­gra­ti­on.

Ist die EU ge­schei­tert?

Nein, auf kei­nen Fall. Aber rich­tig ist: So, wie man es bis­her ge­hal­ten hat, näm­lich zu sa­gen, wir ha­ben ei­ne tol­le EU, das Pro­blem ist al­lein, die Leu­te ver­ste­hen das nicht – das wird nicht ge­nü­gen. Es muss wie­der ei­ne Vi­si­on ent­ste­hen, ein Wir-Ge­fühl. Au­ßer­dem ist es in den gan­zen Jahr­zehn­ten nicht ge­schafft wor­den, ei­ne eu­ro­päi­sche Öf­fent­lich­keit her­zu­stel­len. So­lan­ge die fehlt, gibt es kei­ne hin­rei­chen­de Kon­trol­le der Gre­mi­en oder zu­min­dest kei­ne hin­rei­chen­de Wahr­neh­mung die­ser Kon­trol­le und da­mit ein De­fi­zit an Le­gi­ti­mi­tät.

Was folgt aus dem bri­ti­schen Aus­tritt – oder folgt der über­haupt?

Es kommt dar­auf an, wie die Ak­teu­re mit der La­ge um­ge­hen. Zu sa­gen: Ich er­klä­re den Aus­tritt, und dann auf der an­de­ren Sei­te zu sa­gen: Dann wer­det ihr jetzt har­te Ver­hand­lun­gen er­le­ben – das kann man ma­chen. Aber bes­ser wä­re es, bei­de Sei­ten ver­such­ten, ei­nen ele­gan­te­ren Weg zu fin­den. Ich glau­be, dass am En­de Kom­pro­mis­se mög­lich sind. Per­sön­lich wün­sche ich mir, dass sie ge­fun­den wer­den.

Wie in­ter­pre­tie­ren Sie den Kon­flikt mit Russ­land?

Die his­to­ri­schen Er­eig­nis­se An­fang der 90er-Jah­re wur­den als bahn­bre­chen­des Ge­schenk ein­fach nur hin­ge­nom­men, oh­ne dar­über nach­zu­den­ken, was dar­aus lang­fris­tig fol­gen kann und fol­gen muss. Dass ei­ne dau­er­haf­te Ver­stän­di­gung auf dem eu­ro­päi­schen Kon­ti­nent und al­so mit Russ­land ers­tens not­wen­dig und zwei­tens, vor al­len Din­gen, Sa­che der Eu­ro­pä­er und nicht der Ame­ri­ka­ner ist, hät­te man eher wahr­neh­men und dann auch sei­ne Po­li­tik da­nach aus­rich­ten müs­sen.

Heißt: Es hät­te zur Ukrai­ne-Kri­se nie­mals kom­men dür­fen?

Weit da­vor hät­te man sich in den eu­ro­päi­schen Haupt­städ­ten fra­gen müs­sen: Erst die Öff­nung, dann der Zer­fall der So­wjet­uni­on – was be­deu­tet das für die Zu­kunft des Kon­ti­nents?

Wie soll das west­li­che Eu­ro­pa mit ei­nem nach wie vor un­ge­mein star­ken und wich­ti­gen Land um­ge­hen? Die­se Fra­ge ist nie ge­klärt wor­den. Heu­te se­hen wir, wel­che Kon­flik­te aus die­sem Ver­säum­nis er­wach­sen konn­ten.

Was müss­te jetzt ge­sche­hen?

Es wä­re an der Zeit, bei­der­seits kla­re Si­gna­le aus­zu­sen­den, wie man sich für die Zu­kunft das Ver­hält­nis zwi­schen der EU und Russ­land und al­len an­de­ren Staa­ten wünscht, die da­von be­trof­fen sind. Da­bei müss­te deut­lich ge­macht wer­den, dass das Le­ben in Eu­ro­pa nur ge­mein­sam und nicht ge­gen­ein­an­der funk­tio­nie­ren kann. Ein Neu­start in die­ser jetzt so ver­fah­re­nen Si­tua­ti­on wä­re wich­tig für Eu­ro­pa. Auch für Sy­ri­en könn­te dies neue Im­pul­se brin­gen.

Sank­tio­nen hel­fen oder scha­den da­bei?

Wie so häu­fig se­hen wir, dass bei Sank­tio­nen im­mer die­je­ni­gen ge­trof­fen wer­den, die am we­nigs­ten da­für kön­nen. Es trifft die Schwächs­ten und Ärms­ten und dar­über hin­aus die ei­ge­ne Wirt­schaft. Wer in ei­ner Füh­rungs­po­si­ti­on ist, spürt die Sank­tio­nen zu­letzt. Der Zu­sam­men­hang zwi­schen der Ak­zep­tanz ei­ner Re­gie­rung und schlech­te­ren Le­bens­be­din­gun­gen der Be­völ­ke­rung als Fol­ge von Sank­tio­nen ist nur sehr mit­tel­bar.

Wenn er sich über­haupt zeigt, ver­ge­hen bis da­hin vie­le Jah­re. Als po­li­ti­sches Mit­tel sind Sank­tio­nen eher un­ge­eig­net.

Trans­at­lan­tisch ist eben­falls der Wurm drin – wie wich­tig sind Frei­han­dels­ab­kom­men wie Ce­ta und TTIP?

Ich ver­ste­he die Be­den­ken, sa­ge aber klar: Ob­jek­tiv hat ge­ra­de Deutsch­land im­mer vom Grund­prin­zip des frei­en Welt­han­dels pro­fi­tiert. Of­fe­ne Märk­te, frei­er Han­del und fai­rer Wett­be­werb – wenn die­se drei Din­ge ge­ge­ben sind, hat es Vor­tei­le für al­le Par­tei­en. Oh­ne Ab­kom­men wie TTIP dro­hen mit­tel­fris­tig be­trächt­li­che Nach­tei­le für bei­de Sei­ten.

Um ein ganz an­de­res The­ma an­zu­spre­chen: Sie wa­ren ne­ben Gui­do Wes­ter­wel­le

Ei­ne Rück­kehr nach Deutsch­land plant Phil­ipp Rös­ler

und Chris­ti­an Wul­ff ei­ner der ers­ten Fäl­le, in de­nen sich po­li­ti­sche und per­sön­li­che Kri­tik durch so­zia­le Me­di­en in ei­nem ver­nich­ten­den Aus­maß po­ten­ziert hat. Wie geht es Ih­nen heu­te, und wie se­hen Sie es im Rück­blick?

Mir geht es in­zwi­schen her­vor­ra­gend – glück­li­cher­wei­se. Ge­blie­ben ist aber, dass ich mich im Um­gang mit Me­di­en sehr zu­rück­hal­te. Un­ab­hän­gig von mir muss man sa­gen, dass die An­ony­mi­tät die Hemm­schwel­le ge­ra­de in den so­zia­len Me­di­en al­len und al­lem ge­gen­über lei­der be­trächt­lich hat sin­ken las­sen.

Aus die­ser Be­ob­ach­tung und der ei­ge­nen Er­fah­rung her­aus, wün­schen Sie sich ei­ne stär­ke­re Kon­trol­le von Cy­ber­mob­bing und Hass­kom­men­ta­ren?

We­ni­ger Hass­kom­men­ta­re wür­de sich je­der wün­schen. Das „Wie“ist aber nicht ganz tri­vi­al. Die Mit­tel, den Hass in den Fo­ren und so­zia­len Net­zen zu re­du­zie­ren, sind sehr be­grenzt.

Gilt das für den Ein­fluss auf an­de­re Tei­le der di­gi­ta­len Wirt­schaft eben­falls? Mit an­de­ren Wor­ten, sind glo­ba­le Rie­sen der di­gi­ta­len Wirt­schaft wie Ama­zon, App­le und die Goo­gleMut­ter Al­pha­bet über­haupt noch kon­trol­lier­bar durch die Po­li­tik?

Ich bin groß ge­wor­den mit der Über­zeu­gung, dass das Pri­mat der Po­li­tik gilt. Wir ha­ben im­mer wie­der ge­se­hen, das schärfs­te Schwert für Staa­ten ge­gen­über un­ter­neh­me­ri­scher Über­macht ist ein gu­tes, fai­res Kar­tell­recht.

Wo zum Bei­spiel ha­ben wir das ge­se­hen?

Wir ha­ben es zum Bei­spiel bei Mi­cro­soft ge­se­hen. Sie er­in­nern sich, frü­her wur­den Com­pu­ter au­to­ma­tisch mit dem Mi­cro­soft-Be­triebs­sys­tem Win­dows ver­kauft. Das hat man un­ter­sagt und war ein gro­ßer Ein­schnitt, da­mals so­gar ver­bun­den mit dem Hin­weis, dass als nächs­ter Schritt die Zer­schla­gung mög­lich wä­re. Über­mä­ßi­ge Markt­macht ge­hört im Sin­ne der so­zia­len Markt­wirt­schaft klug re­gu­liert. Das wür­de im Zwei­fel auch Goog­le, Ama­zon oder Face­book be­tref­fen.

Wirk­lich? Wä­re das heu­te mit Blick auf die ge­nann­ten Kon­zer­ne noch denk­bar?

Schon rich­tig, ein glo­ba­les Kar­tell­recht gibt es nicht. Das wird im­mer wie­der dis­ku­tiert, aber da muss man rea­lis­tisch sein: So we­nig wie wir noch zu mul­ti­la­te­ra­len Han­dels­ab­kom­men kom­men, so we­nig wer­den wir ei­nes Ta­ges ein glo­ba­les Kar­tell­rechts­ab­kom­men ha­ben. Trotz­dem müs­sen sich die Staa­ten über­le­gen, wie sie mit ei­ner sol­chen Macht­an­samm­lung um­ge­hen. Aber auch na­tio­na­le oder eu­ro­päi­sche Schrit­te kön­nen für den Schutz von Da­ten oder des fai­ren Wett­be­werbs sehr wirk­sam sein.

Das Welt­wirt­schafts­fo­rum er­war­tet auch ab­seits die­ser Ele­fan­ten ei­ne ra­pi­de Di­gi­ta­li­sie­rung der Ar­beits­welt mit Mil­lio­nen ent­fal­len­der Stel­len, die nicht kom­plett kom­pen­siert wer­den dürf­ten. Was be­deu­tet das für Deutsch­land?

Wan­del gab es schon im­mer und im­mer auch die Sor­ge, dass Tech­nik den Men­schen ver­drängt. Die gu­te Nach­richt ist: Bis­her sind am En­de im­mer mehr Ar­beits­plät­ze ent­stan­den, als ent­fal­len sind.

Bis­her ja, aber Ih­re Stu­di­en sa­gen ja selbst: dies­mal nicht. Fünf Mil­lio­nen Stel­len könn­ten ent­fal­len.

Kurz­fris­tig ja, denn die Ge­schwin­dig­keit der Ve­rän­de­rung hat zu­ge­nom­men. Wäh­rend man frü­her im Lau­fe sei­nes Ar­beits­le­bens viel­leicht ei­nen grö­ße­ren Wech­sel er­lebt hat, se­hen wir jetzt drei, vier, fünf oder noch mehr. Je­der braucht die Be­reit­schaft zur Fle­xi­bi­li­tät. Re­le­vant ist das auch für die Bil­dung: Wir re­den seit Jahr­zehn­ten über Mo­du­la­ri­tät – jetzt wird es ernst. Frü­her war ich mit den Kam­mern für die Be­rufs­bil­dung in Deutsch­land zu­stän­dig. Da gibt es vie­le Hun­dert Aus­bil­dungs­be­ru­fe, wun­der­bar, aber: Da muss man sich die Fra­ge stel­len, ob das in die­ser Brei­te noch sinn­voll ist und ob es nicht klü­ger wä­re, Mo­du­le zu ler­nen, um sich erst spä­ter zu spe­zia­li­sie­ren.

Al­so das En­de der klas­si­schen dua­len Be­rufs­aus­bil­dung?

Nein, das geht auch im Rah­men der dua­len Aus­bil­dung. De­ren gro­ße und welt­weit an­er­kann­te Stär­ke ist nach wie vor, dass sie ei­ne theo­re­ti­sche Aus­bil­dung in der Schu­le mit all­tags­ori­en­tier­ter Pra­xis im Un­ter­neh­men ver­zahnt. Das ist ein un­schlag­ba­res Re­zept für ei­ne nied­ri­ge Ju­gend­ar­beits­lo­sig­keit, darf ja aber nicht hei­ßen, dass man nicht auch die­se Aus­bil­dungs­gän­ge an die An­for­der­nis­se der Zeit an­pas­sen soll­te. Ei­ne zu spe­zi­fi­sche Spe­zia­li­sie­rung scha­det auf Dau­er. Nö­tig ist viel­mehr ein Kon­sens über Gr­und­fer­tig­kei­ten, die je­der braucht, um Spe­zi­al­kennt­nis­se auf­zu­set­zen, die dann wie­der­um er­setz­bar sein müs­sen, um sich je nach tech­ni­scher Ent­wick­lung zu ver­än­dern. Das könn­te ei­ne Mög­lich­keit sein, da­mit sich der Ent­fall von Ar­beits­plät­zen nicht so gra­vie­rend aus­wirkt, wie es an­dern­falls zu be­fürch­ten wä­re.

Zum Schluss: Sie sind seit gut drei Jah­ren raus aus dem deut­schen Po­li­tik­be­trieb. Wie hat sich Ih­re Sicht auf ihn ver­än­dert?

Die we­sent­lichs­te Ve­rän­de­rung ist die­se: Als ich noch ak­tiv war, ent­stand die AfD ge­ra­de erst – das al­ler­dings mit voll­stän­dig an­de­ren Leu­ten und The­men. Da­mals gab es Bernd Lu­cke, und es ging um die Wäh­rungs­sta­bi­li­tät. In­zwi­schen ist klar: Die AfD hat sich zu ei­ner rechts­po­pu­lis­ti­schen Par­tei mit ei­nem er­heb­li­chen Stim­men­po­ten­zi­al ent­wi­ckelt, was Deutsch­land scha­det und mich trau­rig stimmt. Es mag ja sein, dass es sol­che Grup­pie­run­gen auch in an­de­ren Staa­ten der Welt gibt. Den­noch ist es be­son­ders be­denk­lich, wenn ei­ne rechts­po­pu­lis­ti­sche Par­tei aus­ge­rech­net in Deutsch­land Er­folg hat.

Was fällt Ih­nen mit Blick auf an­de­re Par­tei­en auf ?

Ich se­he mit Freu­de, dass es der FDP als nach wie vor mei­ner Par­tei deut­lich bes­ser geht und sie er­folg­rei­che Wah­len ab­sol­viert hat.

„Ge­ra­de Deutsch­land hat im­mer vom Prin­zip des frei­en Welt­han­dels pro­fi­tiert“

Kön­nen Sie sich vor­stel­len, in die deut­sche Po­li­tik zu­rück­zu­keh­ren?

Nein, ich le­be voll und ganz in der Schweiz, bin da glück­lich und möch­te dort nach Mög­lich­keit auch sehr ger­ne blei­ben.

„Le­be voll und ganz in der Schweiz“: nicht.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.