Ein Mann der Tat

An­tó­nio Gu­ter­res wird UN-Ge­ne­ral­se­kre­tär

Neue Osnabrucker Zeitung - Hagen, Hasbergen - - POLITIK -

NEW YORK. Auf die­se Po­si­ti­on hat An­tó­nio Gu­ter­res lan­ge hin­ge­ar­bei­tet, zu­erst im Stil­len, dann mit of­fe­nem Vi­sier: Ge­ne­ral­se­kre­tär der Ver­ein­ten Na­tio­nen. Am 1. Ja­nu­ar wird der frü­he­re por­tu­gie­si­sche Pre­mier und ehe­ma­li­ge UN-Hoch­kom­mis­sar für Flücht­lin­ge den Top­job bei der Wel­t­or­ga­ni­sa­ti­on über­neh­men. Bei sei­ner Ve­rei­di­gung Mit­te De­zem­ber gab Gu­ter­res sei­ne Pa­ro­le aus: „Die Ver­ein­ten Na­tio­nen müs­sen flin­ker, ef­fi­zi­en­ter und ef­fek­ti­ver wer­den.“Die schwer­fäl­li­ge Wel­t­or­ga­ni­sa­ti­on müs­se sich mehr um die „Men­schen und we­ni­ger um Bü­ro­kra­tie küm­mern“.

Mit der Wahl des 67-Jäh­ri­gen set­zen die UN-Mit­glieds­län­der kla­re Zei­chen: Sie ver­trau­en den wich­tigs­ten UNPos­ten ei­nem Po­lit­pro­fi an. Sie wol­len in­mit­ten der schlimms­ten Ver­trie­be­nen­kri­se seit dem Zwei­ten Welt­krieg ei­nen Fach­mann für die kom­ple­xen Flücht­lings­fra­gen an der UNSpit­ze se­hen. Und sie de­mons­trie­ren sel­te­ne Ei­nig­keit. Russ­lands UN-Bot­schaf­ter Wi­ta­li Tschur­kin nann­te die No­mi­nie­rung von Gu­ter­res „historisch“, Sa­man­tha Po­wer, USBot­schaf­te­rin bei den UN, be­ton­te, dass die Groß­mäch­te un­ein­ge­schränkt „hin­ter der Wahl“stün­den. Der Prä­si­dent der UN-Voll­ver­samm­lung, Pe­ter Thom­son, lob­te Gu­ter­res als Mann der Tat.

Gu­ter­res, von 1995 bis 2002 Pre­mier­mi­nis­ter Por­tu­gals und ehe­ma­li­ger Prä­si­dent der So­zia­lis­ti­schen In­ter­na­tio­na­le, wird den Süd­ko­rea­ner Ban Ki Moon ab­lö­sen. Die Amts­zeit be­trägt fünf Jah­re mit der Op­ti­on auf ei­ne Wie­der­wahl. Der stu­dier­te Elek­tro­tech­ni­ker Gu­ter­res wird ein schwe­res Er­be an­tre­ten. Die Ver­ein­ten Na­tio­nen konn­ten in den ver­gan­ge­nen Jah­ren ih­rer wich­tigs­ten Auf­ga­be, Sta­bi­li­tät und Frie­den in die Welt zu brin­gen, nicht ge­recht wer­den. Gu­ter­res muss sich vor al­len mit den Schwer­ge­wich­ten USA, Chi­na und Russ­land ar­ran­gie­ren.

Fo­to: dpa

An­tó­nio Gu­ter­res

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