Das Lei­den geht wei­ter

Neue Osnabrucker Zeitung - Hagen, Hasbergen - - POLITIK - Von Ste­fa­nie Wit­te

Mil­lio­nen Kin­der im Je­men lei­den un­ter Krieg und Hun­ger – was für ein Ar­muts­zeug­nis für die Welt­ge­mein­schaft. Wäh­rend al­le auf Sy­ri­en schau­en, ge­rät der Krieg im Je­men zwi­schen zer­fal­le­ner Staats­macht und Hut­hiRe­bel­len in Ver­ges­sen­heit. Das Lei­den aber geht wei­ter.

Si­cher – Sy­ri­en liegt uns in Eu­ro­pa we­sent­lich nä­her. Nicht nur weil das Land durch sei­ne stra­te­gisch wich­ti­ge La­ge zwi­schen Tür­kei, Irak und Is­ra­el weit oben auf der Agen­da je­des Au­ßen­mi­nis­te­ri­ums steht. Son­dern auch weil wir die Aus­wir­kun­gen des Krie­ges durch Flücht­lin­ge, die zu uns kom­men, je­den Tag selbst spü­ren. Wer das Leid in Sy­ri­en be­klagt, kann je­doch auch den Je­men nicht igno­rie­ren. Es darf nicht die ein­zi­ge Hoff­nung sein, dass den Geld­ge­bern die­ses Krie­ges – Sau­diA­ra­bi­en und Iran – ir­gend­wann das Geld aus­geht. Po­li­tisch et­was zu än­dern wird schwie­rig, zu­mal sich Sau­di-Ara­bi­en auf ei­ne brei­te Ko­ali­ti­on ver­las­sen kann, der auch Ägyp­ten und Ka­tar an­ge­hö­ren und die von den USA und Groß­bri­tan­ni­en un­ter­stützt wird. Aber selbst wenn ei­ne Lö­sung des Kon­flik­tes schwie­rig bis aus­sichts­los ist – die Ver­ein­ten Na­tio­nen sind drin­gend auf Gel­der zur hu­ma­ni­tä­ren Hil­fe an­ge­wie­sen. Die aber blei­ben aus. Höchs­te Zeit al­so, den Je­men end­lich wie­der auf die in­ter­na­tio­na­le Ta­ges­ord­nung zu set­zen.

s.wit­te@noz.de

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.