Kei­ne gu­te Straf­ak­ti­on

Neue Osnabrucker Zeitung - Hagen, Hasbergen - - POLITIK - Von Micha­el Cla­sen

Es wä­re bes­ser, der aus dem Amt schei­den­de US-Prä­si­dent Ba­rack Oba­ma schli­che sich so un­auf­fäl­lig wie mög­lich aus dem Wei­ßen Haus. Statt Do­nald Trump ei­ne rei­bungs­lo­se Macht­über­nah­me zu er­mög­li­chen, der ver­nünf­ti­ger­wei­se das an­ge­schla­ge­ne Ver­hält­nis zu Russ­land re­pa­rie­ren will, agiert Oba­ma, als wol­le er noch ei­nen Kal­ten Krieg vom Zaun bre­chen.

Dem künf­ti­gen US-Prä­si­den­ten sol­che Fel­sen in den Weg zu wer­fen zeugt von Re­spekt­lo­sig­keit ge­gen­über den Wäh­lern. Und po­li­tisch ist Oba­mas Ent­schei­dung grund­falsch, we­gen an­geb­li­cher Ha­cker­an­grif­fe 35 rus­si­sche Agen­ten aus­zu­wei­sen. Das be­ein­druckt ei­nen Macht­po­li­ti­ker wie Wla­di­mir Pu­tin so sehr wie ein al­ter Schoß­hund, der vor der Kreml-Mau­er jault.

Ge­nüss­lich schlach­tet Pu­tin Oba­mas Straf­ak­ti­on aus, in­dem er auf Ver­gel­tungs­maß­nah­men ver­zich­tet und statt­des­sen die Kin­der von US-Di­plo­ma­ten zur Sil­ves­ter­fei­er ein­lädt. Man muss kein Pu­tin-Freund sein, um fest­zu­stel­len: Das hat Stil.

Zu­mal er es kurz vor Neu­jahr ge­schafft hat, im Bür­ger­kriegs­land Sy­ri­en ei­nen Waf­fen­still­stand aus­zu­han­deln. Ei­nen sol­chen au­ßen­po­li­ti­schen Er­folg hat Oba­ma in sei­ner ge­sam­ten acht­jäh­ri­gen Amts­zeit nicht er­zielt.

m.cla­sen@noz.de

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