Ca­ri­tas-Gre­mi­um 2017 mit neu­er Be­set­zung

Bi­lanz und Aus­blick der Re­gio­nal­kom­mis­si­on Nord

Neue Osnabrucker Zeitung - Hagen, Hasbergen - - NORDWEST - Von Ste­fa­nie Wit­te

OSNABRÜCK. In der Re­gio­nal­kom­mis­si­on Nord der Ca­ri­tas ver­han­deln An­ge­stell­te und Ar­beit­neh­mer dar­über, was die 40 000 Mit­ar­bei­ter in Nie­der­sach­sen und Bre­men ver­die­nen. Al­le vier Jah­re wer­den die Ver­tre­ter bei­der Sei­ten ge­wählt. 2017 be­ginnt ei­ne neue Amts­zeit. Was ist gut ge­lau­fen, und wel­che Pro­ble­me gibt es? Bi­lanz und Aus­blick von zwei Kom­mis­si­ons­mit­glie­dern.

Al­f­red Sli­win­ski hat in den ver­gan­ge­nen Jah­ren für die Ar­beit­neh­mer um Ge­halt und Ar­beits­be­din­gun­gen ge­strit­ten. 2016 en­det sei­ne Amts­zeit. Heu­te freut er sich vor al­lem über Er­fol­ge: „Die Ar­beit­ge­ber in Nie­der­sach­sen wa­ren lan­ge der Auf­fas­sung, dass die De­fi­zi­te zwi­schen Ta­rif­löh­nen und Re­fi­nan­zie­rung der Ein­rich­tun­gen von den Be­schäf­tig­ten aus­ge­gli­chen wer­den kön­nen.“Die­ses Pro­blem sei ge­löst wor­den – durch Ge­set­zes­än­de­run­gen und grö­ße­ren Druck auf die Ar­beit­ge­ber. Am Ver­hand­lungs­tisch

rin­gen Ar­beit­ge­ber und Ar­beit­neh­mer um die Löh­ne.

saß Sli­win­ski Wer­ner Neg­wer ge­gen­über. Der Jus­ti­zi­ar ist Spre­cher der Ar­beit­ge­ber­sei­te. Auch er stellt fest, die Si­tua­ti­on ha­be sich „ten­den­zi­ell ge­bes­sert“. Das Pro­blem sei­en je­doch nicht die Ar­beit­ge­ber, son­dern die ge­setz­li­chen Rah­men­be­din­gun­gen ge­we­sen. Ver­ein­facht ge­sagt: Wenn ein Al­ten­heim Ta­rif­lohn zah­len soll­te, die­sen aber über öf­fent­li­che Gel­der und Ver­si­che­run­gen nicht re­fi­nan­zie­ren konn­te, „ent­stand ei­ne Sche­re, die im­mer wei­ter auf­ge­gan­gen ist.“

Der Drit­te Weg, das Ar­beits­recht der Kir­chen, be­deu­tet auch: Mit­ar­bei­ter dür­fen nicht strei­ken. In den ver­gan­ge­nen Jah­ren ha­ben Ca­ri­tas-Mit­ar­bei­ter das teil­wei­se un­ter­lau­fen – durch Pro­test­ak­tio­nen und so­ge­nann­te ak­ti­ve Mit­tags­pau­sen. Ein Ge­winn, sagt Sli­win­ski. Aber wä­re es nicht ein­fa­cher, nor­mal strei­ken zu kön­nen? „Das wä­re ein­fa­cher, und das macht auch Sinn“, sagt der Ar­beit­neh­mer­ver­tre­ter. Er schränkt aber ein: „Ich ste­he zum Drit­ten Weg. Das Di­enst­recht der Ca­ri­tas zeigt bun­des­weit, dass es gu­te Rah­men­be­din­gun­gen für Mit­ar­bei­ter schaf­fen kann.“

Neg­wer fügt hin­zu: „Ich ha­be es nie so wahr­ge­nom­men, dass die Mit­ar­bei­ter in ei­ner schwa­chen Po­si­ti­on sind. Die Be­schlüs­se in der Re­gio­nal­kom­mis­si­on er­for­dern schließ­lich ei­ne Drei­vier­tel­mehr­heit.“Als größ­te künf­ti­ge Her­aus­for­de­rung sieht der Jus­ti­zi­ar die Fi­nan­zie­rung so­zia­ler Be­ra­tungs­stel­len. Es kön­ne sein, dass es das Steu­er­recht künf­tig un­mög­lich ma­che, sol­che Stel­len durch Qu­er­fi­nan­zie­rung aus an­de­ren Ca­ri­tas-Be­trie­ben zu un­ter­stüt­zen. Dann gin­ge die Sche­re zwi­schen Ge­halt und Re­fi­nan­zie­rung an an­de­rer Stel­le wie­der auf.

Bei der Ca­ri­tas

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