Gärt­ner mit in­ter­na­tio­na­ler Er­fah­rung

Da­ni­el Rauf – Von Os­na­brück nach Äthio­pi­en und zu­rück

Neue Osnabrucker Zeitung - Hagen, Hasbergen - - RUND UM OSNABRÜCK -

mip OS­NA­BRÜCK/HAS­BER­GEN. Blu­men ver­schö­nern vie­len Men­schen zu al­len Jah­res­zei­ten das hei­mi­sche Wohn­zim­mer oder den ei­ge­nen Gar­ten. Re­gio­na­le Pro­duk­te aus ei­ge­ner Er­zeu­gung bie­tet da­für die Fir­ma Rauf in un­mit­tel­ba­rer Has­ber­ger Nach­bar­schaft im Os­na­brü­cker Stadt­teil Sutt­hau­sen an.

„Das ist schon seit ei­ni­gen Jah­ren un­se­re Fir­men­phi­lo­so­phie“, ant­wor­te­te Da­ni­el Rauf auf die Fra­ge, war­um sei­ne Fir­ma Pro­duk­te aus ei­ge­ner Zucht an­bie­tet. Ent­stan­den sei die­ses Kon­zept be­reits En­de der 90er-Jah­re, als die Nach­fra­ge nach Schnitt­blu­men ei­nen zwi­schen­zeit­li­chen Ein­bruch er­leb­te.

Zum da­ma­li­gen Zeit­punkt konn­te sich der heu­ti­ge Fir­men­chef nicht vor­stel­len, ein­mal an die Spit­ze des el­ter­li­chen Be­trie­bes zu rü­cken. Am An­fang sei­ner be­ruf­li­chen Lauf­bahn hat­te der 1980 in Os­na­brück ge­bo­re­ne Da­ni­el ein völ­lig an­de­res Be­rufs­ziel vor Au­gen. 1998 be­gann er im Ho­tel Wal­des­ruh im be­nach­bar­ten Georgsmarienhütte ei­ne Koch­leh­re.

„Ich woll­te die Welt ken­nen­ler­nen und such­te nach ei­nem Be­ruf, den man über­all aus­üben kann“, er­läu­ter­te er sei­nen Be­rufs­start. Ne­ben­bei ar­bei­te­te er aber auch wei­ter im el­ter­li­chen Be­trieb mit. Nach ei­nem Jahr brach er die Koch­leh­re je­doch ab und be­gann doch ei­ne Aus­bil­dung zum Gärt­ner.

Da auch die­ser Be­ruf über­all auf der Welt ge­braucht wird, er­füll­te sich der jun­ge Mann den Traum von der Er­kun­dung des Pla­ne­ten. 2002 stand zu­nächst ei­ne Rei­se nach Neu­see­land an, die schließ­lich rund ein Jahr dau­ern soll­te. Durch vie­le wei­te­re Auf­ent­hal­te im Aus­land ent­stan­den Kon­tak­te zu Fir­men, die sich un­ter an­de­rem in Afri­ka en­ga­gie­ren.

Dar­un­ter war ei­ne deut­sche Fir­ma, die in Äthio­pi­en ei­nen Zu­lie­fer­be­trieb für Gärt­ne­rei­en auf­bau­en woll­te. Da­ni­el Rauf über­nahm das Pro­jekt und trug erst­mals die Ver­ant­wor­tung für ei­nen Be­trieb in der Pflan­zen­zucht. Weil ihn die Ver­hält­nis­se in dem ost­afri­ka­ni­schen Land tief be­ein­druck­ten, ent­schloss er sich da­zu, ge­mein­sam mit ei­nem Ent­wick­lungs­hel­fer et­was für die dor­ti­ge Ju­gend zu tun. Ge­mein­sam grün­de­ten sie den Bas­ket­ball­ver­ein „Ad­dis Afros“. Weil Rauf und sein Part­ner in der La­ge wa­ren, den Spie­lern zwi­schen­zeit­lich ein be­schei­de­nes Ge­halt zu zah­len, schaff­ten sie es, den Ver­ein in der äthio­pi­schen Li­ga zu eta­blie­ren.

Sei­ne in­ter­na­tio­na­le Er­fah­rung brach­te Da­ni­el Rauf 2011 mit ein, als er sich ent­schloss, in den el­ter­li­chen Be­trieb ein­zu­stei­gen. Seit­her ent­wi­ckelt sich das Ge­schäft der Fa­mi­lie ste­tig fort. Wie aus der Chro­nik der Gärt­ne­rei zu ent­neh­men ist, geht die Be­wirt­schaf­tung des Grund­stücks in Sutt­hau­sen durch die Fa­mi­lie Rauf be­reits 100 Jah­re zu­rück.

Ge­grün­det wor­den war der Be­trieb am 1. Ja­nu­ar 1957 durch Ru­dolf Rauf. Das Be­son­de­re hier­bei war, dass die ers­ten Ge­wächs­häu­ser kom­plett in Ei­gen­re­gie er­stellt wur­den. Von den ers­ten An­fän­gen mit der Zucht von Kohl und Ge­mü­se bis zum heu­ti­gen An­ge­bot von Pflan­zen al­ler Art er­leb­te die Fir­ma Rauf ei­nen ste­ti­gen Wan­del, der sich im­mer an den Wün­schen der Kun­den ori­en­tier­te.

Da­zu ge­hör­te auch die zwi­schen­zeit­li­che Schlie­ßung des Blu­men­la­dens, als En­de der 90er-Jah­re die Nach­fra­ge nach Schnitt­blu­men stark ein­brach. Fort­an kon­zen­trier­te sich die Fa­mi­lie auf den Ver­trieb von Blu­men aus ei­ge­ner Zucht an Pri­vat­kun­den. Um die wirbt die Gärt­ne­rei auch re­gel­mä­ßig in Has­ber­gen.

Mit der „Stö­ber­stu­be“hat die Fa­mi­lie ihr An­ge­bot ab­ge­run­det und ei­nen Be­reich für De­ko­ra­tio­nen und Ge­schenk­ar­ti­kel ge­schaf­fen. Auch hier sto­ßen die Kun­den auf Exo­ti­sches: Durch ei­ne Idee der Mut­ter steht die Fa­mi­lie nicht nur in der Tra­di­ti­on ei­ner lan­gen Rei­he von Gärt­nern, son­dern hält seit ei­ni­ger Zeit auch Al­pa­kas. Auch Pro­duk­te aus der Zucht die­ser Ka­mel­form – von Al­pa­ka-Sei­fe bis zu Al­pa­ka-So­cken – ste­hen bei den Raufs zum Ver­kauf.

Fo­to: Micha­el Pohl

Mit sei­ner Fa­mi­lie bie­tet Da­ni­el Rauf ne­ben selbst ge­züch­te­ten Pflan­zen zahl­rei­che De­ko­ra­ti­ons­ar­ti­kel an.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.