„Wir kön­nen noch vie­les bes­ser ma­chen“

Eu­ro­pean Cham­pi­ons­hips: Or­ga­ni­sa­to­ren zu­frie­den, Sport­ler und Fans be­geis­tert, TV Ma­cher glück­lich

Neue Osnabrucker Zeitung - Hagen, Hasbergen - - SPORT - Dpa

GLAS­GOW Die Sport­ler wa­ren be­geis­tert, die TV-Ma­cher glück­lich über die Ein­schalt­quo­ten von bis zu fünf Mil­lio­nen. Die Eu­ro­pean Cham­pi­ons­hips ha­ben auch am Schluss­tag noch mal Mil­lio­nen Sport­fans in den Bann ge­zo­gen. Beim Stra­ßen­r­ad­ren­nen in Glas­gow säum­ten trotz Re­gens noch ein­mal Zehn­tau­sen­de den Stadt­kurs rund um den Ge­or­ge Squa­re, in Ber­lin pil­ger­ten täg­lich knapp 50 000 Leicht­ath­le­tik-Fans ins Olym­pia­sta­di­on.

Auch am Wo­che­n­en­de do­mi­nier­ten die Leicht­ath­le­tik-Über­tra­gun­gen aus der deut­schen Haupt­stadt. 4,70 und 4,45 Mil­lio­nen Zu­schau­er schau­ten am Frei­tag und Sams­tag zu. „Die Zu­schau­er­zah­len lie­gen weit über un­se­ren Er­war­tun­gen“, kom­men­tier­te ZDF-Sport­chef Tho­mas Fuhr­mann. Er sei „freu­dig über­rascht“. Zu­frie­den äu­ßer­te sich auch ARDS­port­ko­or­di­na­tor Axel Bal­k­aus­ky. „Ehr­lich ge­sagt hat­te ich die Hoff­nung, dass wir bei 13 bis 15 Pro­zent Markt­an­teil lan­den. Dass dies noch über­schrit­ten wor­den ist, ist fan­tas­tisch.“

Kein Wun­der, dass der Schwei­zer Co-Ge­schäfts­füh­rer Marc Jörg von ei­nem „groß­ar­ti­gen Er­folg“des von ihm mit­kre­ierten Mo­dells spricht, bei dem der me­dia­len Prä­senz des Fuß­balls ein neu­er Event ent­ge­gen­ge­setzt wer­den soll­te. „Aber wir kön­nen vie­les noch viel bes­ser ma­chen“, sag­te der Schwei­zer und warf ei­nen Blick vor­aus.

Die Fas­zi­na­ti­on der zeit­gleich aus­ge­tra­ge­nen Ti­tel­kämp­fe in sie­ben olym­pi­schen Sport­ar­ten be­geis­ter­te selbst die Eu­ro­pa­meis­ter. „Schon in Ki­en­baum ha­ben wir ja nach Glas­gow rü­ber­ge­guckt: Da ist dann den gan­zen Tag ARD, ZDF, Eu­ro­sport ge­lau­fen. Im­mer wech­selt das hin und her, auch zu Sport­ar­ten, von de­nen man sonst kaum et­was mit­be­kommt“, lob­te die Pfäl­zer Speer­wurf-Eu­ro­pa­meis­te­rin Chris­tin Hus­song. „Klar, Tur­nen kennt man. Aber zum Bei­spiel die­ses BMX – das ha­be ich wirk­lich zum ers­ten Mal ge­se­hen“, füg­te sie hin­zu.

Er­mu­tigt vom Er­folg des neu­en Mul­ti-Events zeig­te sich der Ber­li­ner OK-Chef Cle­mens Prokop. Aber er räum­te auch ein: „Der ein­zi­ge Schwach­punkt die­ses Mo­dells war, dass er auf zwei Städ­te ver­teilt war.“Auch Chris­tin Hus­song wür­de ei­ne Stadt bes­ser zu­sa­gen: „Wenn dann wirk­lich al­les mal an ei­nem Stand­ort statt­fin­det, dann sind das doch klei­ne Olym­pi­sche Spie­le. Das ist dann echt was Be­son­de­res“, mein­te sie.

Bei­ge­tra­gen zum Ge­lin­gen des großen Gan­zen hat­ten vor al­len die deut­schen Ath­le­ten mit ih­ren Leis­tun­gen. Na­he­zu je­den Tag gab es Edel­me­tall bei den Spie­len in Glas­gow wie auch in Ber­lin. Die Schwim­mer er­leb­ten mit acht EM-Me­dail­len ei­ne Wie­der­auf­er­ste­hung, die Bahn­rad­sport­ler fuh­ren so­gar elf Me­dail­len ein. Die „Na­ti­ons Tro­phy“für die er­folg­reichs­te Na­ti­on durf­te am Sonn­tag­abend aber das Team Russ­lands auf der Ge­or­ge Squa­re in Emp­fang neh­men.

Der auch von den Tur­nern ge­äu­ßer­te Ver­bes­se­rungs­vor­schlag, künf­tig ge­mein­sam in ei­nem Ath­le­ten­dorf un­ter­ge­bracht zu sein, dürf­te aus fi­nan­zi­el­len Grün­den auch in vier Jah­ren nur schwer rea­li­sier­bar sein. „Un­ser Mo­dell ba­siert dar­auf, nicht teu­re neue Bau­ten zu er­rich­ten“, sag­te Marc Jörg. Der Schwei­zer kann sich aber an­de­re Sy­ner­gi­en vor­stel­len, zum Bei­spiel die ge­mein­sa­me Ver­mark­tung der Sport­ler ver­schie­de­ner Dis­zi­pli­nen in den na­tio­na­len Teams.

Fo­to: dpa

Be­geis­tert: Fans in Glas­gow.

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