Pein­li­ches Schwar­zer-Pe­ter-Spiel

Neue Osnabrucker Zeitung - Hagen, Hasbergen - - VORDERSEITE - Von To­bi­as Schmidt to­bi­as.schmidt@noz.de

Es ist ein pein­li­ches Schau­spiel: Bay­erns Mi­nis­ter­prä­si­dent Sö­der schiebt an­ge­sichts der dro­hen­den Ver­lus­te bei der mor­gi­gen Land­tags­wahl Par­tei­chef See­ho­fer die Schuld in die Schu­he, macht ihn für den enor­men Ver­trau­ens­ver­lust der Christ­so­zia­len ver­ant­wort­lich. Da­bei hat Sö­der selbst durch sei­nen Sch­lin­ger­kurs ge­gen­über der AfD, die Rol­len­wech­sel vom gü­ti­gen Lan­des­va­ter zum Asy­l­Hard­li­ner und wie­der zu­rück für Ir­ri­ta­tio­nen ge­sorgt und ist für die Ori­en­tie­rungs­lo­sig­keit der CSU mit­ver­ant­wort­lich.

Statt sich bil­lig aus der Ver­ant­wor­tung zu steh­len, muss sich Sö­der nach dem Wahl­sonn­tag der neu­en Her­aus­for­de­rung stel­len: Kann der Ego-Po­li­ti­ker auch Ko­ali­ti­on? Die CSU mag den zu er­war­ten­den Ver­lust der ab­so­lu­ten Mehr­heit als Schock emp­fin­den. Der Zer­fall des bür­ger­li­chen La­gers ist nicht zu be­fürch­ten, auch wenn die AfD mit gut zehn Pro­zent in den Land­tag ein­zieht. Im Ge­gen­teil: Mehr Far­be und ge­teil­te Macht im Ma­xi­mi­lia­ne­um könn­ten der po­li­ti­schen Land­schaft im Frei­staat gut­tun. Schwarz-Grün auf Baye­risch – das wä­re ein in­ter­es­san­tes Pro­jekt.

Für die Bun­des-SPD wird die Wahl zum De­sas­ter, dar­an be­ste­hen kaum Zwei­fel. Beim ers­ten Stim­mungs­test für Andrea Nah­les, seit sie den Vor­sitz über­nahm, dürf­te sie ei­ne schal­len­de Ohr­fei­ge kas­sie­ren. Noch ist nicht zu er­ken­nen, wie Nah­les den Nie­der­gang der So­zi­al­de­mo­kra­ten stop­pen könn­te.

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