Tier­wohl: Han­del ar­bei­tet am Ein­heits­la­bel

Gro­ße Ket­ten wol­len kla­re Kenn­zeich­nung für Ver­brau­cher / Staat­li­ches Sie­gel soll in­te­griert wer­den

Neue Osnabrucker Zeitung - Hagen, Hasbergen - - NORDWEST - Von Dirk Fis­ser Fo­to: ima­go/Bi­ky

OS­NA­BRÜCK Die gro­ßen deut­schen Su­per­markt­ket­ten ar­bei­ten an ei­ner ein­heit­li­chen Fleisch­kenn­zeich­nung. Das er­fuhr un­se­re Re­dak­ti­on aus Bran­chen­krei­sen. Ziel soll dem­nach ein ein­heit­li­cher so­ge­nann­ter Hal­tungs­kom­pass auf den Ver­pa­ckun­gen bei Ede­ka, Rewe so­wie Al­di und Lidl sein.

Dis­coun­ter Lidl hat­te als ers­tes Un­ter­neh­men ei­ne sol­che Kenn­zeich­nung ein­ge­führt, meh­re­re Kon­kur­ren­ten ha­ben zwi­schen­zeit­lich nach­ge­zo­gen. Nun soll der Kom­pass of­fen­bar ver­ein­heit­licht wer­den.

Im Ge­spräch sind nach un­se­re­ren In­for­ma­tio­nen vier Stu­fen, durch die der Ver­brau­cher er­ken­nen soll, wie das Tier ge­lebt hat: Stu­fe eins könn­te da­bei der ge­setz­li­che Stan­dard, Stu­fe vier Bi­oF­leisch sein. Das von der Bun­des­re­gie­rung ge­plan­te staat­li­che Tier­wohl­la­bel Wo­her stammt das Fleisch, und wie wur­den die Tie­re ge­hal­ten? Die gro­ßen Su­per­markt­ket­ten ar­bei­ten laut Bran­chen­krei­sen an ei­ner ein­heit­li­chen Kenn­zeich­nung.

könn­te dem­nach in den Hal­tungs­kom­pass in­te­griert wer­den.

Ein Ede­ka-Spre­cher sag­te , sein Ver­bund se­he das Be­dürf­nis nach „ei­ner bran­chen­weit ein­heit­li­chen Kenn­zeich­nung der Hal­tungs­for­men“bei Schwein,

Rind und Ge­flü­gel. „Ede­ka setzt sich in ent­spre­chen­den Gre­mi­en für ei­ne sol­che ge­mein­sa­me Lö­sung ein, mit dem Ziel, den Ver­brau­chern ei­ne trans­pa­ren­te und nach­voll­zieh­ba­re In­for­ma­ti­on am Pro­dukt und an den Fri­sche­the­ken zu er­mög­li­chen.“Bei

Rewe hieß es auf An­fra­ge, man neh­me „am Dia­log für ei­ne Bran­chen­lö­sung“teil.

Aus Krei­sen ist zu er­fah­ren, die Ge­sprä­che lie­fen auf Ebe­ne der an der pri­vat­wirt­schaft­li­chen „In­itia­ti­ve Tier­wohl“be­tei­lig­ten Han­dels­un­ter­neh­men. Die­se zah­len in

ei­nen Fonds ein, aus dem bes­se­re Hal­tungs­be­din­gun­gen in Stäl­len fi­nan­ziert wer­den.

Die Bun­des­re­gie­rung ar­bei­tet seit ei­ni­gen Jah­ren zu­dem an ei­nem frei­wil­li­gen staat­li­chen Tier­wohl­la­bel. Bun­des­land­wirt­schafts­mi­nis­te­rin Ju­lia Klöck­ner (CDU) teil­te kürz­lich mit, dass die ers­ten ge­kenn­zeich­ne­ten Pro­duk­te ab Früh­jahr 2020 in den Su­per­märk­ten zu fin­den sein sol­len.

Die Kri­te­ri­en sol­len über dem ge­setz­li­chen Min­dest­stan­dard für Tier­hal­tung lie­gen. Wie viel mehr Platz das Schwein ha­ben soll, ist aber nach wie vor un­klar. An der Frei­wil­lig­keit gab es zu­letzt im­mer wie­der Kri­tik.

Das Staats­la­bel könn­te dem Ver­neh­men nach in den ge­plan­ten Hal­tungs­kom­pass in­te­griert wer­den. Das gilt auch für das zwei­stu­fi­ge Sie­gel des Tier­schutz­bun­des. So wür­den sämt­li­che Hal­tungs­for­men mit ei­ner Kenn­zeich­nung auf der Ver­pa­ckung ab­ge­deckt. Die Be­mü­hun­gen des Han­dels wer­den von Be­ob­ach­tern auch als Ver­such ge­wer­tet, vor wei­te­ren Dis­kus­sio­nen um das Staats­la­bel Fak­ten zu schaf­fen.

Zu­letzt hat­te es im­mer wie­der Kri­tik am „La­belD­schun­gel“in den Fleisch­the­ken ge­ge­ben. Die Plä­ne zur Ver­ein­heit­li­chung sei­en zwar noch nicht ab­ge­schlos­sen. „Das Ding wird aber kom­men“, sag­te ein Bran­chen­ver­tre­ter.

The­ma Tier­wohl: al­le Hin­ter­grün­de und De­tails auf der The­men­sei­te noz.de/agrar

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