Der flie­gen­de Hol­län­der

Glan­dor­fer Wahr­zei­chen er­hält neue Flü­gel / Aus 40 Me­ter Hö­he wird ein­ge­fä­delt

Neue Osnabrucker Zeitung - Hagen, Hasbergen - - REGION - Von Ste­fa­nie Adom­eit

Die­se Kin­der­gar­ten­kin­der hat­ten ih­ren Fa­mi­li­en nach der Ki­ta viel zu er­zäh­len. Denn am Mor­gen wan­der­ten sie in Zwei­er­rei­hen zur Glan­dor­fer Wind­müh­le, die in luf­ti­ger Mil­li­me­ter­ar­beit neue Flü­gel be­kam.

GLAN­DORF Ein Fest­tag für Glan­dorf und sei­nen Wind­müh­len­ver­ein: Die Freu­de über die­sen Mei­len­stein bei der Sa­nie­rung des Ga­le­rie­hol­län­ders war dem Vor­sit­zen­den Hu­bert Schlot­mann, dem zwei­ten Vor­sit­zen­den Micha­el Herbermann und Kas­sen­wart Jo­sef Laumann deut­lich an­zu­mer­ken. Vie­le Schau­lus­ti­ge ver­folg­ten das sel­te­ne Spek­ta­kel von der Wind­müh­len­stra­ße aus.

Von der Vor­stel­lung der Sa­nie­rungs­plä­ne für die Wind­müh­le im De­zem­ber 2016 bis zur Mon­ta­ge der ma­jes­tä­ti­schen Flü­gel sei es ein lan­ger Weg ge­we­sen, er­zählt Schlot­mann. Die fast 20 Me­ter lan­gen Flü­gel, al­lein 10,73 Me­ter mes­sen die ge­fä­cher­ten Brust­stü­cke, wur­den mit ei­nem 40 Me­ter-Aus­le­ger in die Hö­he ge­hievt.

Ge­fer­tigt wur­den die Flü­gel in Qua­ken­brück, ein Müh­len­bau­er un­ter­stütz­te das Holz­bau­un­ter­neh­men. „Jetzt geht's hoch“, kün­dig­te der Kr­an­füh­rer an. Und dann ging es hoch für den ers­ten Flü­gel. Aus Lär­chen­holz ist er ge­fer­tigt, „das ist wit­te­rungs­be­stän­dig“, er­klär­te Schlot­mann.

Da­bei saß der Kr­an­füh­rer un­ten im Fah­rer­haus: 20 Me­ter über ihm stand für das Ein­fä­deln an der Turm­hau­be ein Hand­wer­ker oben auf dem Dach, ein an­de­rer ar­bei­te­te von ei­nem Hub­wa­gen aus, da­mit der Flü­gel ins Kreuz kam. Die bes­te Sicht auf die kniff­li­ge Ar­beit hat­te man von der Ga­le­rie im zwei­ten Stock. Denn nicht das Hoch­zie­hen der Holz­kon­struk­ti­on war die Her­aus­for­de­rung: „Der schwie­ri­ge Teil los an der Müh­le. Die Kin­der­gar­ten­kin­der stau­nen. kommt dann erst. Wenn ein Flü­gel ins Kreuz ein­ge­fä­delt ist, wird er mit Holz­kei­len fi­xiert.“Dann wer­de aus der Ge­gen­rich­tung der zwei­te Flü­gel ins Kreuz ge­scho­ben. „Wenn man da fünf Mil­li­me­ter falsch liegt, hat man schon ein Pro­blem“, sag­te Hu­bert Schlot­mann. Aber der Kr­an­füh­rer war si­cher: „Jetzt wird's was.“

Er hat­te recht. Als die ers­ten zwei Flü­gel end­lich fest in­ein­an­der ver­keilt wa­ren, wur­den sie mit ei­ner Klam­mer ver­bun­den. Dre­hen sich al­le vier Flü­gel, wird die Wind­ener­gie mit­tels ei­ner so­ge­nann­ten Kö­nigs­wel­le in die Müh­le ge­lei­tet. Und da­mit die Flü­gel im­mer rich­tig zum Wind ste­hen, dreht sich auch die Turm­hau­be.

Fünf Ge­schos­se hat die Müh­le, de­ren Sa­nie­rung ei­ne knap­pe hal­be Mil­li­on Eu­ro kos­tet. Da­von trägt die Ge­mein­de zwei Drit­tel, ein Drit­tel hat der Müh­len­ver­ein zu­sam­men­ge­tra­gen. Und oh­ne die ei­ge­ne Ar­beit geht es so­wie­so nicht.

Ganz schön was

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