Mehr wä­re mög­lich

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Vorderseite - Von Ste­fa­nie Wit­te s.wit­te@noz.de

Mehr als die Hälf­te der gif­ti­gen Stick­oxi­de las­sen sich al­so bei so man­chem Die­sel­au­to ein­spa­ren – durch ein Soft­ware-Up­date und ein klei­nes Plas­tik­teil. Groß­ar­tig, möch­te man ju­beln – wenn die gan­ze Ak­ti­on nicht of­fen­ba­ren wür­de, wie sehr es Kon­zer­nen und Staa­ten in Wirk­lich­keit um Pro­fit statt um sau­be­re Luft und die Ge­sund­heit der Bür­ger geht. Zur Prä­zi­sie­rung: VW steck­te sein In­ge­nieur- wis­sen nicht aus In­ter­es­se an der Um­welt in die Ent­wick­lung neu­er Tech­nik. Der wah­re Grund da­für ist un­ter an­de­rem ein De­al mit dem Kraft­fahrt­bun­des­amt: Ver­bes­se­run­gen an den Fahr­zeu­gen da­für, dass die Zu­las­sung der Au­tos wei­ter­hin Be­stand hat. Mög­lichst sau­be­re Au­tos zu bau­en ist in den Kon­zern­zen­tra­len da­ge­gen kein Ziel – üb­ri­gens nicht nur bei VW.

Ab­ge­se­hen von Trick­se­rei­en kann man Wirt­schafts­un­ter­neh­men nun nicht für Ge­winn­stre­ben ver­ant­wort­lich ma­chen. Den Rah­men da­für steckt die Po­li­tik ab. Es wä­re al­so zum Bei­spiel an der EU, das bes­te Er­geb­nis für die Ver­brau­cher her­aus­zu­ho­len. In die­sem Fall die bes­ten Ab­gas­wer­te, die mit ak­tu­el­ler Tech­nik zu er­zie­len sind. Statt­des­sen er­laubt die EU den Her­stel­lern, die schon groß­zü­gi­gen Grenz­wer­te bis 2020 um bis zu 110 Pro­zent zu über­schrei­ten. An­ge­sichts der­ar­tig an­spruchs­lo­ser Vor­ga­ben kön­nen sich die Her­stel­ler be­quem zu­rück­leh­nen – und ih­re Au­tos wei­ter die Luft ver­pes­ten las­sen.

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