Trump kün­digt TPP-Ab­kom­men

Aus­stieg aus pa­zi­fi­scher Frei­han­dels­zo­ne

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Vorderseite - Von Bea­te Ten­fel­de

USA stei­gen aus dem Transpa­zi­fi­schen Frei­han­dels­ab­kom­men TPP aus. Der neue US-Prä­si­dent Do­nald Trump un­ter­zeich­ne­te am Mon­tag ein ent­spre­chen­des De­kret. Er setz­te da­mit ei­nes sei­ner zen­tra­len Wahl­kampf­ver­spre­chen um.

Den Aus­stieg aus dem un­ter sei­nem Vor­gän­ger Ba­rack Oba­ma aus­ge­han­del­ten Ab­kom­men mit elf Staa­ten be­zeich­ne­te Trump vor den Fern­seh­ka­me­ras im Oval Of­fice als „groß­ar­ti­ge Sa­che für den ame­ri­ka­ni­schen Ar­bei­ter“. In der ge­plan­ten Frei­han­dels­zo­ne soll­ten sich die USA mit Aus­tra­li­en, Bru­nei, Chi­le, Ja­pan, Ka­na­da, Ma­lay­sia, Me­xi­ko, Neu­see­land, Pe­ru, Sin­ga­pur und Viet­nam zu­sam­men­schlie­ßen.

Für hef­ti­ge Re­ak­tio­nen sorg­te Trump au­ßer­dem mit der An­kün­di­gung, die USBot­schaft in Is­ra­el von Tel Aviv nach Je­ru­sa­lem zu ver­le­gen.

BER­LIN. Das Tan­dem rum­pel­te in letz­ter Zeit – aber nun wol­len die Deut­schen und die Fran­zo­sen tüch­tig in die Pe­da­le tre­ten, da­mit es wie­der rund­läuft zwi­schen den bei­den Län­dern und in Eu­ro­pa. „Wir brau­chen neu­en Schwung“,be­schwor François Fil­lon, Prä­si­dent­schafts­kan­di­dat der Re­pu­bli­ka­ner in Frank­reich, die Rück­kehr zu al­ter Stär­ke.

Er will sich im Fall sei­nes Wahl­siegs auch für ei­ne An­nä­he­rung an Russ­land stark­ma­chen. „Ich möch­te ei­ne of­fe­ne Be­zie­hung zu Mos­kau, die von Ver­trau­en ge­prägt ist“, sag­te Fil­lon ges­tern in der Kon­rad-Ade­nau­er-Stif­tung in Ber­lin. Wenn man Russ­land iso­lie­re, dann wan­de­re das Land im­mer wei­ter nach Asi­en ab. Aber Russ­land müs­se ein Part­ner sein im Kampf ge­gen den Ter­ro­ris­mus.

Au­ßer­dem sprach sich Fil­lon für ei­nen har­ten Kurs ge­gen Flücht­lin­ge aus. „Da den­ken wir an­ders als un­se­re deut­schen Freun­de“, sag­te er und for­der­te ei­ne Si­che­rung der Au­ßen­gren­zen so­wie ei­ne kla­re Be­gren­zung des Zu­zugs. „Wir kön­nen nicht mehr Flücht­lin­ge auf­neh­men“, mein­te der Fran­zo­se. Zu 99 Pro­zent sei man sich doch ei­nig, spiel­te Kanz­ler­amts­mi­nis­ter Pe­ter Alt­mai­er (CDU) die Dif­fe­ren­zen her­un­ter – er hielt sei­ne halb­stün­di­ge Re­de frei und in flie­ßen­dem Fran­zö­sisch.

„Wir ha­ben ei­ne Flücht­lings­kri­se er­lebt, auf die wir nicht vor­be­rei­tet wa­ren“, hob Alt­mai­er her­vor. Die­se Kri­se ha­be ge­zeigt, dass Eu­ro­pa das Ver­spre­chen von So­li­da­ri­tät und Si­cher­heit ein­lö­sen müs­se. Die deutsch-fran­zö­si­sche Zu­sam­men­ar­beit sei we­sent­lich, um das eu­ro­päi­sche Pro­jekt zu ver­tei­di­gen, sag­te der Kanz­ler­amts­mi­nis­ter.

Man kön­ne nicht mehr so wei­ter­ma­chen, für Eu­ro­pa ge­he es um die Ent­schei­dung, sich ent­we­der zu ei­ni­gen oder zu ver­schwin­den, hat­te zu­vor auch Fil­lon be­tont. In ei­nem Auf­satz für die „Frank­fur­ter All­ge­mei­ne Zei­tung“

sag­te der Prä­si­dent schafts kan­di­dat zur deutsch-fran­zö­si­schen Zu­sam­men­ar­beit: „Die Part­ner­schaft war nie so leer und schwach wie heu­te.“Der Aus­stieg Groß­bri­tan­ni­ens aus der Eu­ro­päi­schen Uni­on kön­ne „töd­lich“sein,

Fil­lon be­stritt, ei­ne Ge­gen­al­li­anz mit Russ­land an­zu­stre­ben. Aber der Wes­ten ha­be Feh­ler im Um­gang mit Mos­kau be­gan­gen. Mit Blick auf Trump sag­te er: „Wir sind nicht ver­pflich­tet, uns mit den ame­ri­ka­ni­schen Spiel­re­geln ab­zu­fin­den.“Mehr denn je sei jetzt ei­ne eu­ro­päi­sche Initia­ti­ve ge­fragt. Ihm schweb­ten ein eu­ro­päi­sches Ver­tei­di­gungs­bünd­nis mit ei­nem Fonds zur Fi­nan­zie­rung von Aus­lands ein­sät­zen, ein Eu­ro­päi­scher Wäh­rungs­fonds und ei­ne Agen­da zur Un­ter­neh­mens steu­er har­mo­ni­sie­rung für die Eu­ro-Zo­ne vor.

Bun­des­kanz­le­rin An­ge­la Mer­kel (CDU) hat­te Fil­lon zu ei­nem Es­sen emp­fan­gen. Sol­che Tref­fen von Mer­kel mit Kan­di­da­ten an­de­rer Län­der sei­en ver­trau­lich, wehr­te Re­gie­rungs­sprec her Stef­fen Sei­bert Fra­gen ab. Soll­ten die fran­zö­si­schen So­zia­lis­ten den Wunsch äu­ßern, dass ihr Kan­di­dat eben­falls mit der Kanz­le­rin und CDU-Vor­sit­zen­den zu­sam­men­kom­me, sei Mer­kel da­zu be­reit.

Wer aber soll dies sein? Dar­über wird ge­strit­ten. Frank­reichs so­zia­lis­ti­scher Prä­si­dent François Hol­lan­de kan­di­diert nicht wie­der. Und bei der Vor­wahl sei­nes po­li­ti­schen La­gers führt mit Ex Bil­dungs­mi­nis­ter Be­noîtHa­mo­ne in„ Fron deur“,e in Ver­tre­ter des lin­ken Flü­gels mit ra­di­ka­len Po­si­tio­nen. Es bro­delt bei den So­zia­lis­ten.

Fo­to: dpa

Zu Gast in Ber­lin war François Fil­lon, Kan­di­dat der Kon­ser­va­ti­ven.

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