Kei­ne Kla­ge ge­gen OPG-Chefs

Kei­ne Scha­den­er­satz­kla­ge ge­gen OPG-Chefs

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Vorderseite - Von Wil­fried Hin­richs

Nach der Af­fä­re um den ge­platz­ten Bau ei­nes Park­hau­ses am Kli­ni­kum wird die Stadt die OPG-Ge­schäfts­füh­rer nicht auf Scha­den­er­satz ver­kla­gen. Denn die Kla­ge hät­te kaum Aus­sicht auf Er­folg. 278000 Eu­ro Scha­den ent­stan­den dem Kon­zern Stadt 2012 durch ei­ne Pla­nungs­pan­ne und feh­ler­haf­te Ab­stim­mungs­pro­zes­se zwi­schen dem Kli­ni­kum, der Park­stät­ten-Be­triebs­ge­sell­schaft OPG und der Po­li­tik. Die Stadt ließ prü­fen, ob man Scha­den­er­satz von der OPG ver­lan­gen kön­ne. Das Er­geb­nis: Ei­ne ent­spre­chen­de Kla­ge hät­te we­nig Er­folgs­chan­cen. Den OPG-Ge­schäfts­füh­rern sei kein schuld­haf­tes Fehl­ver­hal­ten vor­zu­wer­fen. Auch Er­mitt­lun­gen der Staats­an­walt­schaft lie­fen ins Lee­re. Den Ge­schäfts­füh­rern sei we­der ein Un­treue­vor­satz noch ei­ne vor­sätz­li­che Pflicht­ver­let­zung nach­zu­wei­sen.

Die Af­fä­re um den ge­platz­ten Bau ei­nes Park­hau­ses am Kli­ni­kum wird zu den Ak­ten ge­legt. Die Stadt wird kei­ne Scha­den­er­satz­for­de­rung ge­gen die OPG-Ge­schäfts­füh­rer stel­len. Die­se hät­te kaum Aus­sicht auf Er­folg.

OSNABRÜCK. Ei­ne Pla­nungs­pan­ne und chao­ti­sche Ab­stim­mungs­pro­zes­se zwi­schen dem Kli­ni­kum, der Park­stät­ten-Be­triebs­ge­sell­schaft OPG und der Po­li­tik führ­ten 2012 zu ei­nem fi­nan­zi­el­len Scha­den für den Kon­zern Stadt von 278 000 Eu­ro. Vor al­lem auf Drän­gen der CDU-Frak­ti­on ließ die Stadt prü­fen, ob die Ge­schäfts­füh­rer der OPG zu Scha­den­er­satz her­an­ge­zo­gen wer­den könn­ten.

Das Er­geb­nis der Prü­fung, die die Stadt­wer­ke als Mehr­heits­ge­sell­schaf­te­rin der OPG in Auf­trag ge­ge­ben ha­ben, liegt nun vor: Ei­ne Scha­dens­er­satz­kla­ge hät­te kaum Aus­sicht auf Er­folg. Den Ge­schäfts­füh­rern In­go Hop­pe und Karl-Heinz El­ling­haus sei kein schuld­haf­tes Fehl­ver­hal­ten vor­zu­wer­fen. Der Auf­trag zum Bau des Park­hau­ses sei von den Auf­sichts­rä­ten des Kli­ni­kums und der OPG be­schlos­sen wor­den. Den Ge­schäfts­füh­rern sei im frag­li­chen Zei­t­raum nicht be­kannt ge­we­sen, dass die Po­li­tik das Pro­jekt stop­pen woll­te.

Kei­ne Un­treue

Auch die Er­mitt­lun­gen der Staats­an­walt­schaft we­gen Un­treue lie­fen ins Lee­re. Der Ver­dacht ha­be sich nicht er­här­tet, stell­te die Staats­an­walt Osnabrück im April 2016 fest. Den Ge­schäfts­füh­rern sei we­der ein Un­treue­vor­satz noch ei­ne vor­sätz­li­che Pflicht­ver­let­zung nach­zu­wei­sen.

Zeit­gleich mit dem Zen­trum für Ger­ia­trie und Früh­re­ha­bi­li­ta­ti­on

(ZGF) soll­te am Kli­ni­kum ein Park­haus mit zwei Ebe­nen ent­ste­hen. Die OPG soll­te das Park­deck bau­en und be­trei­ben, das Kli­ni­kum da­für Pacht kas­sie­ren. Die Plä­ne reif­ten En­de 2011 in der Amts­zeit des in­zwi­schen ver­stor­be­nen Ge­schäfts­füh­rers Hans­jörg Her­mes. Doch wuch­sen 2012 die Zwei­fel. Den­noch wur­den Fak­ten ge­schaf­fen: Die Ge­schäfts­füh­rung der OPG er­teil­te im Mai 2012 ei­ner Fir­ma in Müns­ter den Auf­trag, ein Park­haus zum Preis von 1,9 Mil­lio­nen Eu­ro (plus Mehr­wert­steu­er) zu bau­en. Die Po­li­tik stopp­te das Pro­jekt im Som­mer 2012. Die Bau­fir­ma for­der­te dar­auf­hin die bis da­hin ent­stan­de­nen Kos­ten von rund 278 000 Eu­ro ein. Die OPG reich­te ei­nen Teil der Rech­nung (246 184,94 Eu­ro) an das Kli­ni­kum wei­ter, das sich aber nicht zu­stän­dig fühl­te: Es ha­be nie ei­nen Auf­trag ge­ge­ben.

Das Rech­nungs­amt der Stadt un­ter­such­te 2015 die Af­fä­re und lis­te­te in ei­nem 24-sei­ti­gen Be­richt ei­ne Ket­te von Feh­lern auf. Die Prü­fer be­schei­nig­ten den Auf­sichts­rä­ten von Kli­ni­kum und OPG, ih­rer Auf­sichts­pflicht nicht nach­ge­kom­men zu sein. Die Kom­mu­ni­ka­ti­on zwi­schen OPG, Kli­ni­kum, den Auf­sichts­rä­ten und den po­li­ti­schen Gre­mi­en war dem Be­richt zu­fol­ge un­zu­rei­chend und teil­wei­se chao­tisch. Die Be­tei­lig­ten wa­ren nicht auf dem­sel­ben Kennt­nis­stand und ar­bei­te­ten ne­ben­ein­an­der­her.

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