Üb­le Ge­sell­schaft

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Politik - Von Uwe West­dörp u.west­do­erp@noz.de

Die AfD hat ei­ne Chan­ce ver­tan. Den un­säg­li­chen Het­zer Björn Hö­cke nur zu rüf­feln ist zu we­nig. Da hat Par­tei­che­fin Frau­ke Pe­try völ­lig recht.

Im­mer wie­der hat Hö­cke die Gren­zen zum Rechts­ex­tre­mis­mus deut­lich über­schrit­ten. Zu­letzt lös­te er ei­nen Sturm der Em­pö­rung aus, als er „däm­li­che Be­wäl­ti­gungs­po­li­tik“kri­ti­sier­te und – of­fen­bar mit Blick auf das Ho­lo­caust-Mahn­mal in Ber­lin – von ei­nem „Denk­mal der Schan­de“ge­spro­chen hat. Das war zwei­deu­tig for­mu­liert, im Kon­text der Re­de und aus dem Mund des Dem­ago­gen Hö­cke aber ein­deu­tig zu ver­ste­hen. Er meint of­fen­bar, es sei ei­ne Schan­de, dass Deutsch­land mit­ten in Ber­lin an die Er­mor­dung der Ju­den in Eu­ro­pa er­in­nert.

Auch der AfD-Vor­stand hat dies als par­tei­schä­di­gend be­zeich­net. Er wä­re frei­lich weit­aus glaub­wür­di­ger, wenn er hart ge­gen Hö­cke vor­gin­ge. Doch da­vor scheu­te die Par­tei­füh­rung zu­rück, weil sie of­fen­bar auch Stim­men vom po­li­tisch ex­trem rech­ten Rand ein­sam­meln will.

Zu den­ken gibt au­ßer­dem, dass es er­klär­te Stra­te­gie der AfD ist, mit „sorg­fäl­tig ge­plan­ten Pro­vo­ka­tio­nen“den Sprung in den Bun­des­tag zu schaf­fen. Ge­nau in die­sem Sinn hat Hö­cke sich ver­hal­ten. Ins Bild passt zu­dem, dass die AfD ge­ra­de den Schul­ter­schluss mit den Rechts­na­tio­na­lis­ten Ma­ri­ne Le Pen und Geert Wil­ders voll­zo­gen hat – ei­ne üb­le Ge­sell­schaft.

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