Welch ein Un­sinn

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Einblicke - Mh.schmidt@noz.de

Al­le paar Jah­re wird sie durchs Dorf ge­trie­ben, die Sau na­mens Kat­zen­steu­er. Und auch wenn die Auf­re­gung je­des Mal rie­sig ist: Ei­ne Kat­zen­steu­er ist und bleibt Un­sinn.

Fan­gen wir bei den ge­schätzt zwei­ein­halb Mil­lio­nen ver­wil­der­ten Haus­kat­zen an. Kat­zen­be­sit­zer müss­ten an­ge­sichts die­ser Zahl mehr Ver­ant­wor­tung über­neh­men, schimpft der Deut­sche Jagd­ver­band und for­dert ei­ne Kat­zen­steu­er. Nur: Wo kein Hal­ter, da kein Steu­er­zah­ler. Wer soll für Tie­re zah­len, die of­fi­zi­ell nie­man­dem ge­hö­ren?

Und was ist mit den Sing­vö­geln, die von den Streu­nern ge­tö­tet wer­den? Könn­te ei­ne Steu­er nicht hel­fen, die­se Wil­de­rei zu stop­pen? Kaum. Steu­ern sind nicht zweck­ge­bun­den, wes­halb et­wa auch die Hun­de­steu­er nicht eins zu eins für Hun­de ver­wen­det wird. Glei­ches gäl­te für ei­ne Kat­zen­steu­er. Zu­dem wä­re ih­re Ein­füh­rung so auf­wen­dig, dass sie sich kaum rech­nen wür­de.

Im Ge­gen­satz zu Frei­gän­gern ja­gen streu­nen­de Kat­zen, um zu über­le­ben. Da­mit ge­fähr­den sie in der Tat die Ar­ten­viel­falt. Um ih­re Zahl ein­zu­däm­men, hilft al­lein sys­te­ma­ti­sche Kastra­ti­on. Ei­ne Steu­er wä­re hier so­gar kon­tra­pro­duk­tiv: Na­tur­schüt­zer war­nen da­vor, dass Haus­kat­zen ver­mehrt aus­ge­setzt wer­den könn­ten, wür­den für sie Ab­ga­ben fäl­lig. Sinn­voll wä­re in­des ei­ne Kastra­ti­ons­pflicht für Freigänger, denn sie tra­gen zur Ver­meh­rung ih­rer ver­wil­der­ten Art­ge­nos­sen bei.

Von Me­la­nie Hei­ke Schmidt

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