Ein ers­ter Schritt zum Frie­den?

Sy­ri­en-Ge­sprä­che in Ka­sachs­tan sol­len Waf­fen­ru­he stär­ken – SPD-Ex­per­te: Be­grenz­te Er­war­tun­gen

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Politik -

Es ist ein neu­er An­lauf für den Frie­den im vi­el­leicht schlimms­ten Kon­flikt der Ge­gen­wart: Im ka­sa­chi­schen Astana ha­ben Sy­ri­enge­sprä­che be­gon­nen. Doch die Stand­punk­te pral­len hart auf­ein­an­der.

Mit har­ten Wor­ten ha­ben die Ver­tre­ter der Re­gie­rung und der Re­bel­len die Sy­ri­enge­sprä­che zur Stär­kung der Waf­fen­ru­he in dem Bür­ger­kriegs­land be­gon­nen. Der Un­ter­händ­ler der Op­po­si­ti­ons­grup­pen, Mo­ham­med Al­lusch, be­zeich­ne­te die sy­ri­sche Re­gie­rung im ka­sa­chi­schen Astana als „herr­schen­de Ban­de“. Der Ver­tre­ter des Prä­si­den­ten Ba­schar al-As­sad, der sy­ri­sche UN-Bot­schaf­ter Ba­schar alD­scha­fa­ri, nann­te Al­lusch dar­auf­hin den Füh­rer ei­ner „De­le­ga­ti­on von be­waff­ne­ten Ter­ro­ris­ten“.

Trotz ih­rer Rhe­to­rik zeig­ten sich die Kon­flikt­par­tei­en je­doch be­reit, in zu­nächst in­di­rek­ten Ge­sprä­chen über ei­ne

Stär­kung der brü­chi­gen Waf­fen­ru­he zu ver­han­deln. Die­se wird als Vor­aus­set­zung für den Er­folg von po­li­ti­schen Ge­sprä­chen in Genf ab dem 8. Fe­bru­ar ge­se­hen.

„Wir sind her­ge­kom­men, um zu­nächst ein­mal die Feu­er­pau­se zu stär­ken. Wir wer­den kei­ne wei­te­ren Schrit­te ein­lei­ten, be­vor das nicht vor

Ort um­ge­setzt wird“, sag­te Al­lusch. Der Op­po­si­ti­ons­füh­rer ge­hört der is­la­mis­ti­schen Grup­pe Dscha­isch al-Is­lam an. Ei­ne Feu­er­pau­se müs­se da­bei im Ein­klang mit UNRe­so­lu­tio­nen ste­hen, die auch die Ein­rich­tung ei­ner Über­gangs­re­gie­rung vor­se­hen.

Al-Dscha­fa­ri sag­te der Nach­rich­ten­agen­tur Sana zu­fol­ge,

die Re­gie­rung hof­fe, dass die Ge­sprä­che in Astana zu­nächst zu ei­nem En­de der Kämp­fe füh­ren wür­den.

Der UN-Ver­mitt­ler für Sy­ri­en, Staf­fan de Mis­tu­ra, for­der­te von den Schutz­mäch­ten der Ge­sprä­che – Russ­land für die As­sad-Re­gie­rung und die Tür­kei für die Re­bel­len – ei­nen ge­mein­sa­men Mecha­nis­mus zur Über­wa­chung ei­ner Waf­fen­ru­he.

SPD-Au­ßen­ex­per­te Niels An­nen be­zeich­ne­te es als „Ge­burts­feh­ler“der Frie­dens­kon­fe­renz für Sy­ri­en, dass die Ver­ein­ten Na­tio­nen (UN) als wich­ti­ger Ak­teur au­ßen vor ge­blie­ben sei­en. Sei­ne Er­war­tun­gen an die Zu­sam­men­kunft in der ka­sa­chi­schen Haupt­stadt sei­en da­her be­grenzt, sag­te An­nen im Ge­spräch mit un­se­rer Re­dak­ti­on. Gleich­wohl soll­te je­de Chan­ce ge­nutzt wer­den, um po­li­ti­schen Ge­sprä­chen nä­her zu kom­men.

Russ­land, der Iran und die Tür­kei hat­ten das Tref­fen or­ga­ni­siert. Die­sen drei Staa­ten sei im De­zem­ber zwar im Al­lein­gang ge­lun­gen, ei­ne Feu­er­pau­se für Sy­ri­en zu ver­ein­ba­ren. „Die­se hält je­doch nur ein­ge­schränkt“, gab An­nen zu be­den­ken. Zu­dem ge­be es wei­ter­hin gro­ße Pro­ble­me beim hu­ma­ni­tä­ren Zu­gang zu den Kriegs­op­fern in Sy­ri­en. Er be­ob­ach­te aber zu­neh­men­de Ris­se im rus­sisch-ira­nisch-tür­ki­schen Bünd­nis, mein­te der SPD-Po­li­ti­ker. Zu­min­dest Russ­land und die Tür­kei sä­hen den Wert der UN als neu­tra­len Mitt­ler „wie­der kla­rer“. In­so­fern sei es auch rich­tig, dass der UN-Son­der­be­auf­trag­te für Sy­ri­en, Staf­fan de Mis­tu­ra, nach Astana ge­reist sei.

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