Ge­sund­heits­kar­te für Flücht­lin­ge bei Städ­ten um­strit­ten

Ho­he Kos­ten be­fürch­tet – Netz­werk: Ein­füh­rung wä­re sinn­voll

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Nordwest -

Die Stadt Del­men­horst hat als ers­te Kom­mu­ne in Nie­der­sach­sen zum 1. Ja­nu­ar 2017 ei­ne elek­tro­ni­sche Ge­sund­heits­kar­te für Flücht­lin­ge ein­ge­führt. Auch die Lan­des­haupt­stadt Han­no­ver denkt über die Ein­füh­rung der Ver­si­cher­ten­kar­te nach, die seit April 2016 für Flücht­lin­ge ver­wen­det wer­den kann. Ei­ne neue Re­ge­lung wür­de aber we­gen der rück­läu­fi­gen Flücht­lings­zah­len nur noch für ei­ni­ge Hun­dert Be­trof­fe­ne gel­ten, sag­te ein Stadt­spre­cher.

Bis­her müs­sen Flücht­lin­ge in den ers­ten 15 Mo­na­ten ih­res Auf­ent­halts in Deutsch­land meist ei­nen Be­hand­lungs­schein bei der Kom­mu­ne holen, be­vor sie zum Arzt ge­hen kön­nen. Hät­ten sie ei­ne elek­tro­ni­sche Ge­sund­heits­kar­te, wür­de die­ser Be­hör­den­gang weg­fal­len.

Der Land­kreis Hil­des­heim hat ein ei­ge­nes Mo­dell ent­wi­ckelt. Asyl­su­chen­de er­hal­ten dort ei­ne per­sön­li­che nich­t­e­lek­tro­ni­sche Ge­sund­heits­kar­te. An­de­re Kom­mu­nen zei­gen bis­her we­nig Be­geis­te­rung für die elek­tro­ni­sche Ge­sund­heits­kar­te. Grund ist, dass Städ­te und Krei­se hö­he­re Kos­ten be­fürch­ten.

„Die Hür­de, zum Arzt zu ge­hen, wird für die Flücht­lin­ge da­durch re­du­ziert“, sag­te Da­ni­el Lüchow vom Netz­werk Me­di­netz in Han­no­ver „Ge­flüch­te­ten wer­den mit dem bis­he­ri­gen kom­pli­zier­ten Sys­tem un­nö­tig St­ei­ne in den Weg ge­legt. Die Kar­te wä­re ein wich­ti­ger Schritt für ei­nen dis­kri­mi­nie­rungs­frei­en Zu­gang zur Ge­sund­heits­ver­sor­gung“, sag­te Lüchow.

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