Trump schot­tet den US-Markt ab

Kehrt­wen­de in der Han­dels­po­li­tik

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Wirtschaft - Mehr auf noz.de/po­li­tik

Do­nald Trump macht Ernst. Per De­kret hat er am Mon­tag den Aus­stieg aus dem Transpa­zi­fi­schen Frei­han­dels­ab­kom­men TPP be­sie­gelt. Auch an­de­re Han­dels­ver­trä­ge ste­hen auf dem Prüf­stand.

Der neue US-Prä­si­dent Do­nald Trump drückt aufs Tem­po. Gleich zum Be­ginn sei­ner ers­ten vol­len Ar­beits­wo­che lei­te­te er sei­ne an­ge­kün­dig­te Kehrt­wen­de in der US-Han­dels­po­li­tik ein. Trump be­sie­gel­te am Mon­tag mit sei­ner Un­ter­schrift un­ter ein De­kret den Aus­stieg der USA aus dem Transpa­zi­fi­schen Frei­han­dels­ab­kom­men TPP. Bei ei­nem Tref­fen mit füh­ren­den Wirt­schafts­ver­tre­tern be­kräf­tig­te er zu­dem sein Vor­ha­ben, die Steu­ern für Bür­ger wie Un­ter­neh­men mas­siv zu sen­ken.

Der Rück­zug aus dem TPP-Ab­kom­men sei ei­ne „groß­ar­ti­ge Sa­che für den ame­ri­ka­ni­schen Ar­bei­ter“, sag­te Trump. Der neue Prä­si­dent setz­te da­mit ei­nes sei­ner zen­tra­len Wahl­kampf­Ver­spre­chen um.

Das TPP-Ab­kom­men ist von zwölf Staa­ten ein­schließ­lich der USA un­ter­zeich­net wor­den, aber noch nicht in Kraft ge­tre­ten. Sein Ab­schluss war ein Herz­stück der Agen­da von US-Prä­si­dent Ba­rack Oba­ma ge­we­sen, der da­mit die wirt­schaft­li­chen Ver­bin­dun­gen der USA zu Asi­en stär­ken woll­te. Zu­sam­men ste­hen die­se Län­der für rund 40 Pro­zent der welt­wei­ten Wirt­schafts­leis­tung. Ein Haupt­ziel des Ab­kom­mens ist es, dem wach­sen­den wirt­schaft­li­chen Ein­fluss von Chi­na im Pa­zi­fik­raum ge­gen­zu­steu­ern.

Bei ei­nem Tref­fen mit Wirt­schafts­ver­tre­tern kün­dig­te Trump au­ßer­dem an, die Un­ter­neh­men­steu­ern auf 15 bis 20 Pro­zent sen­ken zu wol­len. Wenn ein Un­ter­neh­men die USA ver­las­se und sei­ne Pro­duk­te da­nach in den USA ver­kau­fen wol­le, müs­se es ho­he Straf­zöl­le zah­len. „Al­les, was sie tun müs­sen, ist zu blei­ben“, sag­te Trump. An­ge­sichts der re­du­zier­ten Steu­ern und ab­ge­bau­ten Re­gu­lie­run­gen ge­be es für Fir­men kei­nen Grund mehr, au­ßer­halb der USA zu pro­du­zie­ren.

Mit dem Ab­bau der Re­gu­lie­run­gen für die US-Wirt­schaft um 75 Pro­zent soll die Pro­duk­ti­on im In­land zu­sätz­lich ge­för­dert wer­den, sag­te Trump. Wel­che Be­rei­che ge­nau be­trof­fen sind und ob es um Ge­set­ze oder Vor­schrif­ten geht, sag­te er nicht.

Auch das seit 22 Jah­ren be­ste­hen­de nord­ame­ri­ka­ni­sche Frei­han­dels­ab­kom­men Nafta mit Ka­na­da und Me­xi­ko will Trump zü­gig neu ver­han­deln. Da­zu will er sich mit dem ka­na­di­schen Pre­mier­mi­nis­ter Jus­tin Tru­deau und dem me­xi­ka­ni­schen Prä­si­den­ten En­ri­que Pe­ña Nieto tref­fen. Nach Auf­fas­sung von Trump hat vor al­lem Me­xi­ko von dem Ver­trag pro­fi­tiert, wäh­rend in den USA Ar­beits­plät­ze ver­lo­ren gin­gen.

Mit sei­nen Plä­nen hat der US-Prä­si­dent in Me­xi­ko har­sche Kri­tik her­vor­ge­ru­fen. „Wenn es Ak­tio­nen gibt, die Im­por­te in die USA be­stra­fen und US-Ex­por­te för­dern, müs­sen wir über Ge­gen­maß­nah­men nach­den­ken“, sag­te der me­xi­ka­ni­sche Wirt­schafts­mi­nis­ter Il­de­fon­so Gua­jar­do. Sein Land ist wirt­schaft­lich sehr eng mit den USA ver­bun­den. 80 Pro­zent der me­xi­ka­ni­schen Ex­por­te ge­hen in die USA.

Zu den Ver­hand­lun­gen über das Trans­at­lan­tik-Frei­han­dels­ab­kom­men TTIP mit der EU hat sich der neue USPrä­si­dent bis­lang nicht ge­äu­ßert, auch wäh­rend des Wahl­kampfs war er dar­auf nicht ein­ge­gan­gen. Das Ab­kom­men dürf­te aber nur noch ge­rin­ge Chan­cen ha­ben.

Macht­wech­sel im Wei­ßen Haus:

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