Fill­kamp­st­ra­ße: An­lie­ger sind sau­er

Ei­gen­tü­mer äu­ßern in Rats­sit­zung ih­ren Un­mut über mög­li­chen Stra­ßen­aus­bau – Neue Ki­ta ge­plant

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Westfälische Tagespost -

Für den ge­plan­ten Neu­bau ei­nes Kin­der­gar­tens an der Fill­kamp­st­ra­ße und ei­nes da­mit mög­li­cher­wei­se ein­her­ge­hen­den Stra­ßen­aus­baus soll auf An­trag der CDU-Rats­frak­ti­on ei­ne An­lie­ger­ver­samm­lung ein­be­ru­fen wer­den. Dies scheint auch drin­gend ge­bo­ten. Denn die An­woh­ner sind sau­er.

Von Frank Klaus­mey­er

Ei­ni­ge mach­ten ih­rem Är­ger am Don­ners­tag­abend in der Rats­sit­zung Luft: Als „lä­cher­lich“be­zeich­ne­te ei­ne Be­trof­fe­ne in der Ein­woh­ner­fra­ge­stun­de das Vor­ge­hen der Ge­mein­de, die ei­ne Be­tei­li­gung der Grund­stücks­ei­gen­tü­mer an den Er­schlie­ßungs­kos­ten an­ge­kün­digt ha­be und erst im An­schluss ei­ne An­lie­ger­ver­samm­lung ein­be­ru­fen wol­le. „Ver­wun­der­lich“nann­te sie Aus­sa­gen der Gut­ach­ter, wo­nach die Fill­kamp­st­ra­ße auf­nah­me­fä­hig für den zu­sätz­li­chen Ver­kehr Ein Aus­bau der Fill­kamp­st­ra­ße ist ziem­lich wahr­schein­lich. Ob die An­lie­ger an den Kos­ten be­tei­ligt wer­den, ist aber noch of­fen. Auch der Ter­min für ei­ne Bür­ger­ver­samm­lung steht noch nicht fest.

ist, und droh­te mit ei­ner Kla­ge ge­gen den Be­bau­ungs­plan.

Ei­ne an­de­re An­woh­ne­rin be­ton­te, dass die künf­ti­gen Nach­barn ei­ner Kin­der­ta­ges­stät­te durch­aus wohl­wol­lend ge­gen­über­stün­den, kri­ti­sier­te aber, dass die Ver­kehrs­pro­ble­ma­tik bei sol­chen Bau­vor­ha­ben hint­an­ge­stellt wer­de.

Der Un­mut der An­lie­ger be­ruht teil­wei­se wohl auch auf ei­nem Miss­ver­ständ­nis. Denn dass die Grund­stücks­ei­gen­tü­mer ei­nen Stra­ßen­aus­bau mit­be­zah­len müs­sen, ist über­haupt nicht ent­schie­den. Bau­amts­lei­ter Patrick Lenz hat­te in der No­vem­ber­sit­zung

des Bau­aus­schus­ses le­dig­lich er­läu­tert, dass, wenn die Fill­kamp­st­ra­ße aus­ge­baut wer­den soll­te oder – was ziem­lich wahr­schein­lich sei – ein Geh­weg für die Kin­der­ta­ges­stät­te an­ge­legt wer­de, dies recht­lich be­trach­tet ei­ne bei­trags­pflich­ti­ge Qua­li­täts­ver­bes­se­rung dar­stel­le. Ob man die An­lie­ger tat­säch­lich zur Kas­se bit­te, sei ei­ne an­de­re Fra­ge.

„Da ist noch nichts in St­ein ge­mei­ßelt“, ver­such­te Bür­ger­meis­te­rin An­net­te Gro­ße-Heit­mey­er die Ge­mü­ter zu be­ru­hi­gen. Lenz ha­be le­dig­lich ei­ne Ge­samt­be­trach­tung vor­ge­tra­gen. Selbst­ver­ständ­lich

wer­de die Ge­mein­de die An­lie­ger „mit ins Boot neh­men“.

Wann das ge­sche­hen soll, war im Rat al­ler­dings strit­tig. Mar­tin Lau­mann-Sten­ing (Bünd­nis 90/Die Grü­nen) plä­dier­te da­für, so schnell wie mög­lich ei­ne Ver­samm­lung ein­zu­be­ru­fen. „Je mehr Fak­ten ge­schaf­fen wer­den, des­to ge­rin­ger ist das Mit­spra­che­recht der An­lie­ger.“

Frank Sun­der­mann (SPD) sprach sich da­ge­gen da­für aus, mit ei­ner Ein­la­dung noch zu war­ten. „Es muss mehr Fleisch an den Kno­chen“, sag­te der Frak­ti­ons­vor­sit­zen­de mit Blick auf den

frü­hen Ver­fah­rens­stand. Ei­ne An­lie­ger­ver­samm­lung ma­che erst dann Sinn, wenn die Ge­mein­de auch et­was vor­zu­tra­gen ha­be. „Wir sit­zen dann da und kön­nen nichts Kon­kre­tes sa­gen“, gab auch Win­fried Rad­datz (SPD) zu be­den­ken.

Bau­amts­lei­ter Lenz sieht das ge­nau­so. Bis zum 9. Ja­nu­ar hat­ten die An­lie­ger im Rah­men der öf­fent­li­chen Aus­le­gung des Be­bau­ungs­plan­ent­wur­fes die Mög­lich­keit, Be­den­ken und An­re­gun­gen zu äu­ßern. Die­se Stel­lung­nah­men wür­den na­tür­lich auf­ge­nom­men. „Im Mo­ment sind wir aber noch in ei­nem frü­hen Sta­di­um“, sag­te Lenz. Es ge­be noch kei­ne Grund­la­gen, über die mit den An­lie­gern ge­spro­chen wer­de kön­ne. Das gel­te vor al­lem für die Er­schlie­ßungs­pla­nung.

Wolf­gang Jo­nas, Vor­sit­zen­der der CDU-Frak­ti­on, die ei­ne zeit­na­he In­for­ma­ti­ons­ver­an­stal­tung be­an­tragt hat­te, for­der­te für die Er­schlie­ßung Lö­sun­gen, „die der Si­cher­heit der Kin­der wie auch den Vor­stel­lun­gen der An­lie­ger ge­recht wer­den“. Bei der wei­te­ren Pla­nung müss­ten nicht nur die Fill­kamp­st­ra­ße, son­dern auch die Esch­stra­ße und die Stra­ße Am To­schlag in die Be­trach­tung ein­be­zo­gen wer­den. Da­bei ge­he es auch dar­um, Al­ter­na­ti­ven zu prü­fen, for­der­te Jo­nas die Ver­wal­tung zu Ge­sprä­chen mit dem Lan­des­be­trieb Stra­ßen NRW auf, ob der neue Kin­der­gar­ten auch von der Met­tin­ger Stra­ße her er­schlos­sen wer­den kann.

Die nächs­te Bau­aus­schuss­sit­zung fin­det An­fang Fe­bru­ar statt, die fol­gen­de dann erst wie­der im Mai. Gro­ßeHeit­mey­er kün­dig­te des­halb an, ge­ge­be­nen­falls ei­ne Son­der­sit­zung zu ter­mi­nie­ren. „Wich­tig ist, im Dia­log zu blei­ben, da­mit es nicht zu ei­ner ju­ris­ti­schen Aus­ein­an­der­set­zung kommt“, mahn­te Sun­der­mann.

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