„Cool ist, wer Par­ty macht und da­nach auf­räumt“

Müll auf dem Schul­hof der Grund­schu­le am Bul­ler­diek ruft zahl­rei­che Re­ak­tio­nen auf Face­book her­vor

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Westfälische Tagespost -

„An die lie­ben Par­ty­gäs­te des Grund­schul­plat­zes in Westerkappeln“– so be­ginnt ein Ein­trag in der Wes­ter­kap­pel­ner Face­book-Grup­pe von Sonn­tags­vor­mit­tag. Der Ver­fas­ser be­schwert sich dar­in über grö­ße­re Men­gen Müll, die Un­be­kann­te auf dem Schul­hof der Grund­schu­le am Bul­ler­diek hin­ter­las­sen ha­ben.

Auf An­fra­ge be­stä­tigt Grund­schul­lei­te­rin An­ne Fri­cken­stein, dass sich auf dem Platz nach dem Wo­che­n­en­de „au­ßer­ge­wöhn­lich viel“Ab­fall be­fand. Die­ser wur­de aber pünkt­lich zu Schul­be­ginn be­sei­tigt. Wie es bei der Ge­mein­de heißt, wa­ren hier­für drei Mit­ar­bei­ter des Bau­ho­fes und der Haus­meis­ter der Schu­le ins­ge­samt ei­ne Drei­vier­tel­stun­de im Ein­satz.

Der Face­book-Ein­trag hat­te un­ge­wöhn­lich vie­le Re­ak­tio­nen her­vor­ge­ru­fen. In mehr als 30 Kom­men­ta­ren brach­ten Grup­pen­mit­glie­der ih­ren Är­ger zum Aus­druck. „Das geht ja gar nicht“, „Muss man im­mer so ei­nen Dreck hin­ter­las­sen?“und „Das ist ja echt das Letz­te“– das Ver­hal­ten der Übel­tä­ter wur­de aus­nahms­los ver­ur­teilt. Wo­bei of­fen­bar nie­mand et­was ge­gen ei­ne Par­ty ein­zu­wen­den hat – „al­les ok. Aber man kann sei­nen Dreck we­nigs­tens weg­räu­men“, be­tont et­wa ein Nut­zer. Und ein an­de­res Grup­pen­mit­glied er­gänzt: „Cool ist, wer Par­ty macht und da­nach auf­räu­men kann.“

Ver­ständ­nis für Fei­ern

Das sieht Schul­lei­te­rin Fri­cken­stein ähn­lich. Sie hat Ver­ständ­nis da­für, wie sie sagt, dass sich Ju­gend­li­che auf dem Schul­hof tref­fen und fei­ern. „Das ist kein Pro­blem“, er­klärt sie, „schließ­lich ist der Schul­hof ein öf­fent­li­cher Platz.“Al­lein: „Sie soll­ten sich da­bei or­dent­lich be­neh­men, ih­ren Müll al­so ent­sor­gen und nicht ein­fach auf dem Bo­den lie­gen las­sen.“

Die Schul­lei­te­rin war ber­eis am Sonn­tag über das Müll­pro­blem auf dem Schul­hof in­for­miert wor­den und hat­te so­fort die Auf­räum­ak­ti­on ver­an­lasst. „Wir ha­ben im­mer ein Au­ge dar­auf, dass der Schul­hof sau­ber ist“, be­tont sie.

Quer über den Hof ver­teilt be­fan­den sich vor al­lem Chips-Tü­ten, Plas­tik­be­cher und Glas­fla­schen. Letz­te­re wa­ren zum Teil zer­bro­chen. Die Scher­ben be­schä­dig­ten den Fahr­rad­rei­fen ei­nes Face­book-Mit­glie­des, das die Übel­tä­ter in sei­nem Ein­trag da­zu auf­for­der­te, den Rei­fen zu re­pa­rie­ren – „Flick­zeug stel­le ich ger­ne zur Ver­fü­gung“. Er wird den Rei­fen wohl selbst fli­cken müs­sen.

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