Ein Schritt nach dem an­de­ren

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Politik - M.nol­te@noz.de

Die Kla­ge ist nicht neu, der Zeit­punkt al­ler­dings de­li­kat. Seit Jahr und Tag ver­weist die Bun­des­wehr auf Män­gel­wirt­schaft – im Hin­blick auf ih­re Aus­rüs­tung, die per­so­nel­le Aus­stat­tung, die Ka­pa­zi­täts­gren­zen. Die Po­li­tik in­des hat längst re­agiert: Es gibt ja mehr Geld und zu­min­dest den Wil­len zur Er­hö­hung der Kopf­zahl der Trup­pe. Mi­nis­te­rin von der Ley­en hat am­bi­tio­nier­te Plä­ne vor­ge­legt; dass de­ren Um­set- Von Ma­ik Nol­te

zung Zeit braucht, dürf­te je­dem klar sein.

Das muss aber al­les viel schnel­ler ge­hen, sagt nun der Wehr­be­auf­trag­te. Der Po­li­tik Dampf zu ma­chen ist zwar sei­ne Auf­ga­be. Al­ler­dings ist es ziem­lich of­fen­sicht­lich, dass der „An­walt der Sol­da­ten“die Gunst der St­un­de nut­zen will, um auf die be­kann­ten For­de­run­gen ein paar Schip­pen drauf­zu­le­gen. Denn trotz der Be­schwich­ti­gungs­ver­su­che durch US-Ver­tei­di­gungs­mi­nis­ter Mat­tis geht in­ner­halb der Na­to die Angst um, dass das Bünd­nis bald am En­de sei, wenn die Mit­glie­der nicht – wie von den USA ge­for­dert – mehr Geld in die Ver­tei­di­gung ste­cken. Die Fra­ge al­ler­dings, wel­che Rol­le Deutsch­land über­haupt in künf­ti­gen Kon­flik­ten über­neh­men kann, soll­te oder will, steht seit Lan­gem im Raum und wird nicht über Nacht be­ant­wor­tet.

Be­vor kla­re au­ßen­po­li­ti­sche Li­ni­en aber nicht ein­mal im An­satz er­kenn­bar sind, hilft es we­nig, nach schnel­le­rer Auf­rüs­tung zu ru­fen – es wä­re der zwei­te Schritt vor dem ers­ten.

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