Was darf ich im In­ter­net hoch­la­den und was nicht?

Pro­fes­sor klärt Ur­su­la­schü­ler über die Fall­stri­cke des Ur­he­ber­rechts auf

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Osnabrück -

Darf ich mei­ne Ka­rao­ke-Vi­de­os auf Youtube on­li­ne stel­len? Kann ich ein Foto aus der Goo­gleBil­der­su­che auf mei­nem Ins­ta­gram-Pro­fil pos­ten? Die­se und an­de­re Fra­gen dis­ku­tier­te Hoch­schul­pro­fes­sor Vol­ker Lü­de­mann jetzt mit Os­na­brü­cker Schü­lern.

„Die Feh­ler pas­sie­ren vor al­lem bei den ein­fa­chen Sa­chen“, wird Lü­de­mann in ei­ner Mit­tei­lung der Hoch­schu­le zi­tiert. Um­so wich­ti­ger sei es, auf­merk­sam zu sein und über die wich­tigs­ten Rech­te und Pflich­ten Be­scheid zu wis­sen. Das Ur­he­ber­recht schützt geis­ti­ges Ei­gen­tum kreativer Ar­beit. Für die Nut­zung frem­der In­hal­te sei da­her grund­sätz­lich ei­ne Ein­wil­li­gung des Ur­he­bers er­for­der­lich. An­schau­lich und pra­xis­nah ver­deut­lich­te Lü­de­mann beim Vor­trag vor Schü­lern der Ur­su­la­schu­le, wor­auf man beim Um­gang mit Face­book, Snap­chat und Co ach­ten muss. Im Dia­log mit zwei Schü­lern spiel­te er ver­schie­de­ne All­tags­si­tua­tio­nen durch und zeig­te so, dass Recht auch span­nend sein kann.

Als Faust­re­gel kön­ne man sich mer­ken, dass ein­zel­ne Ko­pi­en von Da­tei­en im In­ter­net für den pri­va­ten Ge­brauch in Ord­nung sind, so der Pro­fes­sor für Wirt­schafts­und Wett­be­werbs­recht. Auf­pas­sen müs­se man vor al­lem beim Hoch­la­den von In­hal­ten. Um ein frem­des Bild pos­ten zu kön­nen, brau­che man al­so die Ein­wil­li­gung des Ur­he­bers. Ei­ge­ne In­hal­te könn­ten hin­ge­gen pro­blem­los ge­teilt wer­den, so­lan­ge nicht die Per­sön­lich­keits­rech­te an­de­rer ver­letzt wer­den. Bei ei­nem Foto, auf dem an­de­re Per­so­nen deut­lich zu er­ken­nen sind, müs­se vor­her de­ren Ein­ver­ständ­nis ein­ge­holt wer­den. Das wer­de vor al­lem beim Ver­öf­fent­li­chen von Par­ty­fo­tos in so­zia­len Netz­wer­ken häu­fig ver­ges­sen.

Ge­ra­de im Trend: Songs aus den Charts co­vern, sich da­bei fil­men und an­schlie­ßend auf dem ei­ge­nen Youtube-Ka­nal hoch­la­den. „Darf ich das? Nein! So­wohl die Me­lo­die als auch der Song­text sind recht­lich ge­schützt. Der Ur­he­ber muss vor­her ge­fragt wer­den und die Nut­zung er­lau­ben. An­ders ist es zum Bei­spiel bei der Ka­rao­ke-App ‚Smu­le‘ “, er­klär­te Hoch­schul-Rechts­ex­per­tin Ju­li­et­te Gro­ße Gehling. „Für die dort an­ge­bo­te­nen Lie­der ha­ben die App-Her­stel­ler ent­spre­chen­de Li­zen­zen ge­kauft, so­dass kein recht­li­ches Ri­si­ko be­steht.“

Auch be­liebt bei Ju­gend­li­chen ist das Strea­men von Fil­men über kos­ten­lo­se Platt­for­men wie „ki­nox.to“. Die Ab­kür­zung „to“steht für die süd­pa­zi­fi­sche In­sel Ton­ga. „Das geht na­tür­lich schon mal gar nicht“, sag­te Lü­de­mann, „wo Ton­ga da­hin­ter steht, ist auch Ton­ga drin“. Die­se Seite sei ganz of­fen­sicht­lich rechts­wid­rig, und des­halb ist dort das Her­un­ter­la­den von Fil­men nicht er­laubt.

Ei­ne Ver­let­zung der Ur­he­ber­rech­te pas­sie­re im In­ter­net schnel­ler als ge­dacht. Die Geld­stra­fe bei ei­ner Ab­mah­nung sei im Zwei­fels­fall ver­kraft­bar, we­ni­ger aber die recht­li­chen und ge­sell­schaft­li­chen Fol­gen, wenn plötz­lich die Po­li­zei vor der Haus­tür steht, warn­te Lü­de­mann die Ju­gend­li­chen.

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