Mit Be­rufs­un­fä­hig­keits­ver­si­che­rung die Ar­beits­kraft ab­si­chern

Was ist für ei­nen op­ti­ma­len Schutz ent­schei­dend? – Zu­sam­men mit Be­ra­ter Ri­si­ko­vor­an­fra­gen stel­len

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Gut Zu Wissen -

Von Oliver Mest

Ei­ne Be­rufs­un­fä­hig­keits­ver­si­che­rung ist ein Muss – un­se­re Ar­beits­kraft ist das wert­volls­te Ver­mö­gen. Aber wor­auf kommt es beim Schutz an?

Ren­ten­hö­he: Ent­schei­dend für gu­ten Schutz vor Be­rufs­un­fä­hig­keit ist die Hö­he der Ren­te. Vom Staat ha­ben Be­trof­fe­ne nicht viel zu er­war­ten. Nur bei vol­ler Er­werbs­un­fä­hig­keit wird ei­ne klei­ne Ren­te von höchs­tens 30 Pro­zent des letz­ten Brut­to­ein­kom­mens ge­zahlt. Bei Ab­schluss ei­ner Be­rufs­un­fä­hig­keits­ver­si­che­rung wird das ak­tu­el­le Ein­kom­men als Maß­stab her­an­ge­zo­gen. Aber was pas­siert, wenn das Ein­kom­men steigt? Im Ide­al­fall sieht die Ver­si­che­rung ei­ne nach­träg­li­che Er­hö­hung und An­pas­sung der Ren­te vor – am bes­ten mehr­fach und oh­ne kon­kre­ten An­lass, wie bei der Han­no­ver­schen Le­ben, wo die Ren­te al­le fünf Jah­re an­ge­passt wer­den kann. „Der ent­schei­den­de Vor­teil ist, dass kei­ne er­neu­te Ge­sund­heits­prü­fung er­for­der­lich wird“, so der un­ab­hän­gi­ge Ver­si­che­rungs­be­ra­ter Thors­ten Rud­nik.

An­trag und Ge­sund­heits­fra­gen: Wer Vo­r­er­kran­kun­gen mit sich her­um­schleppt, läuft Ge­fahr, dass der Ver­si­che­rer ei­nen Leis­tungs­aus­schluss in den Ver­trag auf­neh­men will. Oft sind dann gan­ze Be­rei­che oder Krank­heits­bil­der vom Schutz aus­ge­nom­men. Dar­auf soll­te man sich nicht ein­las­sen. Mit ei­nem Ver­si­che­rungs­mak­ler oder -be­ra­ter zu­sam­men kann man ge­mein­sam Ri­si­ko­vor­an­fra­gen bei al­len in Be­tracht kom­men­den Be­rufs­un­fä­hig­keits­po­li­cen stel­len. Ei­nen Leis­tungs­aus­schluss soll­te man im­mer ver­su­chen, in ei­nen Ri­si­ko­zu­schlag um­zu­wan­deln.

Ver­trags­be­din­gun­gen: Noch im­mer gibt es Ver­si­che­run­gen, die ei­ne abs­trak­te Ver­wei­sung vor­se­hen. Da­zu stellt Ver­si­che­rungs­be­ra­ter Jörg Depp­ner un­miss­ver­ständ­lich fest: „Ei­ne Mög­lich­keit zur abs­trak­ten Ver­wei­sung darf die Ver­si­che­rung nicht ha­ben!“Denn der Ver­si­che­rer muss dem Kun­den nur die theo­re­ti­sche Mög­lich­keit auf­zei­gen, in ei­nem ver­gleich­ba­ren Job ar­bei­ten zu kön­nen – und muss dann nicht zah­len.

Ein wei­te­rer wich­ti­ger Punkt un­ter vie­len: der Pro­gno­se­zeit­raum. Er ist wich­tig für die Fra­ge, wann über­haupt Leis­tun­gen fäl­lig wer­den. „Der in den Ver­si­che­rungs­be­din­gun­gen fest­ge­leg­te Pro­gno­se­zeit­raum be­stimmt, für wel­chen Zei­t­raum ei­ne Be­rufs­un­fä­hig­keit ärzt­lich pro­gnos­ti­ziert wer­den muss, da­mit der Ver­si­che­rer leis­ten muss“, so Anna­bel Oel­mann, Vor­stand der Ver­brau­cher­zen­tra­le Bre­men. Heu­te ist ein Pro­gno­se­zeit­raum von sechs Mo­na­ten emp­feh­lens­wert und wird von bi­al­lo.de auch als gut be­wer­te­ten An­bie­tern wie Han­no­ver­sche, Ca­na­da Li­fe oder Com­mu­ni­ty Li­fe und vie­len an­de­ren auch prak­ti­ziert.

Leis­tungs­fall: Im Leis­tungs­fall ver­wei­gern Be­rufs­un­fä­hig­keits-ver­si­che­run­gen erst ein­mal die Ren­ten­zah­lung – so ei­ne gän­gi­ge Mei­nung von Ver­brau­chern. Das trifft al­ler­dings nicht zu, sagt ei­ne Un­ter­su­chung des Ana­ly­sehau­ses Fran­ke und Born­berg. Im Ge­gen­teil: Rund 16 Pro­zent

al­ler an­ge­sto­ße­nen Leis­tungs­prü­fun­gen wer­den von Kun­den selbst gar nicht wei­ter­ver­folgt. „Wir se­hen den Grund da­für vor al­lem da­rin, dass sich in die­sen Fäl­len der Ge­sund­heits­zu­stand der Be­trof­fe­nen schnel­ler als ge­dacht wie­der ge­bes­sert hat, so­dass der Leis­tungs­an­spruch nicht wei­ter­ver­folgt wur­de“, er­klärt Micha­el

Fran­ke von Fran­ke und Born­berg. Wich­tig ist al­so, dass man im Leis­tungs­fall selbst „am Ball“bleibt und die An­sprü­che auch ver­folgt.

Foto: dpa

Bei vom Arzt dia­gnos­ti­zier­ten Vo­r­er­kran­kun­gen ver­su­chen Ver­si­che­rer häu­fig ei­nen Leis­tungs­aus­schluss in den Ver­trag auf­zu­neh­men.

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