Ers­ter To­des­fall durch Grip­pe in Nie­der­sach­sen

Lan­des­ge­sund­heits­amt: Kin­der­ta­ges­stät­ten mel­den Kran­ken­stän­de von 58 Pro­zent

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Gut Zu Wissen -

Von Wal­traud Mess­mann

Auch in Nie­der­sach­sen nimmt die Grip­pe­wel­le Fahrt auf. In dem ges­tern ver­öf­fent­lich­ten Be­richt des Lan­des­ge­sund­heits­am­tes für die drit­te Ja­nu­ar­wo­che wird über ei­nen ers­ten To­des­fall durch Grip­pe be­rich­tet. Die Ent­wick­lung der In­flu­en­za und an­de­rer aku­ter re­spi­ra­to­ri­scher Er­kran­kun­gen (ARE) ist dem Be­richt zu­fol­ge „im Lan­des­durch­schnitt hoch“.

Im Ge­spräch mit un­se­rer Re­dak­ti­on ver­weist der Spre­cher des Lan­des­am­tes Ma­syar Mo­na­zahi­an un­ter an­de­rem auf die mit 58 Pro­zent sehr ho­hen Meldungen von Kran­ken­stän­den in nie­der­säch­si­schen Kin­der­ta­ges­stät­ten: „Das ist mehr als die Hälf­te, und das ist bei den Er­wach­se­nen nicht viel an­ders“, be­tont der Vi­ro­lo­ge.

Für das Ems­land zeigt der Be­richt ei­ne mit­tel­star­ke ARE-Ak­ti­vi­tät mit stark zu­neh­men­der Ten­denz an. Im Raum Em­den, Leer, Clop­pen­burg und Nord­horn ist dem­nach mit ei­ner leich­ten Zu­nah­me zu rech­nen. Zah­len aus dem Raum Os­na­brück und ei­ni­gen an­de­ren Re­gio­nen lie­gen zwar noch nicht vor, doch „Sie kön­nen da­von aus­ge­hen, dass sie sich nicht groß von de­nen in an­de­ren Re­gio­nen un­ter­schei­den“, be­tont Mo­na­zahi­an. Die An­ga­ben in dem Wo­chen­be­richt des Lan­des­ge­sund­heits­am­tes ba­sie­ren weit­ge­hend auf den Meldungen aus Arzt­pra­xen und Kin­der­ta­ges­stät­ten.

Die Grip­pe­wel­le ha­be ih­ren Hö­he­punkt aber noch nicht er­reicht, be­tont der Ex­per­te. Er geht da­von aus, dass die Zahl der Er­kran­kun­gen bis Mit­te/En­de Fe­bru­ar noch zu­neh­men wird. „Dann ha­ben wir den Gip­fel aber wohl er­reicht“, meint er. Im März/ April wer­de dann al­les hof­fent­lich über­stan­den sein.

Mo­na­zahi­an rech­net al­ler­dings nicht mit ei­nem be­son­ders star­ken Ver­lauf der Grip­pe­wel­le in die­ser Sai­son. „Die Kur­ve sieht der­zeit ähn­lich aus wie 2015/16. Des­halb ge­he ich da­von aus, dass wir auch in die­ser Sai­son kei­nen ex­tre­men Ver­lauf ha­ben wer­den.“

Vor al­lem äl­te­re Men­schen und Per­so­nen, die im Ge­sund­heits­be­reich ar­bei­ten, soll­ten sich jetzt aber noch imp­fen las­sen, emp­fiehlt der Ex­per­te. Men­schen, die me­di­zi­nisch und pfle­ge­risch in Kran­ken­häu­sern ar­bei­ten, könn­ten die In­flu­en­za­vi­ren sonst auf ab­wehr­ge­schwäch­te Pa­ti­en­tin­nen und Pa­ti­en­ten über­tra­gen. Für äl­te­re Men­schen sei die Imp­fung be­son­ders wich­tig, weil der in die­ser Sai­son do­mi­nie­ren­de Vi­rus­Sub­typ A (H3N2), bei ih­nen zu schwe­ren Kom­pli­ka­tio­nen füh­ren kön­ne. Der Sub­typ A (H3N2) ist eu­ro­pa­weit im Um­lauf und mit ei­nem An­teil von 98 Pro­zent an den bis­her nach­ge­wie­se­nen In­flu­en­za­vi­ren sehr do­mi­nie­rend. Wer sich jetzt noch imp­fen las­se, soll­te sich aber dar­über im Kla­ren sein, dass der Schutz erst in zehn bis 14 Ta­gen kom­plett auf­ge­baut sei, rät Mo­na­zahi­an.

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