Die Au­gen of­fen hal­ten

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Politik - Von Uwe West­dörp u.west­do­erp@noz.de

Rechts­ter­ro­ris­mus im Keim er­sti­cken – das hat die Bun­des­re­gie­rung als Ziel aus­ge­ge­ben. Es ist ei­ne gro­ße Auf­ga­be, wie ein Blick auf ex­tre­me Rand­grup­pen zeigt. Der Ver­fas­sungs­schutz hat 23 000 Rechts­ex­tre­mis­ten iden­ti­fi­ziert. 12 000 gel­ten als ge­walt­ori­en­tiert.

Ein brau­ner Sumpf brei­tet sich aus, der im­mer ge­fähr­li­cher wird. Das ha­ben auch die Raz­zi­en ge­gen po­ten­zi-

el­le Ge­walt­tä­ter ge­zeigt, die ver­däch­tigt wer­den, At­ten­ta­te auf Ju­den und Flücht­lin­ge vor­be­rei­tet zu ha­ben. Dass Po­li­zei und Jus­tiz ge­gen die­se Sze­ne vor­ge­hen, be­darf kei­nes be­son­de­ren Lo­bes. Es ist ih­re Pflicht und Schul­dig­keit.

Dies gilt um­so mehr, als die Er­mitt­ler viel zu lan­ge auf dem rech­ten Au­ge blind wa­ren. So ent­ging ih­nen die Grün­dung der Ter­ror­grup­pe NSU, die jah­re­lang mor­dend durchs Land zie­hen konn­te, oh­ne dass je­mand die Zu­sam­men­hän­ge er­kann­te.

Den NSU gibt es nicht mehr, da­für aber im­mer mehr Ra­di­ka­li­sier­te, die aus ih­rem Hass ge­gen An­ders­den­ken­de kei­nen Hehl ma­chen. Und ir­gend­wann fol­gen brand­stif­ten­den Wor­ten dann Ta­ten. Die Be­hör­den sind aufs Höchs­te ge­for­dert, genau­so al­le Bür­ger. Auch sie müs­sen die Au­gen of­fen hal­ten und sich Ex­tre­mis­ten wi­der­set­zen, egal ob die­se von rechts oder links kom­men. Men­schen­rech­te und De­mo­kra­tie gibt es nicht zum Null­ta­rif. Sie müs­sen im­mer wie­der ver­tei­digt wer­den.

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