Pe­try will „Gna­den­recht“statt Asyl-Grund­recht

Streit­ge­spräch zwi­schen AfD und Grü­nen

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Politik -

Die AfD wünscht sich ei­ne Än­de­rung im Asyl­recht des Grund­ge­set­zes. „Wir sind da­für, dass das Asyl­recht nach Ar­ti­kel 16a ge­än­dert wird und dass es in ein Gna­den­recht des Staa­tes um­ge­wan­delt wer­den muss“, sag­te AfD-Che­fin Frau­ke Pe­try in ei­nem Streit­ge­spräch mit der Grü­nen-Vor­sit­zen­den Ka­trin Gö­ring-Eckardt in der Wo­chen­zei­tung „Die Zeit“.

In Ar­ti­kel 16a des Grund­ge­set­zes heißt es: „Po­li­tisch Ver­folg­te ge­nie­ßen Asyl­recht.“Das Recht auf Asyl hat da­mit in Deutsch­land als Grund­recht Ver­fas­sungs­rang.

„Kriegs­flücht­lin­gen muss ge­hol­fen wer­den“, führ­te Pe­try aus. „Nur sind vie­le de­rer, die sich als Flücht­lin­ge aus­ge­ben, gar kei­ne. Den vie­len Vä­tern und we­ni­gen Müt­tern des Grund­ge­set­zes ging es um ei­ne sehr klei­ne Zahl an Per­so­nen, de­nen aus Ver­ant­wor­tung für die Gräu­el­ta­ten im Zwei­ten Welt­krieg im Nach­kriegs­deutsch­land Auf­nah­me ge­währt wer­den soll­te.“

Gö­ring-Eckardt, die auch Spit­zen­kan­di­da­tin der Grü­nen bei der Bun­des­tags­wahl ist, hielt da­ge­gen. „Den Ver­fas­sern des Grund­ge­set­zes ging es kei­nes­falls um Ein­zel­fäl­le“, sag­te sie und ver­wies auf Ver­fol­gung und Aus­gren­zung wäh­rend der NS-Herr­schaft. „Men­schen wur­den ver­folgt, weil sie Ju­den wa­ren, Kom­mu­nis­ten, weil sie an­ders aus­sa­hen oder schwul wa­ren. Wir ha­ben ge­sagt, wir müs­sen et­was zu­rück­ge­ben.“Klar wand­te sich die Grü­nen­Po­li­ti­ke­rin ge­gen ei­ne Ober­gren­ze bei der Auf­nah­me von Flücht­lin­gen. „Was ist denn, wenn der Plus-Ers­te kommt, sa­gen wir dem: Für dich gilt un­ser Grund­ge­setz nicht?“

Das Ge­spräch fand vor den Äu­ße­run­gen des AfD-Po­li­ti­kers Björn Hö­cke zum Ho­lo­caust-Mahn­mal statt.

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