„Wir bau­en die Mau­er“

Trump macht Ernst und er­lässt De­kret für Pro­jekt an Gren­ze zu Me­xi­ko

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Politik -

Die Mau­er zwi­schen den USA und Me­xi­ko soll kom­men. Fünf Ta­ge nach sei­nem Amts­an­tritt hat USPrä­si­dent Do­nald Trump mit ei­nem sei­ner zen­tra­len Wahl­kampf­ver­spre­chen Ernst ge­macht – per De­kret gab er am Mitt­woch den Start­schuss für den Bau der Mau­er an der Gren­ze zu Me­xi­ko.

WA­SHING­TON. US-Prä­si­dent Do­nald Trump macht mit dem Er­lass ei­nes De­krets zum Bau ei­ner Mau­er an der Gren­ze zu Me­xi­ko Ernst. Fer­ner ver­füg­te er am Mitt­woch un­ter an­de­rem, die Grenz­po­li­zei zu ver­stär­ken und die Haft­zen­tren an der Gren­ze aus­zu­bau­en. „Wir be­fin­den uns in­mit­ten ei­ner Kri­se an un­se­rer süd­li­chen Gren­ze“, sag­te Trump bei ei­nem Be­such des Hei­mat­schutz­mi­nis­te­ri­ums, wo er zwei wei­te­re De­kre­te ge­gen die il­le­ga­le Ein­wan­de­rung un­ter­zeich­ne­te. Die „bei­spiel­lo­se Zu­nah­me“der Zahl der Zu­wan­de­rer aus Zen­tral­ame­ri­ka scha­de nicht nur den Ver­ei­nig­ten Staa­ten, son­dern auch Me­xi­ko.

Für die Mau­er wer­de das Nach­bar­land „zu 100 Pro­zent“auf­kom­men, sag­te Trump dem Sen­der ABC News am Mitt­woch. Die Pla­nun­gen be­gän­nen so­fort, der Baustart sei „in ei­ni­gen Mo­na­ten“vor­ge­se­hen. Trump be­kräf­tig­te da­mit, was er be­reits am Vor­abend des Be­suchs ei­ner hoch­ran­gi­gen De­le­ga­ti­on aus dem süd­li­chen Nach­bar­land an­ge­kün­digt hat­te.

Ver­tre­ter bei­der Staa­ten wol­len heu­te und mor­gen über die Zu­kunft der Be­zie­hun­gen zwi­schen den USA und Me­xi­ko ver­han­deln. Am Di­ens­tag­abend (Orts­zeit) twit­ter­te Trump: „Gro­ßer Tag in Sa­chen nationale Si­cher­heit für mor­gen ge­plant. Ne­ben vie­len an­de­ren Din­gen wer­den wir die Mau­er bau­en!“Am Tref­fen in Wa­shing­ton neh­men der St­abs­chef im Wei­ßen Haus, Rein­ce Prie­bus, Trumps Schwie­ger­sohn und en­ger Be­ra­ter Ja­red Kush­ner, Trumps Chef­stra­te­ge Ste­phen Ban­non und der Nationale Si­cher­heits­be­ra­ter Micha­el Flynn teil. Me­xi­ko schickt Au­ßen­mi­nis­ter Lu­is Vi­de­ga­ray und Wirt­schafts­mi­nis­ter Il­de­fon­so Gua­jar­do. Auf der Agen­da ste­hen Han­del, Si­cher­heit und Mi­gra­ti­on.

Trump hat­te das Nach­bar­land im Wahl­kampf im­mer wie­der scharf kri­ti­siert. Für den Fall sei­nes Sie­ges hat­te er den Bau ei­ner „gro­ßen, schö­nen“, mas­si­ven Mau­er ent­lang der 3200 Ki­lo­me­ter lan­gen ge­mein­sa­men Gren­ze an­ge­kün­det, um die il­le­ga­le Ein­wan­de­rung zu stop­pen.

Au­ßer­dem will Trump das Nord­ame­ri­ka­ni­sche Frei­han­dels­ab­kom­men (Nafta) neu ver­han­deln und Mil­lio­nen Ein­wan­de­rer oh­ne Auf­ent­halts­be­rech­ti­gung ab­schie­ben. Zu­dem droh­te er US-Un­ter­neh­men, die ih­re Pro­duk­ti­on nach Me­xi­ko ver­le­gen, mit ho­hen Im­port­zöl­len. Me­xi­kos Re­gie­rung mach­te be­reits klar, dass Trumps Mau­er­plä­ne und deut­li­che Ab­stri­che bei Nafta für sie nicht ak­zep­ta­bel sind. „Es gibt kla­re ro­te Li­ni­en, die wir von An­fang an fest­le­gen“, sag­te Gua­jar­do in ei­nem In­ter­view des Fern­seh­sen­ders Te­le­vi­sa. Not­falls wer­de er die Ge­sprä­che ab­bre­chen.

Me­xi­kos Prä­si­dent En­ri­que Pe­ña Nieto gab zu­letzt die Ver­hand­lungs­stra­te­gie vor. Me­xi­ko wer­de sich we­der un­ter­wer­fen noch die Kon­fron­ta­ti­on su­chen. Er wol­le ei­nen Dia­log. „Den USA nutzt es, wenn es Me­xi­ko gut geht, und Me­xi­ko nutzt es, wenn es den USA gut geht“, sag­te er.

Für Me­xi­ko ist der Han­del mit den USA es­sen­zi­ell. 80 Pro­zent der Ex­por­te ge­hen in die USA. Für die Ver­hand­lun­gen ha­ben sich die Me­xi­ka­ner ih­re Ar­gu­men­te zu­recht­ge­legt: Sechs Mil­lio­nen Ar­beits­plät­ze in den USA hän­gen vom Han­del mit dem Nach­bar­land ab.

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