Spe­zia­lis­ten für die rich­ti­gen Wor­te

Hoch­schu­len und Aka­de­mi­en in der Re­gi­on bil­den Kom­mu­ni­ka­ti­ons­ex­per­ten für die Wirt­schaft aus

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Osnabrück -

Nicht nur in heik­len Si­tua­tio­nen brau­chen Füh­rungs­kräf­te Wort­ge­wandt­heit, Fin­ger­spit­zen­ge­fühl, die rich­ti­gen Kom­mu­ni­ka­ti­ons­me­tho­den und -ka­nä­le. Vie­le An­läs­se er­for­dern Kom­mu­ni­ka­ti­ons-Fach­wis­sen. An Hoch­schu­len und Aka­de­mi­en in der Re­gi­on wer­den Ex­per­ten da­für aus­ge­bil­det.

Von Ma­rie-Lui­se Braun

OSNABRÜCK. Kom­mu­ni­ka­ti­on? Kann doch je­der! Wel­cher Pres­se-Re­fe­rent und Kom­mu­ni­ka­ti­ons­ma­na­ger hat die­sen Satz noch nicht ge­hört? Auch Su­san­ne Knor­re kennt ihn. Die Un­ter­neh­mens­be­ra­te­rin aus Han­no­ver hat seit 2007 ne­ben­be­ruf­lich die Pro­fes­sur für Un­ter­neh­mens­kom­mu­ni­ka­ti­on an der Hoch­schu­le Osnabrück am Stand­ort Lin­gen in­ne. „Vie­le Un­ter­neh­men er­ken­nen noch nicht, dass Kom­mu­ni­ka­ti­on zum Ge­schäft ge­hört“, sagt die eins­ti­ge Lan­des­mi­nis­te­rin für Wirt­schaft, Tech­no­lo­gie und Ver­kehr und er­gänzt: „Dass Kom­mu­ni­ka­ti­on so­gar die Ba­sis für gu­te Ge­schäf­te ist.“

Kom­mu­ni­ka­ti­on sei kein Selbst­zweck, sie müs­se viel­mehr Ge­nau zu­hö­ren und das rich­ti­ge Wort zur rich­ti­gen Zeit fin­den will ge­lernt sein. Wer in der Re­gi­on Kom­mu­ni­ka­ti­ons­fä­cher stu­die­ren will, wird fün­dig wie hier an der Komm-Aka­de­mie in Osnabrück.

in der Stra­te­gie des Un­ter­neh­mens ver­an­kert sein, um es gut zu po­si­tio­nie­ren, meint Knor­re. Eben­so wich­tig sei es, in Kon­takt zu blei­ben mit den ei­ge­nen Mit­ar­bei­tern. Auch der in­ter­ne

Aus­tausch ge­hört al­so zur Un­ter­neh­mens­kom­mu­ni­ka­ti­on da­zu, wie das Mar­ke­ting, die Wer­bung und die Öf­fent­lich­keits­ar­beit. Für die­se Be­rei­che gibt es in der Re­gi­on Osnabrück-Emsland Mög­lich­kei­ten

der Aus­bil­dung und des Stu­di­ums.

Jung ist die Komm-Aka­de­mie für Kom­mu­ni­ka­ti­on, Me­di­en und Ma­nage­ment mit Sitz in Osnabrück. Sie bil­det Me­di­en­ge­stal­ter eben­so aus wie Kauf­leu­te für Ver­an­stal­tun­gen, Mar­ke­ting­kom­mu­ni­ka­ti­on so­wie Sport und Fit­ness. Zu­dem kön­nen jun­ge Leu­te sich zu As­sis­ten­ten in den Be­rei­chen Me­di­en und Event schu­len las­sen. Und auch Um­schu­lun­gen er­mög­licht sie. In den 36 Mo­na­te dau­ern­den Aus­bil­dun­gen baut sie dar­auf, dass zu­nächst zwölf Mo­na­te theo­re­tisch ge­lernt wird, be­vor die Azu­bis in die 18-mo­na­ti­ge Pra­xis­pha­se in ein Un­ter­neh­men ge­hen. An­schlie­ßend be­rei­ten sie sich sechs Mo­na­te lang in der Aka­de­mie auf ih­ren Ab­schluss bei der In­dus­trie- und Han­dels­kam­mer vor. Den Lern­be­dürf­nis­sen des je­wei­li­gen Jahr­gangs ent­spre­chend,

zie­he die Aka­de­mie dann Do­zen­ten für ein­zel­ne Fä­cher hin­zu, er­läu­tert Ma­ri­na Meis­ner, die Mar­ke­ting-Ma­na­ge­rin der Aka­de­mie, die ver­gan­ge­nes Jahr als Nach­fol­ge­rin aus dem Os­na­brü­cker Sitz der bun­des­weit agie­ren­den Ma­cro­me­dia Hoch­schu­le her­vor­ge­gan­gen ist. „Wir kön­nen auf die­se Wei­se den re­gio­na­len An­spruch bes­ser be­die­nen“, be­grün­det Meis­ner die­sen Schritt.

Wer stu­die­ren möch­te, wird an der Hoch­schu­le Osnabrück fün­dig. Zu den Fä­chern zäh­len die 13 Mar­ke­ting-Stu­di­en­gän­ge, auf­ge­split­tet in sie­ben An­ge­bo­te mit Ba­che­lor-Ab­schluss und sechs Mas­ter­fä­cher wie „In­ter­na­tio­na­les Mar­ke­ting“oder „Mar­ken­füh­rung und Kom­mu­ni­ka­ti­on“. Wer über die Lan­des­gren­zen hin­aus­blickt, fin­det an der Uni­ver­si­tät Bre­men Kom­mu­ni­ka­ti­ons-Stu­di­en­gän­ge wie die Ba­che­lor-Fä­cher „Kom­mu­ni­ka­ti­ons­und Me­di­en­wis­sen­schaft“oder „Me­di­en­kul­tur“.

Am Stand­ort Lin­gen der Hoch­schu­le Osnabrück wer­den als Ba­che­lor „Kom­mu­ni­ka­ti­ons­ma­nage­ment“und als Mas­ter „Kom­mu­ni­ka­ti­on und Ma­nage­ment“an­ge­bo­ten. Zu­dem hat die Hoch­schu­le den ne­ben­be­ruf­li­chen Stu­di­en­gang „Cor­po­ra­te Com­mu­ni­ca­ti­ons“ent­wi­ckelt, der im Som­mer­se­mes­ter 2017 star­ten soll. Hier­für in­ter­es­sie­ren sich be­son­ders Ab­tei­lungs­lei­ter und Ge­schäfts­füh­rer, sagt Knor­re: „Sie ha­ben die Er­fah­rung ge­macht, wie wich­tig fun­dier­te Kom­mu­ni­ka­ti­ons­kennt­nis­se sind.“

„Füh­rungs­kräf­te ha­ben ei­nen deut­lich hö­he­ren Kom­mu­ni­ka­ti­ons­an­teil zu über­neh­men als frü­her. Dar­auf be­rei­ten klas­si­sche Stu­di­en­gän­ge nicht vor“, er­läu­tert Knor­re. So müss­ten sie sich nicht nur ge­gen­über Pres­se­ver­tre­tern prä­sen­tie­ren, son­dern bei­spiels­wei­se auch mit dem Bu­si­ness-Plan bei Ban­ken über­zeu­gen: „Es sind na­tür­lich Si­tua­tio­nen, die von der ent­spre­chen­den Prä­sen­ta­ti­on kom­ple­xer In­hal­te le­ben.“

Und noch et­was an­de­res hat die Un­ter­neh­mens­be­ra­te­rin be­ob­ach­tet: Mit­ar­bei­ter be­wer­te­ten heu­te ih­re Fir­men stär­ker nach dem Füh­rungs­stil. Da­zu ge­hö­re auch ei­ne an­ge­mes­se­ne in­ter­ne Kom­mu­ni­ka­ti­on. Fühl­ten sich Mit­ar­bei­ter wohl und ak­zep­tiert, bän­den sie sich stär­ker an das Un­ter­neh­men. Ei­ne gu­te Bin­dung und ein gu­ter Ruf sei­en wich­ti­ge Aspek­te an­ge­sichts des Füh­rungs­kräf­te­man­gels, meint Knor­re. Auch in Sa­chen In­no­va­ti­ons­kraft pro­fi­tier­ten die Un­ter­neh­men von ei­ner gu­ten in­ter­nen Kom­mu­ni­ka­ti­on: „Weil die Mit­ar­bei­ter ih­re Ide­en und Er­fah­run­gen ein­brin­gen kön­nen.“

Hoch­schu­len in Osnabrück – mehr un­ter noz.de/cam­pus

Fo­to: Komm-Aka­de­mie

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